Änderung zur neuen Saison

Geplante Regeländerung stößt auf Widerstand bei Biathlon-Elite – Verband plant Gespräche

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Die vorgesehene Änderung der Internationalen Biathlon-Union löst Unzufriedenheit unter den Sportlern aus. Die prominenten Athleten initiieren sogar eine Petition.

München – Mit Beginn der neuen Biathlon-Saison am 30. November steht den Athleten eine bedeutende Änderung bevor. Die Internationale Biathlon-Union (IBU) plant, die Startzeiten der Top 15 des Gesamtweltcups nicht mehr selbst wählen zu lassen. Stattdessen sollen diese Athleten fest in der dritten von vier Startgruppen eingeteilt werden. Diese Maßnahme soll die Spannung für TV-Zuschauer länger aufrechterhalten, da bisher viele Top-Athleten aufgrund besserer Bedingungen früh starteten.

Biathlon-Stars starten Petition gegen Regeländerung

Diese Neuerung stößt auf erheblichen Widerstand, insbesondere bei den Top-Athleten. Der norwegische Biathlet Vetle Sjåstad Christiansen ist einer der lautstärksten Kritiker. „Sollte der Spitzensport nicht so organisiert werden, dass die besten Athleten die besten Bedingungen erhalten?“, fragte er in einem Interview mit dem norwegischen Rundfunksender NRK.

Die Kritik des Gesamt-Weltcup-Fünften der Vorsaison findet Unterstützung über die Grenzen Norwegens hinaus. Athleten aus Deutschland, Frankreich und Schweden haben sich ebenfalls gegen die neue Regelung ausgesprochen. Eine vom Athletenkomitee initiierte Petition, die darauf abzielt, die Regeländerung zu stoppen, hat breite Unterstützung gefunden.

Die Biathlon-Elite um Vetle Sjastad Christiansen tobt wegen einer geplanten Regeländerung.

Christiansen hinterfragt Sinn der Regeländerung

Die IBU reagierte darauf mit einem Statement. In diesem heißt es: „Die IBU führt derzeit Gespräche mit ihren Stakeholdern, einschließlich des Athletenkomitees, über die Einführung eines neuen Startgruppensystems. Einige Details werden noch geprüft, so dass es verfrüht wäre, über die Ergebnisse der laufenden Gespräche zu sprechen. Die IBU ist zuversichtlich, ein Startgruppensystem einzuführen, das noch spannendere Biathlonwettkämpfe und damit ein noch besseres Erlebnis für die Fans vor dem Fernseher und in den Stadien garantiert und gleichzeitig faire Bedingungen für alle Athleten sicherstellt.“

Ob die Lösung dann wirklich darin liegt die Top-Athleten später starten zu lassen? Christiansen und seine Kollegen sehen das nicht unbedingt so. „Wir waren uns nicht sicher, ob ein Zuschauer, der den Biathlon einschaltet und keinen der besten Athleten von Anfang an sieht, sich die Mühe machen würde, bis zu den Startnummern 60-70-80 zu schauen, bevor der Weltcup-Führende startet. Das hätten wir sicher nicht getan“, hinterfrägt der Norweger die Verbandsentscheidung.

Die Diskussionen zwischen der IBU und den Athleten gehen weiter, während die Sportwelt gespannt auf eine mögliche Lösung wartet, die sowohl die Bedürfnisse der Zuschauer als auch die der Athleten berücksichtigt. Ein anderer Biathlon-Star muss sich derzeit mit ganz anderen Problemen herumschlagen … (kk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/PETTER ARVIDSON

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