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Der FC Bayern braucht beim Werben um Harry Kane jede verfügbare Million. Laut einem Bericht soll der Verkauf von gleich sieben Spielern den Münchnern helfen.
München - Immer dann, wenn es im deutschen Fußball nicht läuft wie gewünscht, wird eine sogenannte Task Force ins Leben gerufen. Mit Blick auf die Heim-EM 2024 soll beim Deutschen Fußball-Bund die gefühlt x-te „Task Force Nationalmannschaft“ die DFB-Kicker wieder in die Spur bringen.
FC Bayern: Transfer-Task-Force mit Hoeneß, Rummenigge, Dreesen, Hainer und Neppe
Der FC Bayern hat dagegen eine sogenannte Transfer-Task-Force, die die Arbeit des entlassenen Sportvorstands Hasan Salihamidzic übernommen hat. Teil dieser mächtigen Runde sind Ehrenpräsident und Aufsichtsrat Uli Hoeneß, Ex-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der neue CEO Jan-Christian Dreesen und Vereinspräsident Herbert Hainer sowie der Technische Direktor Marco Neppe.
Transferziel Nummer eins des Fünfgespanns und des einflussreichen FCB-Trainers Thomas Tuchel ist offenkundig England-Superstürmer Harry Kane. Sein Klub Tottenham Hotspur soll aber erst ab einer Ablöse von 100 Millionen Euro auch nur gesprächsbereit sein, berichten verschiedene Medien. Dabei müssen die Bayern schon kolportiert 50 Millionen Euro Ablöse für den südkoreanischen Verteidiger Kim an Italien-Meister SSC Neapel überweisen.
FC Bayern will unbedingt Harry Kane - und braucht Geld für den Transfer
Fakt ist: Die Münchner müssen trotz der elften deutschen Meisterschaft in Folge bei Spielern aus dem höchsten Regal haushalten, ansonsten wird das Budget knapp. Denn: Das Eigenkapital belief sich laut Jahreshauptversammlung 2022 im vergangenen Oktober zwar auf 504,0 Millionen Euro. Aber: Das Umlaufvermögen - ergo die liquiden Mittel - des FC Bayern betrug damals, international verglichen, überschaubare 264,7 Millionen Euro.
Und so sollen mehrere Verkäufe jene Millionen bringen, die die bajuwarische Transfer-Task-Force in London anbieten will, um den 29-jährigen Kane doch noch an die Säbener Straße Münchens zu bekommen. Die Experten von „Transfer Update - Die Show“ des Bundesliga-Rechte-Inhabers Sky haben sieben Spieler aufgelistet, deren Abgänge neue Möglichkeiten schaffen sollen.
- Bouna Sarr: Der 31-jährige Rechtsverteidiger ist mittlerweile der „Ladenhüter“ schlechthin. Zwei Minuten spielte der Senegalese in der vergangenen Saison in der Bundesliga - das war es mit Einsatzzeiten 2022/23. Da sein Vertrag im Sommer 2024 endet, würden die Bayern den einstigen Acht-Millionen-Transfer für ein bis drei Millionen Euro ziehen lassen, berichtet Sky. Einzig: Zuletzt konnte er keinerlei Werbung für sich selbst machen.
Alexander Nübel und Yann Sommer: FC Bayern will gleich zwei Torhüter verkaufen
- Alexander Nübel: Nach zwei Jahren Leihe zur AS Monaco kehrte der 26-jährige Torhüter in diesem Juli in die Isarmetropole zurück. Weil Weltmeister Manuel Neuer noch lange weitermachen möchte, will Nübel angeblich nur noch weg. Wie mehrere Medien berichten, möchte der VfB Stuttgart den ehemaligen Schalker unbedingt verpflichten. Laut Sport Bild wirbt aber auch ein nicht präzisierter europäischer Top-Klub. Laut Sky hoffen die Münchner auf fünf bis acht Millionen Euro Ablöse.
- Yann Sommer: Der Schweizer wurde kurzerhand in der Winter-Transferperiode geholt, weil sich Neuer beim Skitourengehen südlich des heimischen Tegernsees das Schien- und Wadenbein brach. Jetzt soll Sommer angeblich schon wieder gehen. Die Bayern erhoffen sich von einem Verkauf des schon 34 Jahre alten Goalies acht bis zehn Millionen Euro. Angeblich will Inter Mailand Sommer.
Marcel Sabitzer: Wunschspieler von Julian Nagelsmann steht bei Bayern zum Verkauf
- Marcel Sabitzer: 15 Millionen Euro sollen es dann schon für den Österreicher Sabitzer sein, den Wunschspieler des einstigen Trainers Julian Nagelsmann. Doch: Beide fassten in München nie richtig Fuß. Nach der Leihe zu Manchester United soll es für den 29-Jährigen, der nur noch formell auf dem Papier zum Kader gehört, gleich woanders hingehen. Angeblich bemüht sich der AS Rom um Sabitzer.
- Sadio Mané: Der Angreifer galt vor knapp einem Jahr als vermeintlicher Königstransfer von Salihamidzic. Seither blieb er vieles schuldig, war lange verletzt - und er kam offenbar auch in der Mannschaft nicht richtig an. 32 Millionen Euro soll der 31-jährige Stürmer Ablöse gekostet haben - laut Sky wären die Bayern jetzt mit 20 Millionen zufrieden.
Ryan Gravenberch: Niederländer soll FC Bayern bis zu 50 Millionen Euro bringen
- Benjamin Pavard: Der französische Weltmeister sieht sich woanders. Das hat der 27-jährige Abwehrspieler, der bei einem internationalen Spitzenklub in der Innenverteidigung spielen will, seit Herbst in mehreren Interviews bekräftigt. Aber: Aktuell gibt es wohl keinen Interessenten aus der allerhöchsten Etage. Bayern würde den früheren Stuttgarter für 35 bis 40 Millionen Euro ziehen lassen.
- Ryan Gravenberch: Seinen Unmut tat in Interviews auch Gravenberch kund. Hinter Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Neuzugang Konrad Laimer ist der 21-Jährige, der 2022 von Ajax Amsterdam kam, nur vierte Wahl. Das reicht ihm nicht. Der FC Bayern wäre laut Sky ab einer Ablöse von 40 bis 50 Millionen Euro gesprächsbereit. Dabei kam Gravenberch in den vergangenen Monaten kaum zum Einsatz.
Macht in Summe maximal 146 Millionen Euro für neue Investments. Ob Geld in dieser Größenordnung zusammenkommt, werden die nächsten Wochen bis Ende August zeigen. (pm)
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