Bayern-Boss Eberl bei Wirtz-Finanzierung gefordert
VonManuel Bonke
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Philipp Kessler
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Ein Transfer von Florian Wirtz würde dem FC Bayern viel Geld kosten. Mit hohen Verkaufserlösen ist nicht zu rechnen, dafür ist bei der Klub-WM einiges zu verdienen.
München - Als sich der Aufsichtsrat des FC Bayern vor knapp zwei Wochen zu seiner turnusgemäßen Sitzung traf, musste Max Eberl den Anwesenden seinen Finanzplan für den anstehenden Transfersommer präsentieren. Generell wünschen sich Aufsichtsräte in Zeiten des schrumpfenden Festgeldkontos eine stabilere Finanzlage und Einsparungen von 20 Prozent – zumal die Finanzierung des anvisierten Transfers von Florian Wirtz einen finanziellen Kraftakt darstellt.
Bayern-Boss Eberl bei Wirtz-Finanzierung gefordert
Im Hintergrund wird bereits eifrig die Finanzierung des Nationalspielers durchkalkuliert. Wenn es nach Ehrenpräsident Uli Hoeneß geht – der im Verborgenen gemeinsam mit Karl-Heinz Rummenigge die Strippen im Wirtz-Poker zieht – soll der Wechsel noch im Mai final eingetütet werden. Die Münchner Verantwortlichen wissen, dass Bayer Leverkusen eine Ablösesumme von mindestens 120 Millionen Euro vorschwebt. Darüber hinaus muss das Jahresgehalt von geschätzt 20 Millionen Euro gestemmt werden. Das Gesamt-Volumen des Transfers kann also locker die 250-Millionen-Marke sprengen. Eine unglaubliche Summe.
Daher fahren die Münchner beim Finanzierungsmodell zweigleisig: Einerseits muss Sportvorstand Eberl durch Spielerverkäufe Einnahmen generieren. Potenzielle Wechsel-Kandidaten sind Joao Palhinha, dessen Marktwert auf 40 Millionen Euro taxiert wird von dem sich die Verantwortlichen Einnahmen in Höhe von 30 Millionen Euro erhoffen. Sacha Boey könnte die Bayern ebenfalls verlassen, ein realistischer Verkaufspreise liegt im knapp zweistelligen Millionenbereich. An Bryan Zaragoza, der aktuell an Osasuna verliehen ist, soll Villarreal Interesse zeigen. Der Spanier liegt in einer ähnlichen Preisklasse wie Boey.
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Bayern-Boss Eberl muss sich bei Spielerverkäufen anstrengen
Große Einnahme-Hoffnungen hatten Eberl und Sportdirektor Christoph Freund in Tottenham-Leihgabe Mathys Tel gesetzt. Würde der frisch gebackene Europa-League-Sieger die Kaufklausel ziehen, wären um die 50 Millionen Euro fällig. Angesichts der geringen Spielzeit des Franzosen scheint das jedoch unrealistisch.
Bei den restlichen verliehenen Spielern mit Verkaufspotenzial wie Frans Krätzig (aktuell Heidenheim), Arijon Ibrahimovic (Lazio Rom), Armindo Sieb (Mainz) gilt das Motto: Kleinvieh macht auch Mist. Realistisch gesehen wird der deutsche Rekordmeister in diesem Sommer Verkaufserlöse von maximal 60 Millionen Euro erzielen. Damit wäre gerade einmal die Hälfte der Wirtz-Ablöse refinanziert.
Da kommt den Bayern die Klub-WM in den USA freilich gerade recht. Alleine für die Teilnahme erhält der deutsche Vorzeigeverein 30 Millionen Dollar, je weiter die Münchner im Turnier kommen, desto mehr Geld winkt: Achtelfinale: 8,5 Millionen, Viertelfinale: 13,1 Millionen, Halbfinale: 21 Millionen, Finale (verloren): 30 Millionen, Finale (gewonnen): 40 Millionen. Sollte die Mannschaft von Cheftrainer Vincent Kompany den Wettbewerb tatsächlich gewinnen, werden von der FIFA umgerechnet ungefähr 99 Millionen Euro auf das Konto des Rekordmeisters überwiesen. Eine ähnlich hohe Summe konnte das bayerische Star-Ensemble durch die UEFA-Prämien der vergangenen Champions-League-Saison einspielen – nämlich 105 Millionen Euro.
Dank der lukrativen Klub-Wettbewerbe mit Gesamt-Einnahmen von knapp 205 Millionen scheint die Wirtz-Finanzierung realistischer – nun kommt es nur noch auf das Verkaufstalent von Eberl an. Manuel Bonke, Philipp Kessler