Einer der erfolgreichsten deutschen Fußballer macht Schluss: Am Freitagabend hat Jérôme Boateng das Ende seiner Karriere bekanntgegeben.
Frankfurt – Fußball-Profi Jérôme Boateng hat am Freitagabend sein Karriereende verkündet. In den sozialen Medien veröffentlichte der 37-Jährige einen Post, in dem er seinen Abschied vom Profisport bekanntgibt. „Ich habe lange gespielt. Für große Vereine, für mein Land. Ich habe gelernt. Gewonnen. Verloren. Und bin durch all das gewachsen“, sagt Boateng in einem Video.
Fußball-Weltmeister Jerome Boateng hat sein Karriereende verkündet.
© IMAGO/Harald Dostal
Bilder zeigen die Karriere-Highlights von Boateng, der mit dem FC Bayern alle wichtigen Vereinstitel gewinnen konnte und 2014 mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister wurde. „Der Fußball hat mir viel gegeben. Jetzt ist es Zeit, weiterzuziehen. Nicht weil ich muss, sondern weil ich bereit bin“, verkündet der frühere Innenverteidiger und dankt im Anschluss seinen Ex-Klubs, den Fans und seiner Familie. „Sie waren immer da“, sagt Boateng.
Fußball-Star Jérôme Boateng verkündet Karriereende Boateng wurde in der Jugend von Hertha BSC Berlin ausgebildet und dort im Jahr 2006 zum Profi. 2007 wechselte er zum Hamburger SV , wo er in den folgenden drei Jahren zu einem Spitzen-Innenverteidiger reifte. Es folgte der Wechsel in die Premier League zu Manchester City, bevor Boateng 2011 mit seinem Wechsel zum FC Bayern München das erfolgreichste Kapitel seiner Karriere aufschlug.
Nach dem Ende seiner Zeit in München im Jahr 2021 fand Boateng keine echte sportliche Heimat mehr. Mehrfach war er vereinslos, spielte dazwischen für Olympique Lyon (2021-2023), US Salernitana (2024) und zuletzt für den österreichischen Verein LASK. Dort wurde sein Vertrag am 19. August in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst .
Tränen, Trauer und Unmut: Die emotionalsten Abschiede beim FC Bayern München Am 23. Mai 2015 absolvierte Bastian Schweinsteiger gegen Mainz 05 sein letztes Pflichtspiel für den FC Bayern. Es war gleichzeitig sein 500. Bundesligaspiel. © IMAGO / photoarena/Eisenhuth Rund drei Jahre später wurde Schweinsteiger dann auch mit einem offiziellen Abschiedsspiel verabschiedet. In einem Freundschaftsspiel trat der FCB gegen Schweinsteigers damaliges Team Chicago Fire an. © Philippe Ruiz Gleich mehrere Bayern-Abschiede erlebte Claudio Pizarro. Der Peruaner verließ den FCB 2007 nach sechs Jahren in Richtung FC Chelsea. Nach einem Zwischenstopp in Bremen kehrte er 2012 zum FC Bayern zurück. © IMAGO / Lackovic
2015 war dann aber endgültig Schluss. Nach mehr als 200 Spielen und 87 Toren sagte Pizarro den Bayern-Fans „adios“. © IMAGO / MIS 2017 gab es einen weiteren emotionalen Bayern-Abschied. Kapitän Philipp Lahm beendete seine Karriere beim deutschen Rekordmeister. 2017 gab es einen weiteren emotionalen Bayern-Abschied. Kapitän Philipp Lahm beendete seine Karriere beim deutschen Rekordmeister. © IMAGO/Zoonar.com/Joachim Hahne Der Weltmeister von 2014 verabschiedete sich auch beim FCB mit einem Titel. Mit seiner Mannschaft sicherte er sich die Deutsche Meisterschaft. Es war die achte Meisterschaft seiner Karriere. Der Weltmeister von 2014 verabschiedete sich auch beim FCB mit einem Titel. Mit seiner Mannschaft sicherte er sich die Deutsche Meisterschaft. Es war die achte Meisterschaft seiner Karriere. © IMAGO/Zoonar.com/Joachim Hahne Mit seinem Abschied war Lahm an diesem Tag nicht alleine. Auch Xabi Alonso sagte dem Rekordmeister an diesem Tag Lebewohl. Mit seinem Abschied war Lahm an diesem Tag nicht alleine. Auch Xabi Alonso sagte dem Rekordmeister an diesem Tag Lebewohl. © photoarena / Thomas Eisenhuth Gemeinsam gewannen die beiden Weltstars beim FCB drei Meisterschaften, den DFB-Pokal und den Supercup. Zwei grandiose Karrieren, die ein gemeinsames Ende fanden. Gemeinsam gewannen die beiden Weltstars beim FCB drei Meisterschaften, den DFB-Pokal und den Supercup. Zwei grandiose Karrieren, die ein gemeinsames Ende fanden. © photoarena / Thomas Eisenhuth Ein Abschied, der zu Tränen rührte. 2019 war nach 12 Jahren beim FCB für Franck Ribéry Schluss. Der Franzose wechselte in die Serie A zum AC Florenz. Ein Abschied, der zu Tränen rührte. 