Paris 2024

Hat der Gegner Deutschlands bei Olympia absichtlich verloren? Möglicher Handball-Skandal

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Die Handballer aus Deutschland sind bei Olympia als Gruppenerste durchs Ziel gegangen. Im entscheidenden Spiel hatte es den Anschein, als ob Slowenien gegen die DHB-Auswahl nicht gewinnen wollte.

Paris – Bei Olympia 2024 in Paris sorgt ein Vorfall für Aufsehen: Die deutschen Handballer gewannen ihr letztes Vorrundenspiel gegen Slowenien mit 36:29. Dieses Ergebnis sicherte Deutschland den Gruppensieg und die Slowenen kamen dahinter auf Rang zwei. Durch die Pleite trifft Slowenien nun auf Norwegen, statt auf den Europameister und Olympiasieger Frankreich, gegen den die DHB-Auswahl antreten muss.

Deutschlands Handballer im Olympia-Viertelfinale gegen Frankreich

Bereits vor dem Spiel war klar, dass der Gruppensieg mit Blick auf das Viertelfinale nicht unbedingt ein Vorteil ist. Nach der Niederlage gegen Deutschland sorgten Aussagen des slowenischen Trainers Uros Zorman für Wirbel. Der Coach erklärte, man habe aus den Fehlern der Vergangenheit lernen wollen.

„Wir wollten nicht den Fehler von Rio wiederholen, als wir im Viertelfinale auf Dänemark trafen und eigentlich nur eine Erfolgschance von einem Prozent hatten. Dieses Mal haben wir gesagt, dass wir schlauer und weiser sein wollen“, erklärte Zorman. Diese Worte nährten Spekulationen, das Team könnte das Spiel gegen Deutschland absichtlich verloren haben.

Deutschlands Handballer haben bei Olympia in Paris Slowenien besiegt.

Zorman entschied sich vor der Partie zudem, einige seiner Leistungsträger in der ersten Halbzeit zu schonen, was zusätzliche Fragen aufwarf. Allerdings schonte auch die deutsche Mannschaft wichtige Spieler wie Top-Torschütze Renars Uscins und Kapitän Johannes Golla.

Slowenien schont gegen DHB-Auswahl wichtige Spieler

Trotz dieser Maßnahmen betonte Zorman, dass die Entscheidung, Spielern eine Pause zu geben, gemeinschaftlich getroffen wurde und verteidigte seine Strategie: „Am Ende wird es sicherlich einige Kritik geben, aber wir wissen, warum wir hier sind, warum wir arbeiten. Wir haben gemeinsam darüber entschieden und den Jungs nichts vorzuwerfen“, so der Cheftrainer.

