FCB-Schock nach schwerer Musiala-Verletzung

Klub-WM: Bayern erhebt massive Vorwürfe nach Viertelfinalaus

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Die schwere Verletzung von Jamal Musiala hat das Aus des FC Bayern im Viertelfinale der Klub-WM gegen PSG überschattet, aber auch eingeleitet. Die Münchner Stimmen dazu.

Atlanta/München – Es lief die Nachspielzeit der ersten Hälfte im Viertelfinale der Klub-WM zwischen dem FC Bayern und CL-Sieger PSG, kurz zuvor war der sicherlich nicht unverdienten Führung des deutschen Rekordmeisters nach einem Kopfball von Dayot Upamecano die Anerkennung wegen einer Abseitsstellung verwehrt worden. Michael Olise nahm Tempo über rechts auf und steckte in den Strafraum durch. Weil aber der früh für den angeschlagenen Josip Stanišić eingewechselte Sacha Boey verharrte anstatt durchzulaufen, ging Jamal Musiala nach. PSG-Verteidiger Willian Pacho schirmte den Ball ab, während Gianluigi Donnarumma aus seinem Tor lief und sich auf das Spielgerät und den Unterschenkel des Bayern-Technikers warf.

Jamal Musialas Weg zur 10: Die entscheidenden Momente seiner Karriere

 Der entscheidende Transfer
Mit nur 16 Jahren wagte Musiala den mutigen Schritt von Chelsea zum FC Bayern München für 200.000 Euro Ablöse. Eine strategische Familienentscheidung, die den Grundstein für seinen kometenhaften Aufstieg legte. © imago images/Eibner
Profidebüt & erste Rekorde
Am 20. Juni 2020 wurde Musiala mit 17 Jahren und 115 Tagen zum jüngsten Bundesliga-Spieler der Bayern-Geschichte. Sein Debüt gegen Freiburg war der offizielle Eintritt in die Geschichtsbücher des Vereins. © imago images/kolbert-press
Das erste Tor, der erste Rekord
Beim 8:0-Kantersieg gegen Schalke erzielte Musiala sein erstes Bundesligator und pulverisierte mit 17 Jahren und 205 Tagen den 20 Jahre alten Rekord von Roque Santa Cruz. Der Beweis, dass aus dem Talent eine sofortige Bedrohung für jeden Gegner geworden war. © imago images/MIS
Der erste Start in der Champions League
Am 1. Dezember 2020 vertraute Hansi Flick dem 17-jährigen Musiala einen Startelfeinsatz gegen Atlético Madrid an. Ein gewaltiger Vertrauensbeweis in einem der schwierigsten Auswärtsspiele Europas. © imago images/Agencia EFE
Die Weggabelung einer Karriere
Am 24. Februar 2021 entschied sich Musiala nach intensivem Werben für die deutsche Nationalmannschaft statt England. Eine Bauchgefühl-Entscheidung, die sein internationales Vermächtnis definierte, bevor es richtig begonnen hatte. © IMAGO/Kessler-Sportfotografie
Ein europäischer Meilenstein
Mit seinem Tor gegen Lazio Rom wurde Musiala mit 17 Jahren und 363 Tagen zum jüngsten Champions-League-Torschützen der Bayern-Geschichte. Seine Ankunft auf der Weltbühne vor globalem Publikum. © imago images/LaPresse
Debüt bei einem großen Turnier
Bei der EURO 2020 wurde Musiala mit 18 Jahren und 117 Tagen zum jüngsten deutschen Spieler bei einem großen Turnier. Sein entscheidendes Dribbling gegen Ungarn rettete Deutschland ins Achtelfinale. © imago images/Eibner
Das erste Länderspieltor
Am 11. Oktober 2021 erzielte Musiala sein erstes Tor für Deutschland gegen Nordmazedonien. Mit 18 Jahren und 227 Tagen wurde er zum zweitjüngsten Torschützen der DFB-Geschichte. © imago images/Matthias Koch
Das entscheidende Tor im Klassiker
Musialas Treffer zum 3:1 gegen Borussia Dortmund am 23. April 2022 war mehr als nur ein Tor - es war der Moment, der die historische zehnte Meisterschaft in Folge sicherte. In dem Spiel traf ausgerechnet das Gesicht der nächsten Generation. © IMAGO/RHR-Foto
Die Krönung zur 10. Meisterschaft
Nach dem entscheidenden Sieg gegen Dortmund feierte Musiala mit seinen Teamkollegen die historische zehnte deutsche Meisterschaft in Folge. Ein symbolischer Akt der Staffelübergabe, der zeigte, dass die Zukunft des Vereins in ebenso fähigen Händen lag. © IMAGO/Sven Simon
Eine herausragende WM-Leistung
Bei der WM 2022 in Katar war Musiala der überragende deutsche Akteur trotz des Gruppenphasen-Aus. Seine 12 erfolgreichen Dribblings gegen Costa Rica stellten einen Teenager-Rekord bei Weltmeisterschaften auf. © IMAGO/BSR Agency
Deutschlands Nationalspieler des Jahres 2022
