VonJohannes Skibaschließen
Christoph Wutzschließen
Die Verantwortlichen der Bayern stehen derzeit stark in der Kritik. Nach Präsident Herbert Hainer äußert sich nun auch Oliver Kahn zu den Rauswurf-Gerüchten um seine Person.
Update vom 20. April, 23.42 Uhr: Nach Präsident Hainer hat sich Oliver Kahn in der Bild nun selbst zu den Gerüchten um seinen möglichen Rauswurf geäußert: „Ich verschwende im Moment nicht eine Sekunde daran, mir über meinen Vertrag Gedanken zu machen, es geht immer um den FC Bayern.“ Allerdings entsprechen „die sportlichen Ergebnisse, die wir zuletzt abgeliefert haben (...) nicht unseren Erwartungen.“
Das Ziel von Kahn und des FC Bayern sei es, den Klub „wieder genau dorthin zurückzuführen, wo er hingehört: An die Spitze in allen Wettbewerben. Dafür werden wir jeden Stein umdrehen.“ Ob dieses Vorhaben nun mit oder ohne Oliver Kahn in Angriff genommen wird, ist aktuell unklar, könnte sich aber schon zeitnah entscheiden.
Kahn kurz vor Rauswurf? Bayern-Präsident Hainer reagiert auf Gerüchte
Erstmeldung vom 20. April 2023:
München – Es läuft derzeit einfach nicht rund beim FC Bayern. Mit dem Aus im DFB Pokal und jetzt auch in der Champions League gegen Manchester City verfehlt der Rekordmeister mindestens zwei Saisonziele. Das schlechte sportliche Abschneiden könnte den Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn jetzt seinen Job kosten. Dies berichtet zumindest der norwegische TV-Experte Jan Aage Fjörtoft – und bringt einige interessante Namen für Kahns Nachfolge ins Spiel.
Ex-Eintracht-Stürmer Fjörtoft: „Laufendes Verfahren“ gegen Kahn beim FC Bayern
Die Kritik an den sportlichen Verantwortlichen und damit auch an Kahn wurde zuletzt immer lauter, seine Eignung für das Amt als Vorstandsvorsitzender, das er seit 2021 bekleidet, immer wieder in Frage gestellt. Dieses schien ihm bis dato aber sicher. Dem ehemaligen Stürmer von Eintracht Frankfurt, Jan Aage Fjörtoft, zufolge wackelt Kahns Stuhl jetzt aber stark.
Fjörtoft, der inzwischen überwiegend als TV-Experte im Einsatz ist, schrieb am Morgen nach dem CL-Aus der Münchner auf Twitter, dass es beim Rekordmeister intern ein „laufendes Verfahren“ rund um den 53-jährigen Ex-Nationaltorhüter gebe.
Mir wurde gesagt, dass es „ein laufendes Verfahren“ und eine „Frage der Zeit“ gebe, bis Oliver Kahn, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, von seinem Amt entfernt werden
— Jan Aage Fjørtoft 🏳️🌈 🇳🇴 💛💙 (@JanAageFjortoft) April 20, 2023
Kahn-Aus bei Bayern für Fjörtoft nur noch „eine Frage der Zeit“
Und das Resultat dieses Verfahrens scheint für den Norweger schon festzustehen: Nach seinen Informationen ist das Aus von Oliver Kahn, der beim Spiel gegen die TSG Hoffenheim auf der Tribüne sichtlich verzweifelte, beim FC Bayern nur noch „eine Frage der Zeit“.
Nach Informationen der tz ist der Druck auf Kahn massiv und wächst weiter. Die nächste turnusgemäße Sitzung des Aufsichtsrats wäre Ende Mai.
