FCB-Verkaufskandidaten? Was Coman und Gnabry dazu sagen
VonPeter Grad
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Serge Gnabry und Kingsley Coman werden beharrlich als Verkaufskandidaten des FC Bayern bezeichnet. Beide beziehen dazu nun klar Stellung.
München – Serge Gnabry und Kingsley Coman spielen schon seit 2018 gemeinsam im Sturm des FC Bayern, gehören zur legendären Sextupel-Mannschaft von 2020, haben damals vor allem in der Champions League sehr viele (Gnabry) und den entscheidenden (Coman) Treffer erzielt. Dennoch werden sie in der Öffentlichkeit zum zweiten Mal in Folge in der Sommertransferperiode als Abschiedskandidaten von der Säbener Straße bewertet.
Hohe Gehälter und gewünschte Transfereinnahmen als Verkaufsgründe
Diesen Umstand haben beide, aber auch andere arrivierte Akteure des Rekordmeisters, nicht zuletzt dem vom Aufsichtsrat ausgegebenen Sparprogramm bei den Spielergehältern zu verdanken. Sie gehören zu den FCB-Spielern, die der ehemalige Sportvorstand Hasan Salihamidžić einst mit sehr hoch dotierten Verträgen ausgestattet hatte. Außerdem sollen die Vereinsverantwortlichen versuchen, durch ansehnliche Transfererlöse bei ihren Abgängen Geld für hochkarätige Neuzugänge zu generieren.
Sieben Spieler im letzten Vertragsjahr – Die Laufzeiten der Stars des FC Bayern
Speziell der zweite medial häufig vorgebrachte Grund für eine Abgabe von Gnabry und Coman erscheint aber durch die jüngsten Ereignisse wenig logisch: Mit Thomas Müller (Ziel unbekannt), Leroy Sané (Galatasary Istanbul) und Mathys Tel (Tottenham) gibt es bereits drei Abgänge in der bayerischen Offensive, der Spanier Bryan Zaragoza könnte das Quartett vervollständigen. Durch die ersten beiden Abgänge spart sich der Rekordmeister üppige Gehälter ein, die anderen bringen schöne Transfererlöse.
Weitere Verkäufe würden Kader in der Offensive sehr ausdünnen
Verlässt auch noch der 51-fache deutsche Nationalspieler Gnabry (22 Tore) oder alternativ der französische Vizeweltmeister Coman den FC Bayern, würde in der Offensive sowohl qualitativ als auch quantitativ ein riesiges Loch entstehen. Beide kamen zum Ende der abgelaufenen Meistersaison zudem wieder besser in Form, Vincent Kompany setzt auf sie. Gnabry spielt außerdem - gerade durch das Ausscheiden von Thomas Müller - eine Rolle bei den Gedankenspielen um einen Harry-Kane-Backup.
Coman und Gnabry wollen in München bleiben
Die Spieler selbst verspüren ebenfalls wenig Lust, den Verein zu verlassen. So Coman im Gespräch mit dem kicker: „Ich will gerne bei Bayern bleiben. Ich habe zwei Jahre Vertrag, das ist einfach. Es passieren zwar viele Sachen im Fußball, man kann es nicht wissen. Aber ich habe Vertrag und fühle mich wohl.“ Darüber hinaus dementierte der 29-jährige Franzose auch, dass der FC Bayern ihn überhaupt verkaufen will: „Ich hatte immer einen guten Austausch mit dem Trainer, er hat immer gesagt, er braucht mich.“
Ähnliche Worte findet vor dem zweiten FCB-Gruppenspiel bei der Klub-WM gegen die Boca Juniors auch Gnabry: „Wie die letzten Jahre auch: Wenn es etwas zu verkünden gibt, werdet ihr es erfahren“. Ein Wechsel sei ein Jahr vor Vertragsende im Juni 2026 keineswegs geplant: „Ich fühle mich wohl. Es macht super viel Spaß in der Mannschaft zu spielen und Teil der Mannschaft zu sein. Alles andere: Schauen wir.“
Palhinhas fehlende FCB-Perspektive - Coman mit Rekordaussichten
Will der FC Bayern in diesem Sommer Transfereinnahmen generieren, wird er wohl über andere Spieler nachdenken müssen. Am ehesten scheint dafür João Palhinha in Frage zu kommen, der im Spielsystem von Vincent Kompany ganz offensichtlich keine Rolle spielt und dem auf seiner Position zusätzlich der deutsche Jungnationalspieler Tom Bischof vor die Nase gesetzt wurde.
Kingsley Coman würde übrigens bei Erfüllung seines derzeitigen Vertrags bis 2027 seinen legendären Landsmann Franck Ribéry (2007-2019) als ausländischen Rekordspieler des FC Bayern einholen. Länger als zwölf Jahre hat noch nie ein ausländischer Profi seine Fußballschuhe für den Rekordmeister geschnürt. In einem Interview vor zwei Jahren hat Coman dieses Erreichen als ein großes Ziel und Ehre bezeichnet.