„Gefährliche Entwicklung“

Hamann kritisiert FC Bayern wegen Sané: Warum er erneut falsch liegt - ein Kommentar

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Leroy Sané polarisiert wie immer. Während die Bayern-Bosse auf eine Vertragsverlängerung mit ihm hoffen, warnt Didi Hamann diese, ihr Gesicht zu verlieren.

München - Obwohl die Zukunft von Leroy Sané weiterhin ungeklärt ist, reist der 29-jährige Nationalspieler mit dem FC Bayern zur Klub-WM in die USA. Die FCB-Verantwortlichen sollen in Erwägung ziehen, den am 30. Juni auslaufenden Vertrag bis zum Turnierende (das Endspiel findet am 13. Juli statt) zu verlängern. Sky-Experte Didi Hamann kann zum wiederholten Male wenig mit der Herangehensweise seines Ex-Vereins anfangen.

Hamann gegen WM-Teilnahme von Sané

Der frühere Mittelfeldspieler kritisiert bereits die Abgabe des zweiten Münchner Angebots. Die Bayern müssen „aufpassen, dass sie nicht ihr Gesicht verlieren“, meckert Hamann in seiner Sky-Kolumne. Ihm sei es „nicht schlüssig, warum sich Bayern-Präsident Herbert Hainer einerseits öffentlich klar gegen ein verbessertes Angebot ausspricht, aber andererseits jetzt doch ein neues Angebot auf dem Tisch liegt“.

Sané und Berater Pini Zahavi sollen jedoch auch das leicht verbesserte bzw. modifizierte Angebot des FC Bayern fürs Erste abgelehnt haben. Für Hamann kommt folglich nur eine Konsequenz in Frage: „Wenn ein Spieler über mehrere Wochen einen unterschriftsreifen Vertrag vorliegen hat, aber nicht zusagt, kann ich so einen Spieler doch nicht mit zur Klub-WM nehmen“.

