Umstrittener Deal mit Rüstungskonzern

Im Heimspiel gegen Eintracht: BVB-Fans protestieren gegen Sponsoren-Deal

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Die Fanszene von Borussia Dortmund plant Proteste gegen das Sponsoring der Rüstungsfirma Rheinmetall. Der Saisonauftakt könnte turbulent werden.

Dortmund – Vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison herrscht bei Borussia Dortmund eine Stimmung des Aufbruchs. Nach einem scheinbar erfolgreichen Umbruch im Sommer wird das erste Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstagabend (24. August) jedoch nicht nur von Begeisterung über die mit namhaften Neuzugängen aufgestockte Mannschaft des neuen Trainers Nuri Şahin geprägt sein.

Die organisierte Fanszene des BVB hat ihren Protest gegen das kontroverse Sponsoring durch Rheinmetall angekündigt. Das Bündnis Südtribüne Dortmund, in dem zahlreiche Fanclubs und Ultragruppen organisiert sind, hat vor dem ersten Heimspiel der neuen Saison in einer Erklärung zum Sponsoring des Rüstungsunternehmens klar Stellung bezogen.

Fans kritisieren „ausgeprägtes Kalkül“ der BVB-Bosse

„Dass sich die Verantwortlichen des BVB und all seine Gremien dazu bereiterklärt haben, die Strahlkraft von Borussia Dortmund dafür einzusetzen, das öffentliche Ansehen eines Rüstungskonzerns zu verbessern und dabei die eigenen Werte über Bord zu werfen, lehnen wir entschieden ab“, so rund 90 unterzeichnende Fangruppen in der gemeinsamen Erklärung.

Das Sponsoring des BVB durch den Rüstungskonzern Rheinmetall ist stark umstritten.

Ein Hauptvorwurf ist, dass die Verantwortlichen des BVB das Sponsoring absichtlich kurz vor dem Finale der Champions League öffentlich gemacht hätten, um das Thema bewusst kleinzuhalten. „Die Art der Kommunikation sowie der Zeitpunkt der Veröffentlichung der Partnerschaft zeugen von ausgeprägtem Kalkül auf Seiten der Vereinsverantwortlichen“, teilen die Unterzeichner mit.

„Unmut über den Deal“ soll ins Stadion getragen werden

Die Führung des BVB muss daher mit Widerstand beim Saisonauftakt in der Bundesliga rechnen. Das Bündnis hat dazu aufgerufen, den „Unmut über den Deal mit Rheinmetall ins Stadion zu tragen“. Der Aufruf lautet: „Bereitet gerne Schilder und/oder Spruchbänder vor, mit denen ihr zu Beginn der zweiten Halbzeit eure Kritik zum Ausdruck bringen könnt.“ Schon vor dem Champions-League-Finale gab es auf einigen Spruchbändern klare Worte zum Sponsoring.

Die Verantwortlichen von Dortmund haben die Partnerschaft mit Rheinmetall wiederholt gegen Kritik verteidigt. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betonte, der BVB wolle sich am Diskurs um „Sicherheit und Verteidigung“ als „elementare Eckpfeiler unserer Demokratie“ beteiligen. Im Juni äußerte sich sogar Bundeskanzler Olaf Scholz zu dem Thema.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON

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