Hoeneß-Faust: Kahn lobt Bayern-Patron für „starke Geste“
VonChristoph Klaucke
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Uli Hoeneß taucht beim FC Bayern auf dem Trainingsplatz auf und zeigt Thomas Tuchel die Faust. Boss Oliver Kahn ordnet die Szene ein.
München – Keine Woche vergeht beim FC Bayern München ohne Aufreger. Dieses Mal war der Ehrenpräsident der Hauptdarsteller. Uli Hoeneß gab sich die Ehre und marschierte für ein Vieraugengespräch mit Thomas Tuchel auf den Trainingsplatz. Die Beobachter an der Säbener Straße staunten angesichts dieses Auftritts nicht schlecht. Auch Oliver Kahn war am Mittwoch zugegen, als sich der ungewöhnliche Besuch des Bayern-Patrons abspielte.
Oliver Kahn
Geburtsdatum und -ort:
15. Juni 1969 in Karlsruhe
Als Spieler aktiv für:
Karlsruher SC, FC Bayern München
Aktuelle Position:
Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München
Vorstandsvorsitzender beim FC Bayern seit:
Juli 2021
Kahn ruft nach Hoeneß-Besuch beim FC Bayern „Abteilung Attacke“ aus
Der Vorstandsboss steht in der Kritik und wird in der Öffentlichkeit als Hauptschuldiger für die Krise der Bayern verantwortlich gemacht. Bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am 22. Mai entscheiden acht Männer über die Zukunft von Kahn und Brazzo. Darunter auch Uli Hoeneß, der als Ehrenpräsident noch immer großen Einfluss auf die restlichen Mitglieder hat.
Dass sich Hoeneß vermeintlich wieder ins Tagesgeschäft einmischt und ein eindringliches Gespräch mit dem Trainer führt, dürfte Kahn im ersten Moment nicht geschmeckt haben. Schließlich sorgte der Auftritt des Ex-Bayern-Bosses für medialen Wirbel. Zudem könnte Kahns Autorität leiden, die Spieler sollen sauer auf den Bayern-Boss sein. Der selbsternannte CEO hat mit dem Hoeneß-Besuch jedoch keinerlei Probleme, ähnlich wie Trainer Tuchel. Ganz im Gegenteil: Vielmehr nutzt Kahn den Hoeneß-Auftritt als „Attacke“ im Meisterkampf.
Hoeneß-Faust: Kahn lobt Bayern-Patron für „starke Geste“
„Ich arbeite mit Herbert Hainer und dem Aufsichtsrat vertrauensvoll und kollegial zusammen – und das gilt auch für meine Zusammenarbeit mit Uli Hoeneß“, sagte Kahn im Interview mit Münchner Merkur/tz. „Es war eine starke Geste von Uli, auf dem Trainingsplatz die Faust zu zeigen. Eine klare Geste: Wir zeigen es allen“, meinte der Vorstandsvorsitzende. Hoeneß hatte im Gespräch mit Tuchel demonstrativ die Faust geballt.
Eine Kampfansage in Richtung Konkurrenz Borussia Dortmund, das seit dem letzten Spieltag die Tabellenführung übernommen hat. Dazu passt sein plötzlich verändertes Auftreten, Kahn kämpft jetzt für den FC Bayern. Der 53-Jährige wehrte sich zudem gegen die Kritiker an seinem Führungsstil.
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„Mit Kritik setze ich mich gerne auseinander, solange sie nicht persönlich wird. Ich weiß aber eines: Der Verein ist wirtschaftlich ein Gigant und kerngesund. Und dazu trägt jeder hier beim FC Bayern seinen Teil bei. Man hat mich geholt, damit wir uns für die Herausforderungen der Zukunft aufstellen“, sagte Kahn, der zuletzt regelmäßig das Bayern-Trainng beobachtete, über sein Wirken beim Rekordmeister. „Und ja, da knirscht es auch mal hier und da. Aber wir gehen diesen Weg, weil er notwendig ist.“
Angesichts der momentanen sportlichen Situation wird die zuvor erwähnte Aufsichtsratssitzung der Münchner am 22. Mai mit Spannung erwartet. Dort würden selbstverständlich alle aktuellen Themen gemeinsam besprochen, kündigte Kahn an. Er fügte aber hinzu: „Ich konzentriere mich zu 100 Prozent auf meine Arbeit. Und das heißt jetzt: Wie können wir deutscher Meister werden? Alles andere interessiert mich nicht.“ (ck)