Batman & Robben, Bomber und Kaiser – die spektakulärsten Choreos der Bayern-Fans

Die Fans des FC Bayern München sorgen vor dem Champions-League-Duell gegen Barcelona 2009 für einen Konfettiregen in der Kurve.
Die Südkurve sorgt im Frühjahr 2009 für einen rot-weißen Konfettiregen vor dem Champions-League-Spiel gegen Barcelona. © MIS/imago sportfotodienst
Die Fankurve des FC Bayern München fordert den Gewinn der Champions League im Jahr 2010 beim Duell gegen Inter Mailand.
Die Bayern-Fans sind vor dem Champions-League-Finale 2010 gegen Inter Mailand fest entschlossen. Ohne den Pokal geht es aber dennoch heim: Der FCB verliert mit 0:2 in Madrid. © imago sportfotodienst
Vor dem Bundesliga-Spiel gegen den Hamburger SV erinnern die Fans des FC Bayern München an das Gründungsjahr des Vereins.
Die Bayern-Fans feiern 2010 vor dem HSV-Spiel das 110-jährige Bestehen des Vereins. © DeFodi/imago sportfotodienst
Die Bayern-Fans liefern 2011 eine spektakuläre Choreo vor dem Champions-League-Duell gegen den SSC Neapel ab.
Die Südkurve blickt 2011 bereits in Richtung „Finale dahoam“. © imago sportfotodienst
Die Bayern-Fans präsentieren eine hübsche Choreo vor dem Champions-League-Finale 2013 gegen Borussia Dortmund.
Nächster Anlauf: Nach den verlorenen Finals 2010 und 2012 wollen die Münchener 2013 den BVB schlagen. Und das gelingt: Die Bayern gewinnen mit 2:1. © Newspix/imago sportfotodienst
Die Bayern-Fans erinnern 2014 gegen Manchester United an den Final-Triumph aus dem Vorjahr gegen den BVB.
„Kings of the Cup“: Die Bayern-Fans erinnern 2014 gegen Manchester United an den Final-Triumph aus dem Vorjahr gegen den BVB. © photoarena/Eisenhuth/imago sportfotodienst
Beeindruckende Choreo der Bayern-Fans vor dem Champions-League-Duell gegen Real Madrid im Frühjahr 2014.
Hammer-Choreo, schlechtes Ergebnis: Die Bayern zelebrieren 2014 das Champions-League-Halbfinale, scheiden aber nach einem 0:1 im Hin- und dem 0:4 im Rückspiel gegen Real Madrid in der Allianz Arena aus. © MIS/IMAGO
Die Bayern-Anhänger gedenken 2015 beim Bundesliga-Spiel gegen Schalke 04 einem verstorbenen Fan.
Die Bayern-Anhänger gedenken 2015 einem verstorbenen Fan.  © imago sportfotodienst
Die Bayern-Fans gedenken beim Auswärtsspiel in Stuttgart verstorbenen Udo Lattek.
Die Gästekurve gedenkt beim Auswärtsspiel in Stuttgart dem am 31. Januar 2015 verstorbenen Udo Lattek, der Trainer des Rekordmeisters gewesen war. © Ulmer/imago sportfotodienst
Die Fans des FC Bayern München feiern am 27.02.2015 das 115-jährige Vereinsbestehen bei einem Bundesliga-Heimspiel gegen Köln.
Die Bayern-Fans feiern das 115. Vereinsjubiläum und erinnern dabei an ein Zitat von Franz John, der einer der Hauptinitiatoren bei der Gründung des FC Bayern München ist. © DeFodi/imago sportfotodienst
Die Bayern-Fans verglichen beim Pokalspiel gegen den BVB die Comic-Figuren Batman und Robin mit Franck Ribéry und Arjen Robben.
Kreativ: Die Bayern-Fans verglichen beim DFB-Pokalhalbfinale 2015 gegen den BVB den Superhelden Batman und seinen Partner Robin mit den beiden Münchner Klubikonen Franck Ribéry und Arjen Robben. © MIS/IMAGO
Imposante Choreo der FCB-Fans beim Halbfinal-Rückspiel 2015 in der Champions League gegen den FC Barcelona.
Dieser Finaltraum erfüllte sich leider nicht: Die Bayern-Fans geben 2015 vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League mächtig Gas, scheiden aber trotz eines 3:2-Heimsieges aufgrund der Hypothek aus dem Hinspiel (0:3) gegen Barcelona aus. © Ulmer/imago sportfotodienst
Choreo der Bayern-Fans beim DFB-Pokalfinale 2016 gegen Borussia Dortmund.
Rot-weißes Fahnenmeer: Die FCB-Fans ehren Klub und Stadt beim Pokalfinale 2016 gegen den BVB. © Jan Huebner / imago sportfotodienst
Die Bayern-Fans zeigen im Frühjahr 2018 eine Choreo bei dem Auswärtsspiel in Augsburg.
Choreo der Bayern-Ultras 2018 im Gästebereich in Augsburg: Die FCB-Fans folgen ihrem Klub auf Schritt und Tritt. © Jan Huebner/IMAGO
Choreographie der Südkurve für Bastian Schweinsteiger beim Abschiedsspiel gegen Chicago Fire.
„Danke Basti“: Die Südkurve verabschiedet Bastian Schweinsteiger bei seinem Abschiedsspiel gegen Chicago Fire im August 2018.  © Frank Hoermann/SVEN SIMON/IMAGO
Choreo der Bayern-Anhänger zum DFB-Pokalfinale 2019 gegen RB Leipzig im Berliner Olympiastadion.
Die Bayern-Fans zeigen sich beim DFB-Pokalfinale 2019 gegen RB Leipzig von ihrer besten Seite. © Tilo Wiedensohler via www.imago-images.de
Die Bayern-Fankurve erinnert beim Heimspiel gegen Dortmund an den ersten Doublegewinn aus dem Jahr 1969.
50 Jahre zurück: Die Südkurve erinnert im November 2019 beim Klassiker gegen Dortmund an den ersten Doublegewinn der Münchener aus dem Jahr 1969. © Michael Weber / IMAGO
Beim 5:0-Kantersieg gegen Schalke erinnern die Bayern-Fans an das frühere jüdische Bayern-Mitglied Hugo Railing.
Die FCB-Fans erinnern im Januar 2020 an das frühere jüdische Bayern-Mitglied Hugo Railing, das von Nationalsozialisten ermordet wurde. © ActionPictures/IMAGO
Stadion-Choreo der Bayern-Fans anlässlich das 120. Vereinsgeburtstages vor dem Bundesliga-Spiel 2020 gegen Augsburg.
Die ganze Arena macht mit: Der FCB feiert seinen 120. Geburtstag vor dem Bundesliga-Spiel 2020 gegen Augsburg. © kolbert-press/Christian Kolbert via www.imago-images.de
Die Bayern-Fans ehren in der Champions League gegen den FC Villarreal den im Jahr zuvor verstorbenen Gerd Müller.
Das geht unter die Haut: Die Bayern-Fans ehren 2022 beim Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Villarreal den im Jahr zuvor verstorbenen Gerd Müller.  © Matthias Koch/IMAGO
Die Bayern-Fans feiern beim Heimspiel gegen Gladbach 50 Jahre Südkurve.
Die Bayern-Fans feiern im August 2022 beim Heimspiel gegen Gladbach 50 Jahre Südkurve. © kolbert-press/Ulrich Gamel/IMAGO
Ein riesengroßes „FCB“ prangt 2023 beim Champions-League-Duell gegen Paris Saint-Germain auf der Südkurve.
Deutlicher geht es nicht: Beim Achtelfinal-Rückspiel 2023 in der Champions League gegen Paris Saint-Germain machen die Bayern-Fans klar, was an diesem Abend im Vordergrund steht. © ULMER/IMAGO
Choreo der Bayern-Fans beim Champions-League-Spiel in der Gruppenphase gegen den FC Kopenhagen.
100. Europapokalspiel: Die Bayern-Anhänger erinnern im November 2023 beim Champions-League-Duell gegen Kopenhagen an den Finalsieg 2013 gegen Dortmund. © ActionPictures/IMAGO
Die Wappenfigur der Stadt München, das „Münchener Kindl“, ziert beim Champions-League-Duell gegen Lazio Rom die Südkurve.
Eine Choreo, die Wirkung zeigte: Die Bayern-Fans pushen ihre Spieler im März 2024 zu einem 3:0-Heimsieg gegen Lazio Rom. © ULMER/IMAGO
Berührende Choreographie der Bayern-Fans für den verstorbenen Franz Beckenbauer vor dem Champions-League-Spiel gegen Real.
Wenige Monate nach seinem Tod (7. Januar 2024) gedenken die Bayern-Anhänger im April 2024 beim Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid einer der, wenn nicht sogar der größten Klublegende Franz Beckenbauer. © ULMER/IMAGO
Die FCB-Südkurve erinnert beim Heimspiel gegen Stuttgart an den erstmaligen Sieg im Europapokal der Landesmeister im Jahr 1974.
2024 beim Heimspiel gegen Stuttgart: Die Südkurve erinnert unter Flutlicht an den erstmaligen Sieg im Europapokal der Landesmeister im Jahr 1974. © Bernd Feil/M.i.S./IMAGO
Choreo der Bayern-Fans beim Heimspiel gegen Kiel zum Holocaust-Gedenktag.
Die FCB-Anhänger präsentieren im Februar 2025 beim Heimspiel gegen Kiel eine Choreo zum Holocaust-Gedenktag. © Paul Fritz/IMAGO
Stadion-Choreographie der Bayern-Fans beim Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Bochum.
Ein Augenschmaus: Die Bayern-Fans beeindrucken im März 2025 beim Heimspiel gegen Bochum mit einer Stadion-Choreographie anlässlich des 125-jährigen Vereinsjubiläums. © Oryk HAIST/IMAGO
Die Bayern-Fans ehren die Vereinsikone Thomas Müller vor dem Heimspiel gegen Mönchengladbach.
Einer, der sich mit dem Klub zu 100 Prozent identifiziert: Die Bayern-Fans ehren 2025 vor dem Heimspiel gegen Gladbach die Vereinslegende Thomas Müller. © BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl/IMAGO

