Schon 14 Torvorlagen

Gegnerische Trainer verzweifeln an „Signature Move“ von BVB-Star

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Lange tut sich der BVB gegen Wolfsburg schwer, bis Pascal Groß den Lieblingstrick auspackt. Seine Vorarbeit für Serhou Guirassy ist ein Augenschmaus.

Dortmund – Borussia Dortmund darf mehr denn je auf ein Happyend in der Bundesliga hoffen!

Nach dem 4:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg am Samstagabend sind die Daumen beim BVB für Bayer Leverkusen gedrückt, das am Sonntag den SC Freiburg bezwingen muss, um den Schwarzgelben vor den beiden letzten Saisonspielen zu Platz vier zu verhelfen.

Die eigenen Hausaufgaben erledigte der BVB gegen die Wölfe dabei lange Zeit eher wie das sprichwörtliche gute Pferd, das nicht höher springt, als es muss – nach dem frühen 1:0 durch Serhou Guirassy (3. Minute) boten beide Teams Magerkost. Das änderte sich erst in der letzten halben Stunde, in der Dortmund der Spielfreude freien Lauf ließ.

Den Auftakt bot Pascal Groß mit seinem „Signature Move“, der eigentlich niemanden mehr überraschen sollte.

Pascal Groß servierte Serhou Guirassy die Vorentscheidung beim BVB-Sieg gegen Wolfsburg.

Dortmund-Leader Groß: „Den Trick mache ich, seit ich ein kleiner Junge bin“

Bei Brighton & Hove Albion in England, wo Groß ein regelrechter Kultspieler wurde, haben sie den Trick sogar nach dem Routinier benannt. Eigentlich gebührt die Ehre dem früheren niederländischen Weltstar Johan Cruyff, der den sogenannten „Cruyff-Turn“ populär gemacht hat.

Dabei täuscht Groß einen Schuss oder eine Flanke an, zieht dann aber den Ball geschickt hinter seinem Standbein nach rechts oder links. Bei Brighton wurde daraus der „Groß-Turn“, der auch beim BVB prächtig funktioniert. Gegen Wolfsburg legte der 33-Jährige so das vorentscheidende 2:0 von Serhou Guirassy mustergültig auf.

„Wenn man nicht der Schnellste ist, muss man sich irgendwie Zeit verschaffen“, sagte Groß am Samstag mit einem Schmunzeln beim TV-Sender Sky. „Mit der Finte verschaffe ich mir oft einen Meter, wo ich flanken, schießen oder einen Pass spielen kann. Den Trick mache ich, seit ich ein kleiner Junge bin.“

BVB-Star Groß lässt Wölfe-Trainer Hasenhüttl hadern

In der Tat ist bemerkenswert, dass sich Gegenspieler immer noch von Groß überrumpeln lassen. Dessen Beidfüßigkeit und Vorliebe für den Trick sollten in der Video-Analyse vor jedem Duell mit dem BVB offensichtlich werden. Dahingehend haderte auch Wolfsburg-Coach Ralph Hasenhüttl am Samstag. Immerhin hat der Österreicher Groß einst selbst trainiert.

„Den Trick kenne ich schon aus Ingolstädter Zeiten, den macht er seit zehn Jahren. Dass er damit zwei Spieler austanzt, ist natürlich ein No-Go. Ich habe es den Spielern vor dem Spiel noch gesagt, dass es kommt“, ärgerte sich Hasenhüttl.

Gleichzeitig erkannte der Wölfe-Coach auch an, dass der Groß-Turn schwer zu verteidigen ist. „Er macht es natürlich auch gut. Und Guirassy macht es überragend“, konzedierte Hasenhüttl zum 2:0. Lothar Matthäus formulierte es plakativer und bezeichnete die Vorlage von Groß als „absolute Weltklasse“.