2019 war nach 12 Jahren beim FCB für Franck Ribéry Schluss. Der Franzose wechselte in die Serie A zum AC Florenz. © IMAGO / Nordphoto Gemeinsam mit David Alaba bildete der Flügelspieler auf der linken Seite ein europaweit gefürchtetes Duo. Der Abschied des Fanlieblings war daher besonders emotional. Gemeinsam mit David Alaba bildete der Flügelspieler auf der linken Seite ein europaweit gefürchtetes Duo. Der Abschied des Fanlieblings war daher besonders emotional. © Imago/photoarena / Thomas Eisenhuth Vor allem auch, weil am selben Tag eine weitere Bayern-Legende in den Ruhestand ging. Arjen Robben verabschiedete sich damals in den vorübergehenden Ruhestand. Vor allem auch, weil am selben Tag eine weitere Bayern-Legende in den Ruhestand ging. Arjen Robben verabschiedete sich damals in den vorübergehenden Ruhestand. © Imago/ photoarena / Thomas Eisenhuth Robben war genau wie Ribéry eine Identifikationsfigur der Münchener. Unvergessen: Sein Siegtor im Champions-League-Finale 2013 gegen den BVB. Robben war genau wie Ribéry eine Identifikationsfigur der Münchener. Unvergessen: Sein Siegtor im Champions-League-Finale 2013 gegen den BVB. © Imago/ photoarena / Thomas Eisenhuth Aller guten Dinge sind drei: Mit Rafinha wurde am selben tag noch ein weiterer Akteur offiziell verabschiedet. Der Brasilianer lief von 2011 bis 2019 für den FCB auf. Aller guten Dinge sind drei: Mit Rafinha wurde am selben Tag noch ein weiterer Akteur offiziell verabschiedet. Der Brasilianer lief von 2011 bis 2019 für den FCB auf. © IMAGO / Bernd Müller Besonders traurig: Rafinha kam bei seinem letzten Spiel nicht zum Einsatz, saß 90 Minuten nur auf der Bank. Eine harte Entscheidung des damaligen Trainers Niko Kovac. Besonders traurig: Rafinha kam bei seinem letzten Spiel nicht zum Einsatz, saß 90 Minuten nur auf der Bank. Eine harte Entscheidung des damaligen Trainers Niko Kovac. © IMAGO / photoarena/Eisenhuth 2021 sagte ein weiteres Bayern-Urgestein Adieu. Nach 13 Jahren und unzähligen Titeln zog es David Alaba zu Real Madrid. 2021 sagte ein weiteres Bayern-Urgestein Adieu. Nach 13 Jahren und unzähligen Titeln zog es David Alaba zu Real Madrid. © Frank Hoermann / SVEN SIMON Alaba konnte sich zwar mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft vom Rekordmeister verabschieden. Allerdings musste diese vor leeren Corona-Rängen gefeiert werden. Vor leeren Corona-Rängen konnte sich auch Alaba mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft vom Rekordmeister verabschieden. © Imago/ Frank Hoermann / SVEN SIMON Das gleiche Schicksal ereilte Jérôme Boateng und Javi Martinez. Der langjährige deutsche Nationalspieler und der Spanier wurden ebenfalls ohne Zuschauer verabschiedet. Das gleiche Schicksal ereilte Jérôme Boateng und Javi Martinez. Der langjährige deutsche Nationalspieler und der Spanier wurden ebenfalls ohne Zuschauer verabschiedet. © IMAGO / Poolfoto
Der Gewinn der Meisterschaft dürfte ihnen aber wohl dennoch Trost gespendet haben. Javi Martinez sagte bei seiner Verabschiedung: „Ich habe diesen Verein gelebt, immer alles für ihn gegeben.“ Der Gewinn der Meisterschaft dürfte ihnen aber wohl dennoch Trost gespendet haben. Javi Martinez sagte bei seiner Verabschiedung: „Ich habe diesen Verein gelebt, immer alles für ihn gegeben.“ © IMAGO / Sven Simon Einen etwas unrühmlicheren Abschied erlebte Robert Lewandowski. Am 14. Mai 2022 stand er das letzte mal für den FC Bayern auf dem Platz. Nach dem Spiel sagte er: „Es ist gut möglich, dass das mein letztes Spiel für die Bayern war.“ Einen etwas unrühmlicheren Abschied erlebte Robert Lewandowski. Am 14. Mai 2022 stand er das letzte mal für den FC Bayern auf dem Platz. Nach dem Spiel sagte er: „Es ist gut möglich, dass das mein letztes Spiel für die Bayern war.“ © IMAGO/Teresa Kröger Wenige Wochen später verkündete er dann: „Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei.“ Das sorgte für Spannungen mit der Vereinsführung. Lewandowski wechselte daraufhin zum FC Barcelona. Wenige Wochen später verkündete er dann: „Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei.“ Das sorgte für Spannungen mit der Vereinsführung. Lewandowski wechselte daraufhin zum FC Barcelona. © IMAGO/Alexander Pohl Trotz seiner immer seltener werdenden Auftritte auf dem Rasen stand Boateng in den vergangenen Jahren weiterhin in den Schlagzeilen. Seine inzwischen verstorbene Ex-Freundin Kasia Lenhardt hatte Boateng Körperverletzung vorgeworfen. Das Verfahren streckte sich über mehrere Jahre, bis es im Frühjahr dieses Jahres endgültig eingestellt wurde . (mbo)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Harald Dostal