2022 wurde Musiala erstmals zu Deutschlands Nationalspieler des Jahres gewählt. Eine frühe Anerkennung seines außergewöhnlichen Talents und seiner wachsenden Bedeutung für die Nationalmannschaft trotz seines jungen Alters. © IMAGO/ActionPictures
Das Meistertor von Köln
In der 89. Minute des letzten Spieltags der Saison 2022/2023 zirkelte Musiala den Ball gegen Köln ins lange Eck und entriss Dortmund die schon sicher geglaubte Meisterschaft. Sein „Aguero-Moment“ - ein Treffer, der in die Ewigkeit eingehen wird. © IMAGO/RHR-Foto
Die dramatischste Meisterfeier
Nach seinem Last-Minute-Siegtor brachen alle Dämme - Musiala feierte mit seinen Teamkollegen die wohl dramatischste Meisterschaft der Bayern-Geschichte. Ein Titel, der in der allerletzten Minute einer chaotischen Saison gerettet wurde und ihn bei den Fans unsterblich machte. © IMAGO/Eibner
Anerkennung unter Gleichaltrigen
2023 wurde Musiala sowohl bei der Kopa Trophy als auch beim Golden Boy Award Zweiter hinter Jude Bellingham. Die formelle Anerkennung als einer der beiden besten jungen Fußballer der Welt. © IMAGO/Xinhua
Der erste Hattrick bei den Profis
Beim 4:0-Pokalsieg gegen Mainz erzielte Musiala am 30. Oktober 2024 seinen ersten Profi-Hattrick. Der Beweis seiner Entwicklung zu einer rücksichtslosen und dominanten Tormaschine. © IMAGO/HJS
Der Star der EURO 2024 - Auf dem Platz
Bei der Heim-EM 2024 dominierte Musiala mit drei entscheidenden Toren gegen Schottland, Ungarn und Dänemark die deutsche Offensive. Er trug die Hoffnungen einer ganzen Nation auf seinen Schultern und lieferte spektakulär ab. © IMAGO/Moritz Müller
Der Goldene Schuh - Die Krönung
Als einer der Torschützenkönige der EURO 2024 erhielt Musiala den Goldenen Schuh und wurde damit offiziell als bester Torjäger des Turniers ausgezeichnet. Die persönliche Wiedergutmachung nach der WM-Enttäuschung von 2022 war perfekt. © IMAGO/Sven Simon
Der Distanz-Donnerschlag
Im Spiel gegen St. Pauli 2024 offenbarte Musiala eine neue Waffe mit einem brutalen 25-Meter-Schuss an die Unterkante der Latte. Der greifbare Beweis seiner kontinuierlichen Entwicklung zu einem noch kompletteren Torjäger. © IMAGO/Lobeca
Deutschlands Nationalspieler des Jahres 2024
2024 erhielt Musiala erneut die Auszeichnung als Deutschlands Nationalspieler des Jahres nach seiner herausragenden EURO-Leistung im eigenen Land. Die Bestätigung seiner Rolle als unumstrittener Fahnenträger und bester deutscher Fußballer seiner Generation. © IMAGO/Laci Perenyi
Der neue Vertrag
Am 14. Februar 2025 unterschrieb Musiala einen Vertrag bis 2030 mit 25 Millionen Euro Jahresgehalt und 175 Millionen Euro Ausstiegsklausel. Die Krönung zum unantastbaren Eckpfeiler des FC Bayern für das nächste Jahrzehnt. © IMAGO/Sven Simon
Hattrick auf der Weltbühne
Bei der FIFA Klub-WM 2025 erzielte Musiala einen Hattrick gegen Auckland City und erreichte seine persönliche Bestmarke von 20 Saisontoren. Ein weiterer Baustein seiner internationalen Marke auf globaler FIFA-Bühne. © IMAGO/Agencia EFE
Triumph bei der Klub-WM
Nach dem dominanten 10:0-Sieg gegen Auckland City feierten Musiala und seine Bayern-Teamkollegen den perfekten Start in die neu formatierte FIFA Klub-Weltmeisterschaft. Ein Moment des kollektiven Triumphs auf der größten Klubbühne der Welt. © IMAGO/Beautiful Sports
Das Erbe einer Ikone
Im Juli 2025 übernahm Musiala die legendäre Rückennummer 10 beim FC Bayern München, die zuvor von Ikonen wie Arjen Robben und Lothar Matthäus getragen wurde. Die ultimative Bestätigung seines Status als kreativer Herzschlag und unumstrittener Talisman der Mannschaft - ein Mantel der Verantwortung, den nur die größten Bayern-Legenden trugen. © FC Bayern
Die Reifung zum Anführer
Um 2025 herum ist Musialas Transformation vom Wunderkind zum unumstrittenen Anführer abgeschlossen. Er spricht offen davon, „eine Ära beim FC Bayern prägen“ zu wollen - die Sprache eines wahren Führungsspielers. © IMAGO/Sven Simon

Musiala droht ein monatelanger Ausfall

Dieser verletzte sich in der Szene schwer, in einer ersten Stellungnahme ist von einem Wadenbeinbruch und mehreren lädierten Bändern die Rede. Ein Ausfall bis zum Jahresende droht. Dem TV-Zuschauer auf SAT1 wurde eine exakte Betrachtung bzw. Wiederholung der Szene verwehrt, weil sie so brutal aussah. Nach der Partie äußerten sich die Bayern zum Geschehenen.