Dusche, Tankstelle, Küche: Die skurrilsten Verletzungen im Profifußball

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Nathan Ngoumou wird vorerst nicht mehr für Borussia Mönchengladbach spielen
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Für Manuel Neuer hatte das Champions-League-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen im März 2025 bittere Konsequenzen. Der Torhüter des FC Bayern erlitt beim Torjubel einen Muskelfaserriss. © IMAGO/Philippe Ruiz
Xabi Alonso gewann 2010 mit Spanien die Weltmeisterschaft in Südafrika
Auf dem Platz konnte man Xabi Alonso wenig anhaben, dafür war die Dusche sein größter Feind. In der Vorbereitung auf das WM-Halbfinale 2010 erlitt Alonso eine tiefe Wunde im Knie, weil die Glasscheibe der Dusche plötzlich brach. Der Cut wurde in der Mannschaftskabine zugenäht, der Mittelfeldspieler stand gegen Deutschland daher auf dem Rasen. © IMAGO / Fotoarena
Charles Akonnor spielte von 1998 bis 2004 für den VfL Wolfsburg
Im Jahr 2001 rammte sich Charles Akonnor, damals für den VfL Wolfsburg tätig, versehentlich seine Auto-Antenne in die Nase. Weil das blutstillende Mittel auf der Dopingliste stand, wurde er für drei Spiele gesperrt.  © IMAGO / Contrast
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Kevin Trapp galt noch als Talent, da hatte er 2013 beim Werbedreh der deutschen U21-Nationalmannschaft großes Pech. Trapp war ausgerutscht, weil er laut dem damaligen Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen mit Stollenschuhen auf einem glatten Steinboden unterwegs war. Später einigten sich die SGE und der DFB auf eine Entschädigungszahlung. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
Santiago Cañizares vom FC Valencia diskutiert mit einem Verantwortlichen
Santiago Cañizares wollte sich im Mai 2002 für ein Abendessen mit der spanischen Nationalmannschaft frisch machen, als ihm das Parfüm im Badezimmer auf den Boden fiel und eine Sehne durchtrennte. Damit war die WM in Japan und Südkorea für den Torhüter gelaufen – und ein gewisser Iker Casillas rückte zwischen die Pfosten. © IMAGO / Claus Bergmann
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Der ehemalige walisische Nationalspieler Darren Barnard musste aufgrund einer Knieverletzung für fünf Monate pausieren, weil er in der Küche in einer Urinpfütze eines Hundewelpens ausrutschte. © IMAGO / Colorsport
Martin Palermo spielte in seiner Karriere auch für die Boca Juniors
Martín Palermo verletzte sich ausgerechnet nach dem größten Erfolg eines Stürmers. Als der Argentinier in Diensten des FC Villarreal ein Tor bejubelte, stürzte die Werbebande ein. Palermo erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch. © IMAGO / Gribaudi / ImagePhoto
Logan Bailly spielte zweieinhalb Jahre für Borussia Mönchengladbach
Logan Bailly erlitt während seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach einen Mittelfußbruch. Schuld war eine mobile Klimaanlage, die beim Transport aus seinen Händen glitt und auf seinen Fuß fiel. © IMAGO / Ulmer
Adam Nemec spielte 2011 auch für die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern
Als Adam Nemec dem 1. FC Kaiserslautern im Jahr 2011 für drei Monate fehlte, war ausgerechnet sein Kirschbaum schuld. Der Stürmer kletterte auf diesen hoch, fiel runter – und brach sich sowohl zwei Brustwirbel als auch das Schlüsselbein. © IMAGO / Revierfoto
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In der Sturmspitze war Robbie Keane treffsicher, doch auf dem heimischen Sofa stellte er sich mit seinem Fuß ungeschickter an. Als er mit diesem die TV-Fernbedienung bedienen wollte, zog sich der Ire einen Bänderriss im Knie zu. © IMAGO / Colorsport
Markus Pröll hütete bis 2010 das Tor von Eintracht Frankfurt
Bei einem Testspiel mit Eintracht Frankfurt im Jahr 2009 stolperte der damalige Torhüter Markus Pröll nicht über seine eigenen Füße, sondern über ein kleines Mädchen. Das Resultat: eine Schultereckgelenksprengung. © IMAGO / Jan Huebner
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Als seine Karriere beim VfL Wolfsburg Fahrt aufnehmen sollte, spielte ein Pferd dem damaligen Abwehrtalent Bjarne Thoelke einen Streich. Der heutige Innenverteidiger des 1. FC Saarbrücken erlitt einen Kahnbeinbruch, weil ein Pferd auf dem Bauernhof seiner Eltern während der Stallarbeit austrat. © IMAGO / Joachim Sielski
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Daniel Bierofka wird von den Spielern von 1860 München gefeiert
Als Daniel Bierofka noch Spieler von 1860 München war, prallte er in einem Testspiel gegen den VfR Aalen mit Schiedsrichter Robert Hartmann zusammen. Die Diagnose: Nasenbeinbruch. © IMAGO / Sven Simon
Nicolai Müller erlitt am 1. Spieltag der Saison 2017/18 einen Kreuzbandriss
Nicolai Müller wollte in der Saison 2017/18 mit dem Hamburger SV angreifen. Am ersten Bundesliga-Spieltag erzielte er schon in der achten Minute den Siegtreffer gegen den FC Augsburg – und erlitt beim Jubel einen Kreuzbandriss. © IMAGO / Oliver Ruhnke
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Beim FC Valencia fehlte Éver Banega in der Schlussphase der Saison 2011/12 wegen eines Knöchelbruchs. Schuld war das Auto des Argentiniers, das an der Tankstelle über seinen Fuß rollte – weil er die Handbremse nicht gezogen hatte. © IMAGO / ULMER
Stefan Kuntz ist 1991 mit Kaiserslautern deutscher Meister geworden
Als der 1. FC Kaiserslautern am 7. September 1991 gegen den FC Bayern spielte, fehlte Stefan Kuntz (l.) plötzlich. Der damalige Stürmer knickte beim Verlassen des Mannschaftsbusses um und erlitt einen dreifachen Bänderriss.  © IMAGO/ HORSTMUELLER GmbH
Marko Arnautovic geht heute für Inter Mailand auf Torejagd
Marko Arnautović hat bei Werder Bremen mehrfach für Aufruhr gesorgt. So auch im März 2012, als er wegen eines Innenbandrisses im Knie wochenlang fehlte – weil er mit seinem Hund spielte und im Rasen hängengeblieben war. © IMAGO / Marco Canoniero

