Die Kings League ist eine 7-gegen-7-Fußballliga mit besonderen Regeln und Innovationen, die von der Spanien- und Barça-Legende Piqué 2022 in Zusammenarbeit mit anderen Fußballpersönlichkeiten und Internet-Streamern gegründet wurde. Nach den Markteintritten in Spanien, Mexiko, Brasilien und Italien legt die Kings League am 12. April nun offiziell auch in Deutschland los.
Gerard Piqué im Interview über die Kings League Germany
Absolut Fußball, das Fußball-Portal von Home of Sports, hat Gerard Piqué bei einem Launch-Event in Köln zum Interview getroffen und mit ihm über die Kings League, Bastian Schweinsteiger, Hansi Flick und auch Thomas Müller gesprochen.
Gerard, Sie kommen mit der Kings League nach Deutschland und fordern damit auch die Baller League von Lukas Podolski und die Icon League um Toni Kroos heraus. Mit Kroos haben Sie sich früher schon in Spanien oft mit Barça und Real duelliert. Hand aufs Herz: Welches Duell ist schwieriger?
(lacht) Es war schwieriger, sich als Spieler auf dem Platz zu messen. Das war wirklich eine große Herausforderung. Zur Kings League: Dank unserer Erfolge sind andere Ligen nachgekommen. So ist es im Leben. Wenn du etwas machst, das funktioniert, machen es dir andere nach. Ich habe aber ein sehr gutes Verhältnis zu Toni, wir haben uns viel über die Icon und Kings League ausgetauscht. Es ist großartig, dass er nach seiner Karriere als Profi ebenfalls neue Dinge ausprobiert. Ich bin jedenfalls sehr glücklich, mit der Kings League jetzt hier in Deutschland zu starten.
Die Konkurrenzformate ähneln mit ihren Konzepten sehr stark der Kings League. Wie will sich die Kings League in Deutschland von der Baller League und Icon League abheben?
Ich hatte nicht die Gelegenheit, die anderen Ligen zu sehen, weil ich mich sehr darauf konzentriere, bei meinem Projekt innovativ und kreativ zu sein. Ich weiß, dass mein Team verfolgt hat, was sie erschaffen haben. Aber ich kann sagen, dass wir diejenigen sind, die das alles angefangen haben, wir sind das Original!
All diese verrückten und neuen Regeln, der Einbezug der Streamer – das ist, was wir von Anfang an getan haben. Wir haben bereits Stadien in Spanien und Mexiko mit bis zu 90.000 Fans gefüllt. Wo auch immer wir hingehen, versuchen wir, das Gleiche zu machen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass es hier in Deutschland funktioniert und ein großer Erfolg wird.
Nach den Markteintritten in Spanien, Mexiko, Brasilien und Italien ist nun auch Deutschland an der Reihe. Welche strategische Bedeutung hat der deutsche Sport- und Entertainmentmarkt für die Kings League?
Wir wissen, dass Deutschland einen der stärksten Wirtschaftsmärkte der Welt hat. Hier wird Fußball geliebt, es ist wie eine Religion. Gleichzeitig hat Deutschland eine riesige Streaming-Community mit großen Persönlichkeiten. Die Streamer werden zu Eigentümern von Teams und sind wirklich engagiert, erfolgreich zu sein, neue Spieler zu verpflichten und daraus ein Projekt entstehen zu lassen. Durch sie haben wir viele Fans, die bei der Kings League zuschauen. Das ist der Grund, warum wir uns für Deutschland als nächstes Land entschieden haben.
In Italien ist die Kings League eine Partnerschaft mit der Serie A eingegangen. Ist das auch in Deutschland mit der Bundesliga denkbar?
Warum nicht? Wir sind sehr offen dafür! Das sind historische Ligen, da wären wir gerne involviert. Ich weiß, dass wir mit ihnen in Kontakt kommen werden, auch mit anderen Ligen auf der Welt. Am Ende wollen wir diese jungen Leute gemeinsam erreichen.
Bastian Schweinsteiger fungiert als Präsident der Kings League in Deutschland. Warum fiel die Wahl auf ihn?
Er war der Erste, mit dem ich gesprochen habe, und ist der perfekte Typ für diese Rolle. Wir haben Zlatan Ibrahimović in Italien, Kaká in Brasilien und mich in Spanien. Wir wollen in jedem Land Legenden haben, die alles im Fußball erreicht haben. Bastian ist ein Typ mit einer unglaublichen Mentalität, er hat mit Deutschland und dem FC Bayern alles gewonnen. Er will mehr über die Kings League wissen, will wirklich involviert sein – das ist perfekt für uns!
Während Sie als Katalane in Deutschland mit der Kings League erfolgreich sein wollen, arbeitet Hansi Flick gerade beim FC Barcelona daran. Was zeichnet Flick als Trainer aus?
Für mich ist er ein großartiger Trainer, der es sehr gut macht. Barça hat ein sehr junges Team, das noch nicht viel Erfahrung hat. Trotzdem zeigt Flick, dass er mit seiner Mannschaft in Europa gegen die besten Teams gewinnen kann. Hoffentlich können sie sich gegen Borussia Dortmund im Viertelfinale durchsetzen und am Ende sogar Champions-League-Sieger werden.
Wobei es im Halbfinale möglicherweise gegen den FC Bayern ginge …
Wenn man ins Champions-League-Finale will, muss man gegen die besten Teams in Europa bestehen. Bayern ist eines von ihnen. Doch auch Bayern muss erst gegen Inter weiterkommen. Wir stehen im Viertelfinale und über die Zukunft zu sprechen, bringt normalerweise kein Glück.
Champions-League-Sieger seit 1992/93 – bekommen Sie noch alle zusammen?
Zum Abschluss: In Deutschland wird gerade viel über Thomas Müller diskutiert. Sollte er im Sommer beim FC Bayern als Legende seine Karriere beenden, wie Sie es 2022 beim FC Barcelona taten?
Er muss tun, was er fühlt. Am Ende ist jeder Mensch anders, jeder hat andere Interessen und bei jedem geschehen andere Dinge im persönlichen Leben. Vielleicht will er verschiedene Optionen prüfen, vielleicht aber auch seine Karriere beenden – das liegt bei ihm. Er weiß sicher, was er als Nächstes machen will. Ich wünsche ihm nur das Beste, weil er ein toller Typ ist!