„Es ist tragisch“, meinte Max Eberl, Musiala sei „extrem geknickt, extrem traurig [...] Wir lieben ihn für seine Spielfreude, jetzt so ein Nackenschlag - das ist für ihn extrem schwierig, aber wir sind für ihn da als Familie.“

Keine Rücksichtnahme - keine Vorwürfe, oder doch?

Donnarumma wollte der FCB-Sportvorstand „nullkommanull Absicht“ unterstellen, „aber er hat keine Rücksicht genommen. Wenn ich mit 100 Kilo und im Sprint auf den Unterschenkel draufspringe... Kein Vorwurf, aber das Risiko geht er ein, in einer Intensität.“ Trotz Dementi natürlich ein heftiger Vorwurf in Richtung des italienischen Nationalkeepers, der vor ein paar Monaten noch beim legendären Eckentor in der Nations League von Musiala düpiert worden war.

Auch FCB-Kapitän Manuel Neuer übte in der Mixed-Zone nach dem Spiel Kritik an seinem Gegenüber im PSG-Tor: „Bei Jamal ist es eine Situation, wo man das Risiko in Kauf nimmt. Eine Situation, wo man glaube ich, nicht so hineingehen muss. Aber gut, wir drücken ihm die Daumen, dass es nicht so schwer ist, aber sie wird mit Sicherheit schwer sein. Da so reinzuspringen, ist schon risikofreudig. Da nimmt man die Verletzung des Gegenspielers einfach in Kauf. Und danach passiert auch nichts.“

Schwer verletzter Jamal Musiala nach Donnarummas Rücksichtslosigkeit.

Bayerische Emotionen: Sache des Respekts, Wut, Spieler sind keine Roboter

Neuer gefiel zudem nicht das Verhalten des PSG-Keepers unmittelbar nach der Szene. Deshalb habe er Donnarumma noch auf dem Feld zur Rede gestellt: „Ich bin dann zu ihm hingegangen: ‚Willst du nicht mal eben hingehen?‘ Der Jamal liegt da, der wird sehr wahrscheinlich im Krankenhaus jetzt bleiben, ich finde, es gehört sich schon aus Respekt hinzugehen, ihm alles Gute zu wünschen und ein kleines Sorry dazulassen.´ Daraufhin ist er dann auch zu Jamal gegangen.“

Auch FCB-Coach Vincent Kompany äußerte sich nach der Partie zu seinen diesbezüglichen Emotionen: „Es war hart. Ich war selten so wütend in der Halbzeitpause. Es gibt viele Dinge im Leben, die wichtig sind, viel wichtiger, aber für diese Jungs ist es ihr Leben. Jemand wie Jamal lebt dafür, und er ist von einem Rückschlag zurückgekommen und dann passiert es so, wie es passiert. Man fühlt sich machtlos.“ Der stets feinfühlige Belgier nahm den Namen Donnarumma zwar nicht in den Mund, aber man kann ihn durchaus zwischen den Zeilen lesen.

Ein ähnliches Gefühl beschrieb auch Thomas Müller, für den es der letzte Auftritt im Bayern-Trikot war, bei DAZN: „Du versuchst dann, die Gedanken auf das Spiel zu lenken, hast dann aber in der Halbzeit die Momente, wo du dir schwertust, stabil bei der Sache zu bleiben. Es ist ja nicht nur so, dass wir wie Roboter nebeneinander leben, sondern wir haben auch persönliche Beziehungen.“ Gerade Musiala habe „in den letzten Monaten einen harten Leidensweg hinter sich“, fühlte der 35-Jährige mit seinem 13 Jahre jüngeren Teamkollegen mit.

Rücksichtsloses Verhalten bleibt ohne Folgen für den „Täter“

Nach dem Spiel meldete sich Gianluigi Donnarumma auf Instagram zu der Szene: „Alle meine Gebete und besten Wünsche sind bei dir, Jamal Musiala.“ Dazu teilte Donnarumma ein Bild von sich, wie er mit der Hand vor dem Gesicht mit zwei PSG-Betreuern vom Platz geht.

Max Eberl bemerkt natürlich völlig richtig, dass der Italiener „nullkommanull Absicht“ hatte, Musiala derart schwer zu verletzen. Dennoch muss sich dieser den Vorwurf gefallen lassen, völlig ohne Rücksicht auf Verluste in eine Szene ohne wirkliche Torgefahr gegangen zu sein, die ein derartiges Handeln nicht ansatzweise gebraucht hätte. Und zwar so brutal und rücksichtslos, dass das deutsche Fernsehen dazu keine Bilder mehr zeigen wollte. Warum es dafür allerdings keine Sanktionen - Elfmeter, Farbe der Karte offen - gegeben hatte, lag nicht nur an Schiedsrichter Anthony Taylor, sondern auch an den teilweise fragwürdigen Fußballregeln.

Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com

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Rubriklistenbild: © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg

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