Pokal-Blamage in Saarbrücken

Was macht der denn da? Sarr-Szene samt Kimmich-Rüffel sinnbildlich für Bayerns Versagen

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Der FC Bayern hat im DFB-Pokal gegen den 1. FC Saarbrücken ein Spiel für die Geschichtsbücher erlebt. Eine Pokal-Blamage, für die eine Szene sinnbildlich steht.

Saarbrücken – Der 1. November ist im Bundesland Bayern ein Feiertag. Zum Feiern ist der Tradition nach nicht zumute, eher wird den Toten gedacht. Für den 1. FC Saarbrücken wird aber der 1. November in der Vereinsgeschichte für immer ein Feiertag sein, beim FC Bayern war eher Totengräberstimmung.

Der Drittligist schlug sensationell den Rekordpokalsieger in der zweiten Runde des DFB-Pokal – eine Szene aus der 48. Minute steht sinnbildlich für Ungereimtheiten des Star-Ensembles von der Isar.

FC Bayern geht in Saarbrücken unter - ohne Kane, Musiala und Coman, aber mit Sarr

Nach der ersten Hälfte stand es 1:1, inklusive einer Schock-Szene um Matthijs de Ligt. In der zweiten Hälfte wollte der FC Bayern seiner Favoritenrolle gerecht werden. Auch wenn Trainer Thomas Tuchel auf vielen Positionen eifrig durchtauschte und Superstars wie Harry Kane, Jamal Musiala, Kingsley Coman oder Serge Gnabry vorerst auf der Bank Platz nehmen ließ, waren die Münchner klarer Favorit. Einer, der von der Rotation profitierte, war der einst so geschasste Bouna Sarr. Der Rechtsverteidiger durfte ebenso wie Frans Krätzig oder Mathys Tel von Beginn an ran.

In der zweiten Hälfte kam es dann aber zu einem kuriosen Sarr-Vorfall. Bei einem Konter über die linke Seite der Saarbrücker grätschte der Senegalese, der in dieser Saison lediglich 54 Einsatzminuten vorzuweisen hatte, seinen Gegenspieler um, direkt vor den Auswechselspielern der Heimmannschaft, die auf Foul reklamierten.

Während der Ball hinter Sarrs Rücken (tz-Note 5) zurücksprang und Joshua Kimmich an der Seitenlinie in einen Zweikampf verwickelt wurde, gestikulierte und diskutierte Sarr mit den gegnerischen Wechselspielern und verpasste so, dass der Ball noch im Spiel war.

Während Sarr (rechts mit der #20) mit den Saarbrückern diskutiert, sprintet Kimmich (#6) dem Ball hinterher. Danach muss sich Sarr vom Aushilfs-Kapitän einen ordentlichen Anschiss abholen.

Sarr holt sich Anschiss von Kimmich ab - sinnbildlich für die Bayern-Leistung

Die Szene endete mit einem Freistoß für Saarbrücken (alle Infos zu den möglichen Achtelfinal-Gegnern) und Sarr musste sich einen gehörigen Anschiss von Kimmich abholen, der versuchte, den Fehler seines Kollegen auszubaden.

Eine Szene in drei Bildern: Bouna Sarr beschwert sich, der Ball liegt links neben ihm, er redet mit den Auswechselspielern (mittiges Bild), während Kimmich schon zum Ball sprintet. Dann merkt Sarr (ganz rechts) dass er viel zu spät ist. Danach folgt der Kimmich-Anschiss.

Der Sechser der Bayern, der beim Topspiel gegen Borussia Dortmund am 4. November fehlen wird, wurde seiner Anführerrolle gerecht und wusch Sarr ordentlich den Kopf. Letztendlich half alles nichts. Trotz der Sarr-Auswechslung (60. Minute) und der Hereinnahme von Musiala, Gnabry und Coman verlor der FC Bayern in der sechsten Minute der Nachspielzeit mit 1:2 in Saarbrücken.

Pikant: Sarr stand auch bei der Zweitrunden-Niederlage gegen Holstein Kiel im DFB-Pokal am 13. Januar 2021 in der Startelf. Damals verlor der Rekordmeister mit Hansi Flick im Elfmeterschießen.

Sein bisher letztes Pflichtspiel von Beginn machte Sarr am 25. August 2021 in der ersten Pokalrunde beim 12:0 gegen den Bremer SV und erzielte sogar ein Tor. Gegen Dortmund am Wochenende wird Sarr wohl keine Rolle spielen. (ank)

Rubriklistenbild: © Screenshot ARD Mediathek

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