Genau das passiert nun aber und FCB-Sportvorstand Eberl soll die Idee haben, Sané mit einem Mini-Vertrag bis zum Ende des Turniers zu halten. Zudem sind laut Sky-Angaben weitere Gespräche mit dem Spieler geplant. Wollten die Münchner in der Angelegenheit angeblich bis zum Turnierbeginn Klarheit, so deutet jetzt vieles darauf hin, dass sich eine Entscheidung noch einige Wochen hinziehen könnte.

Hamann: „Gefährliche Entwicklung an der Säbener Straße“

Dagegen Hamanns Aufforderung an die Bayern-Verantwortlichen: „Rückgrat zeigen und sich einheitlich positionieren“. Man dürfe nicht „das Heft des Handelns an die Berater und die Spieler verlieren“ und müsse „wirklich aufpassen. Für mich ist das eine ganz gefährliche Entwicklung an der Säbener Straße, die es nicht zu unterschätzen gilt.“

Anders als bei vielen anderen FCB-Themen weiß der 51-Jährige in der „Causa Sané“ sicherlich eine Menge an Bayernanhängern auf seiner Seite. Der Tempodribbler ist - speziell wegen seiner manchmal als negativ ausgelegten Körpersprache - bei sehr vielen längst umstritten. Er gilt als launisch und inkonstant. Während der zweite Vorwurf durchaus teilweise berechtigt ist, ist der erste eine komplette Fehleinschätzung des 29-Jährigen, bei welcher seine Trainer und zahlreiche Mitspieler seit Jahren gegen die öffentliche Meinung ankämpfen.