Die 15 erfolgreichsten deutschen Sommer-Olympioniken aller Zeiten

Hermann Weingärtner bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen an den Ringen. Er konnte insgesamt drei Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille gewinnen.
Hermann Weingärtner bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen an den Ringen. Der Turner konnte insgesamt drei Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille gewinnen. © imago sportfotodienst
Andrea Pollack (hi.) bei den Olympischen Spielen in Moskau 1980. Die Schwimmerin holte in ihrer Karriere dreimal Gold und dreimal Silber.
Andrea Pollack (hi.) bei den Olympischen Spielen in Moskau 1980. Die Schwimmerin holte in ihrer Karriere dreimal Gold und dreimal Silber. © via www.imago-images.de
Dressurreiterin Nicole Uphoff sammelte bei Olympia vier Goldmedaillen ein.
Dressurreiterin Nicole Uphoff sammelte bei Olympia vier Goldmedaillen ein.  © imago sportfotodienst
Leichtathletin Bärbel Wöckel holte vier Goldmedaillen im 200-Meter-Lauf sowie in der 4-mal-100-Meter-Staffel.
Leichtathletin Bärbel Wöckel (r.) holte vier Goldmedaillen im 200-Meter-Lauf sowie in der 4-mal-100-Meter-Staffel.  © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
Turner Carl Schuhmann bei den ersten Olympischen Sommerspielen der Neuzeit in Athen 1896. Insgesamt heimste er vier Goldmedaillen ein.
Turner Carl Schuhmann bei den ersten Olympischen Sommerspielen der Neuzeit in Athen 1896. Insgesamt heimste er vier Goldmedaillen ein. © imago sportfotodienst
Die deutsche Ruderin Kathrin Boron (l.) holte viermal Gold und einmal Bronze bei Olympia.
Die deutsche Ruderin Kathrin Boron (l.) holte viermal Gold und einmal Bronze bei Olympia.  © imago sportfotodienst
Springreiter Ludger Beerbaum kommt für Deutschland auf insgesamt vier Gold- und zwei Bronzemedaillen.
Springreiter Ludger Beerbaum kommt für Deutschland auf insgesamt vier Gold- und zwei Bronzemedaillen. © imago sportfotodienst
Katrin Wagner-Augustin bei den Olympischen Sommerspielen in London. Die Kanutin gewann insgesamt viermal Gold und jeweils einmal Silber und Bronze.
Katrin Wagner-Augustin bei den Olympischen Sommerspielen in London. Die Kanutin gewann insgesamt viermal Gold und jeweils einmal Silber und Bronze. © imago sportfotodienst
Schwimmer Roland Matthes gewann vier Goldmedaillen und jeweils zwei Silber- und Bronzemedaillen.
Schwimmer Roland Matthes gewann vier Goldmedaillen und jeweils zwei Silber- und Bronzemedaillen. © imago sportfotodienst
Schwimmerin Kornelia Ender holte bei Olympia insgesamt viermal Gold und viermal Silber.
Schwimmerin Kornelia Ender holte bei Olympia insgesamt viermal Gold und viermal Silber. © IMAGO / Werner Schulze
Der deutsche Springreiter Hans Günter Winkler holte bei Olympia insgesamt sieben Medaillen: Fünfmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze.
Der deutsche Springreiter Hans Günter Winkler holte bei Olympia insgesamt sieben Medaillen: Fünfmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. © imago sportfotodienst
Kristin Otto schwamm bereits sechsmal zu Olympia-Gold.
Kristin Otto schwamm bereits sechsmal zu Olympia-Gold.  © imago sportfotodienst
Dressur- und Vielseitigkeitsreiter Reiner Klimke konnte bei Olympia sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen gewinnen.
Dressur- und Vielseitigkeitsreiter Reiner Klimke konnte bei Olympia sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen gewinnen. © imago sportfotodienst, via www.imago-images.de
Dressurreiterin Isabell Werth gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Olympionikin: Sie gewann sieben Gold- und fünf Silbermedaillen.
Dressurreiterin Isabell Werth gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Olympioniken: Sie gewann sieben Gold- und fünf Silbermedaillen.  © IMAGO/Pontus Lundahl/TT
Kanutin Birgit Fischer ist die erfolgreichste deutsche Olympionikin mit insgesamt zwölf Medaillen: Achtmal Gold und viermal Silber.
Kanutin Birgit Fischer ist die erfolgreichste deutsche Olympionikin mit insgesamt zwölf Medaillen: Achtmal Gold und viermal Silber.  © imago sportfotodienst

Die deutsche Seite, vertreten durch Bundestrainer Alfred Gíslason, der seinen Vertrag vor Olympia langfristig verlängerte, wies jegliche Unterstellungen von sich, man habe nicht mit voller Kraft gespielt. „Es wurde viel darüber geredet: wollen beide Mannschaften gewinnen, wollen beide Mannschaften verlieren? Letztlich kamen beide Mannschaften rein, um zu gewinnen. Es ist auch fast unmöglich in so ein Spiel zu gehen und zu sagen, wir wollen nur mit halber Kraft spielen“, sagte Gíslason nach der Partie. (smr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Marco Wolf

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