VonHanna Raifschließen
Der Pokal-K.o. hat Bayern München nicht aus der Bahn geworfen: Die Kompany-Elf schlägt zuhause den 1. FC Heidenheim. Die FCB-Stars in der Einzelkritik.
München – Der FC Bayern München hat sich vom Pokal-Aus gegen Bayer Leverkusen gut erholt gezeigt und seine Tabellenführung in der Bundesliga ausgebaut. Der deutsche Fußball-Rekordmeister setzte sich im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim mit 4:2 (1:0) durch (das Spiel im Live-Ticker) und profitierte vom Patzer von Verfolger Eintracht Frankfurt.
Bei den Münchnern erzielten Dayot Upamecano (18. Minute), der in der Startelf zunächst geschonte Jamal Musial mit einem Doppelpack (56./90.+1) und Leon Goretzka (84.) die Tore. Für Heidenheim trafen Mathias Honsak (50.) und Niklas Dorsch (86.).
Die Bayern-Stars in der tz-Einzelkritik:
Daniel Peretz
Am Dienstag war der Ersatzkeeper für Manuel Neuer in die Partie gekommen – diesmal durfte er von Beginn an ran. Wollte sich im Aufbauspiel immer wieder bemerkbar machen, die Hintermannschaft musste sich an den Bundesliga-Debütanten im Tor noch gewöhnen. Und auch bei der ersten wirklich wichtigen Aktion mangelte es an Abstimmung. Bei einem Rückpass von Dayot Upamecano stand Peretz deutlich näher am Tor als Neuer für gewöhnlich – so konnte nach einem Fehlpass der Ausgleich fallen. Am 3:2 nicht schuld. Note: 4
Sacha Boey
Wurde für harte Reha-Arbeit belohnt und durfte das erste Mal seit seinem Meniskusriss starten. Machte seine Sache in Ordnung, aber lange nicht so auffällig wie Konrad Laimer, der in den vergangenen Wochen laut Präsident Herbert Hainer wie ein „Wiesel“ gerannt war. Fiel nicht ab und nicht auf. Note: 4
Dayot Upamecano
Ein Dauerbrenner im Team von Vincent Kompany, der diesmal zunächst vorne seine Qualitäten zeigen durfte. Das 1:0 versenkte er nach Kimmich-Ecke butterweich per Kopf zum verdienten 1:0. Der zweite Saisontreffer des Franzosen passte zum lange zum starken Gesamtauftritt, bis die 50. Minute kam: Einen zu kurzen Rückpass auf Peretz nutzte Heidenheim zum 1:1. Ein Upa-Auftritt zwischen Genie und Wahnsinn. Note: 3
Minjae Kim
Weiter, immer weiter – das ist das Motto des Mannes, der bis jetzt in jedem Saisonspiel des FC Bayern und der südkoreanischen Nationalmannschaft in der Startelf stand. Verzeichnete diesmal die erste wichtige Defensiv-Aktion in der 35. (!) Minute. Dass er dafür Sonderapplaus erhielt, spricht für das Standing, das er inzwischen (aus gutem Grund) beim FC Bayern hat. Note: 2
Alphonso Davies
Ließ Leroy Sané die linke Grundlinie beackern und orientierte sich diesmal eher nach innen. Ein Schuss mit rechts ging drüber, nach einer sehenswerten Kombination mit Aleksandar Pavlovic traf der Kanadier den Außenpfosten (37.). Nach hinten gab es eigentlich wenig zu tun, aber Davies leistete sich dennoch einen Schnitzer. Weil er die Kugel nach einem langen Ball nicht kontrollieren konnte, kam Heidenheim zum ersten Torschuss – der saß. Auch am 3:2-Anschluss nicht unbeteiligt. Note: 4
Joshua Kimmich
Strahlte die gewohnte Ruhe aus, trat Ecke über Ecke – und wurde diesmal belohnt. Passgenau kam der Ball auf den Kopf von Upamecano, das 1:0 ging also somit auch auf Kimmichs Kappe. Machte aber auch darüber hinaus eine starke Partie mit klugen Pässen und viel Übersicht. Note: 2
Aleksandar Pavlovic
Dass er auch mit fixierter Schulter keine Zweikämpfe scheut, zeigte der Sechser gleich zu Beginn. Dass er vor wenigen Wochen operiert worden war, merkte man Pavlovic nämlich einfach gar nicht an. Hatte nach der Pause die erste Chance auf das 2:0 (49.), verzog aber aus der Drehung. Beachtlicher Auftritt – aber mit Luft nach oben. Note: 3 (ab 71. Leon Goretzka o.B.)
Leroy Sané
Stand zum zweiten Mal hintereinander in der Bundesliga in der Startelf, profitierte aber diesmal wohl auch davon, dass Serge Gnabry verletzt fehlte und Kompany ohnehin die Rotationsmaschine angeworfen hatte. Machte über die linke Seite immer wieder Dampf, war aber – wie so oft – nicht zwingend genug. Zwei Chancen binnen einer Minute (15.) reichten nicht zum 1:0, danach wurde es noch dünner. Note: 4
Raphael Guerreiro
Weil rechts hinten schon Boey spielen durfte, wurde die Allzweckwaffe von Kompany diesmal weiter vorne eingesetzt und agierte nominell hinter Müller. Hatte immer wieder gute Ideen, nicht alle Pässe jedoch kamen an. Ein Kopfball war zu harmlos (25.), einige Male blieb er hängen. Dennoch okay auf der ungewohnten Position. Note: 4 (ab 90. Konrad Laimer o.B.)
Michael Olise
War nach der harmlosen Anfangsphase daran beteiligt, dass die Bayern mehr Schwung nach vorne machten. Weil die Männer hinter Thomas Müller ihre Positionen wild tauschten, wurde das Team von Kompany gefährlicher. Olise brachte von rechts immer wieder gute Flanken in den Strafraum, fand aber oft keine Abnehmer. Einen Assist hatte er trotzdem zu verbuchen, weil er den Ball vor dem 2:1 auf Jamal Musiala weiterleitet. Das 3:1 verpasste er alleine vor dem Tor. Note: 3 (ab 71. Kingsley Coman o.B., ab 90. Arijon Ibrahimovic)
Thomas Müller
Lief bei seinem ersten Startelfeinsatz seit Ende Oktober in Abwesenheit von Manuel Neuer gleich als Kapitän aufs Feld – brauchte aber, um ins Spiel zu finden. Immerhin der erste Torschuss ging nach einigen Fehlpässen auf die Kappe des „Oldies“ im Team (13.). Danach tauchte Müller aber zu selten da auf, wo er gefährlich ist – oder mal war? Note: 5 (ab 51. Jamal Musiala: Kam, sah und traf. Fünf Minuten nach seiner Einwechslung klingelte es nach einem Solo zum 2:1. In der Nachspielzeit zum 4:2. So geht Weltklasse! Note: 1) (hlr/dpa)
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