Sané für seine Trainer eine „Maschine“

Wenn der 70-fache deutsche Nationalspieler tatsächlich der „Stinkstiefel“ wäre, als welchen ihn einige „Experten“ und noch viel mehr Fans des Rekordmeisters sehen wollen, ist es rätselhaft, warum mit Hansi Flick, Julian Nagelsmann, Thomas Tuchel und nun Vincent Kompany sämtliche FCB- wie Nationaltrainer der letzten Jahre auf ihn gesetzt haben. Der heutige England-Coach Tuchel hat Sané einst als „Maschine“ bezeichnet. „Er kann intensiv Läufe ohne Ende produzieren. Körperlich und in dem Biss, Entscheidungen herbeizuführen, spielt er auf seinem Niveau. Das Mindset ist gut, die Körpersprache ist gut.“

FCB-Torjubel mit Leroy Sané (hier in Leipzig): Auch in den nächsten Spielzeiten noch?

Kompany dürfte das ganz genauso sehen. Nachdem Sané in der Hinrunde noch an den Folgen einer Schambein-OP gelitten hatte, präsentierte er sich in 2025 fast ausschließlich in Topform. Genau mit den Eigenschaften, die Tuchel im Herbst 2023 angepriesen hatte und zudem torgefährlich. Im Rückwärtsgang als Offensivspieler eine „Maschine“, wie man sie seit Jahrzehnten nicht beim Rekordmeister gesehen hat. Eine perfekte Kombination für das Spielsystem des belgischen FCB-Coaches.

Zusätzlich ist Sané äußerst beliebt bei seinen Mitspielern, nicht nur in der Gruppe der (knapp) 30-Jährigen, auch bei den Youngsters wie Jamal Musiala und Michael Olise.

Fataler Fehler in Hamanns Denkansatz

Nun auf ein derartiges „Mindset“ bei der Klub-WM zu verzichten, wäre ein fataler Fehler des FC Bayern. Denn die Vereinsverantwortlichen wissen, dass der 29-Jährige selbst auch in Zukunft in München seine Fußballstiefel schnüren möchte - allen Gerüchten um Galatasaray und Fenerbahce wie Arsenal und Tottenham zum Trotz. Max Eberl & Co. sollten längst auch eingesehen haben, dass das ursprüngliche Vertragsangebot für Sané vergleichsweise ungerecht ausgefallen ist. Warum es dazu kam, ist hinlänglich bekannt.

Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com

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Hamann hat durchaus recht, wenn er fordert, dass die Verantwortlichen beim FC Bayern nun „Rückgrat zeigen“ müssen, nur eben ganz anders als vom Sky-Experten gefordert. Auch mit dem „einheitlichen Positionieren“ hat der 51-Jährige nicht völlig unrecht. Präsident Hainer, kein ausgewiesener Fachexperte wie Vorgänger Uli Hoeneß, sollte sich in derartigen Angelegenheiten zukünftig lieber zurückhalten, dann kann er auch von einem Hamann nicht mehr argumentativ verwendet werden.

Noch keine „gefährliche Entwicklung an der Säbener Straße“

Laut Hamann müssen die Verantwortlichen des Rekordmeisters „wirklich aufpassen. Für mich ist das eine ganz gefährliche Entwicklung an der Säbener Straße, die es nicht zu unterschätzen gilt.“ Solche Äußerungen werden dort maximal ein Schmunzeln verursachen. Denn tatsächlich wird die Entwicklung beim FC Bayern erst dann gefährlich, wenn man sich dort auf Ratschläge von TV-Experten einlassen würde, vor allem wenn diese derart populistisch herausposaunt werden. Gerade hier ist es ratsam, souverän und verantwortungsbewusst darauf zu reagieren.

Hamann schafft Quoten, aber er ist und war nie ein Maßstab an der Säbener Straße, eher wurde er dort mit einem „Tinnitus“ verglichen oder ihm gar mit juristischen Schritten gedroht.

Rubriklistenbild: © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal

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