VonNiklas Noackschließen
Der VfB Stuttgart hat zum Auftakt in die neue Bundesligasaison mit 1:3 (1:1) beim SC Freiburg verloren. Aber woran lag es?
Stuttgart - Es machte sich schon das Gefühl breit, der VfB Stuttgart würde nahtlos an die vergangene Erfolgssaison anknüpfen: Der Ball prallte nach einer Hereingabe von Jamie Leweling zu Neu-Stürmerstar Ermedin Demirovic, der nach zwei Minuten per Seitfallzieher sehenswert zur 1:0-Führung einnetzte. Und auch in der Folge blitzte die zur Gewohnheit gewordene Stuttgarter Selbstverständlichkeit im Spiel auf, die plötzlich aber nach kurzer Zeit völlig abhandenkam.
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VfB Stuttgart verlor gegen den SC Freiburg die Kontrolle
Nicht zuletzt, weil der SC Freiburg kompakt verteidigte und sich fix ins Spiel kämpfte. Für diesen Aufwand belohnten sich die Badener schnell mit dem 1:1-Ausgleich durch einen Distanzschuss von Lukas Kübler (26.). Spätestens danach hatte der VfB die Kontrolle übers Spielgeschehen verloren, wie auch Torwart Alexander Nübel von seinem Gehäuse aus beobachtete. Seiner Meinung nach starteten die Stuttgarter in den zweiten Durchgang erneut „gut“ und „verlieren dann wieder die Kontrolle.“
Ritsu Doan erzielte das 2:1 (54.) für das Team aus dem Breisgau, bevor Kübler mit dem 3:1 (61.) den Deckel draufmachte.
Ab dem erneuten Stuttgarter Gegentreffer lief die Partie endgültig und gnadenlos am Vizemeister vorbei. Es fehlte weitestgehend an der Bindung zwischen der Abwehr und dem Mittelfeld sowie der Offensive. Über weite Strecken wirkten viele Schwaben außerdem mental sowie körperlich müde, was der angeschlagene Maximilian Mittelstädt (Adduktoren), der erst in der 57. Minute für Frans Krätzig ins Spiel kam, nach BW24-Nachfrage nicht von der Hand weisen konnte: „Vor allem wir Nationalspieler hatten eine sehr kurze Vorbereitungszeit. Es ist klar, dass wir körperlich noch nicht bei hundert Prozent sind. Das Wetter hat dann auch nicht mitgespielt, dass man nochmal die letzte Power herausholen kann. Von daher war es jetzt ein misslungener Auftakt, aber nichts, was uns aus der Bahn wirft.“
Die Frage nach den Gründen für den VfB-Einbruch
Neben Mittelstädt war auch Deniz Undav im Sommer bei der EM dabei, den obendrein ein zähes Wechseltheater in der Pause begleitete. Inwiefern die beiden Faktoren den Stürmer beeinflussten, darüber lässt sich nur spekulieren. Klar ist aber: Gegen Freiburg unterliefen Undav ungewohnt viele Fehler, der dementsprechend nicht die Rolle des Unterschiedsspielers ausfüllte.
So gelang es Stuttgart unterm Strich nicht, die „Dominanz“, wie es Nübel nannte, auf den Platz zu bringen. Außerdem haben die „Abläufe“ und das „Selbstvertrauen gefehlt“, analysierte der Keeper weiter. Wie es gerade nach dem guten Auftritt im Supercup zu solch einem Einbruch kommen konnte? „Gute Frage“, fand Nübel, der es selbst als „verwunderlich“ ansah.
Den Kopf in den Sand stecken wollen die Stuttgarter aber nicht. Nübel: „Der Anfang der Saison ist immer schwierig. Wir müssen hereinkommen, das Spiel schnellstmöglich analysieren und abhaken.“ Ähnlich sah es Mittelstädt, der auf BW24-Nachfrage sagte: „Wir müssen weiter daran glauben und werden jetzt nicht alles über Bord werfen, was wir uns in der Vorbereitung aufgebaut haben.“ Schon am Dienstag (20.45 Uhr/ARD/Sky) können die Schwaben den Auftritt wiedergutmachen, dann gastieren sie im DFB-Pokal in Münster. Zuletzt berichtete BW24 über die Abwehrnot beim VfB Stuttgart.
Rubriklistenbild: © Alexander Keppler/IMAGO