BVB will „retten, was noch zu retten ist“

Der Nationalspieler steht damit inzwischen bei 14 Torvorlagen in seiner ersten BVB-Saison, die eher schleppend angelaufen war. Unter Ex-Trainer Nuri Şahin wurde ihm die eigene Vielseitigkeit ein Stück weit zum Verhängnis, bisweilen musste Groß als Rechtsverteidiger aushelfen. Unter Niko Kovač gehört der Allrounder mit einer klar definierten und offensiven Rolle zu den großen Gewinnern.

Qua seiner Erfahrung gehört er auch zu den Führungskräften des BVB. Nach dem in der Höhe etwas schmeichelhaften Sieg gegen Wolfsburg trat Groß so auch auf die Euphoriebremse. „Es war teilweise sehr schwach von uns. Ich bin oft heimgefahren und habe gedacht, ‚das kann doch nicht wahr sein‘. Wir probieren zu retten, was noch zu retten ist. So ehrlich muss man sein, dass wir dem Anspruch oft hinterhergelaufen sind.“

Das Happyend ist wieder möglich, auch dank Pascal Groß. Aber es liegt nach wie vor nicht in der eigenen Hand des BVB, der für Platz vier auf mindestens einen Stolperer des SC Freiburg angewiesen ist.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON

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