„Ein Trainer muss die Kabine für sich gewinnen. Ein Vorstandsvorsitzender muss die Angestellten für sich gewinnen“, äußerte sich Fjörtoft zu den konkreten Beweggründen hinter Kahns angeblich nahender Entlassung. „Es ist ein Gefühl, dass Kahn sie nie hinter sich bringen konnte und daher nicht genug Rückendeckung oder Unterstützung hat, wenn es wie, wie jetzt, hart auf hart kommt“, so der 56-jährige Ex-Stürmer der Eintracht.
Fjörtoft über Kahn-Nachfolge beim FC Bayern: Hoeneß auch unter Kandidaten
Für die Nachfolge Kahns brachte Fjörtoft mehrere Namen ins Spiel. „Der wahrscheinlichste Kandidat unter Ex-Bayern-Spielern ist Philipp Lahm“, orakelt der Norweger. Allerdings ist Lahm bereits als Chef des Organisationskomitees der Europameisterschaft 2024 in Deutschland eingespannt.
Interimsweise, so Fjörtoft, könnte Bayern-Präsident Herbert Hainer den vakanten Posten des Vorstandsvorsitzenden einnehmen. Und auch ein Comeback von Uli Hoeneß, aktuell einfaches Aufsichtsratsmitglied und Ehrenpräsident des Rekordmeisters, sei in diesem Zusammenhang angeblich bereits diskutiert worden.
Hoeneß war es auch, den FCB-Trainer Thomas Tuchel auf der Pressekonferenz nach dem Champions-League Rückspiel gegen Man City erwähnte – und nicht Kahn: „Ich habe dem Uli Hoeneß bei der Unterschrift versprochen, dass wir auf die Werte des Vereins aufpassen werden“, sagte Tuchel, der anders als sein Vorgänger Julian Nagelsmann noch keine enge Bindung zu seinen Vorgesetzten zu haben scheint.
Salihamidzic-Entlassung bei Bayern laut Fjörtoft kein Thema
Hasan Salihamidzic hingegen sitzt laut Fjörtoft recht sicher im Sattel als Sportvorstand des Rekordmeisters. Der Norweger bezeichnete ihn als „Hoeneß‘ Mann“, Salihamidzic habe also die Rückendeckung des Ehrenpräsidenten der Bayern.
Ob die Informationen von Fjörtoft wirklich stimmen, ist unklar. Im letzten Jahr lag er mit einigen Hintergrunddetails, die er zum Poker um Erling Haaland nannte, bevor dieser nach Manchester ging, richtig. Allerdings lag er auch mit einigen Äußerungen daneben.
Some has thought that Salihamidžić was not so safe, but being seen as «Hoeness’ man»…seems to save him for now https://t.co/m6S8XX40BL
— Jan Aage Fjørtoft 🏳️🌈 🇳🇴 💛💙 (@JanAageFjortoft) April 20, 2023
Sportjournalist Volkmar zu Kahn-Rausschmiss bei Bayern: „Deckt sich mit meinen Infos“
Liegt Fjörtoft in der Causa Kahn richtig? Am Donnerstag reagierte der Sportjournalist Martin Volkmar bei Twitter auf das Posting des Norwegers: „Die Tendenz gegen Kahn deckt sich mit meinen Infos. Demnach kann es ganz schnell gehen. To be continued“, goss Volkmar zusätzlich Öl ins Feuer.
Angesichts dieser Berichte und der enttäuschenden Ergebnisse der Bayern zuletzt und des Zeitpunkts der Entlassung von Julian Nagelsmann scheint eine zeitnahe Entlassung Kahns also jetzt nicht mehr ausgeschlossen.
Herbert Hainer reagiert auf Gerüchte zu Kahn-Rauswurf beim FC Bayern
Mittlerweile hat sich jedoch Herbert Hainer, der Präsident des FC Bayern, zu den Gerüchten rund um einen möglichen Rauswurf des FCB-Bosses Kahn geäußert. Gegenüber der Deutschen Presse Agentur sagte er: „Nein, diese Gerüchte stimmen nicht.“ (wuc)
Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/imago


