Eklat bei der Siegerehrung

„Absolut Okay“ – Rummenigge-Wirbel nach Kuss-Skandal bei der Frauen-WM

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Der spanische Verbandspräsident muss nach seinem Skandal-Kuss bei der Siegerehrung der Frauen-WM viel Kritik einstecken. Karl-Heinz Rummenigge verteidigt das Verhalten von Luis Rubiales.

Hamburg – Es war die Skandal-Szene der Frauen-WM: Nach dem größten Triumph für die spanischen Fußballerinnen küsst der spanische Verbandspräsident Luis Rubiales während der Siegerehrung die frisch gebackene Weltmeisterin Jennifer Hermoso ungefragt auf den Mund. Dafür erntet Rubiales reichlich Kritik – jedoch nicht von allen.

Jennifer Hermoso
Geboren: 9. Mai 1990 (33 Jahre alt) in Madrid
Aktuelle Teams: CF Pachuca Femenil / Nationalmannschaft Spanien
Größte Erfolge: Weltmeisterin (2023), Champions-League-Siegerin (2021)

Rummenigge verteidigt Verbandspräsidenten nach Skandal-Kuss

Karl-Heinz Rummenigge verteidigt Rubiales jetzt für dessen Aktion. Man solle nicht übertreiben, äußerte sich das Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern am Rande des „Sport Bild“-Awards am Montagabend in Hamburg zu der skandalösen Szene. Rummenigge kenne Rubiales schon lange.

„Wenn man Weltmeister wird, ist man emotional. Und was er da gemacht hat, ist – sorry, mit Verlaub – absolut okay“, führt Rummenigge weiter aus und überrascht mit einem irritierenden Vergleich: „Ich kann mich erinnern: Als wir letztes Mal die Champions League gewonnen haben, habe ich Männer geküsst – nicht auf den Mund zwar, aber aus Freude.“

Den Skandal-Kuss des spanischen Verbandspräsidenten Luis Rubiales auf den Mund von Spielerin Jennifer Hermoso, hält Karl-Heinz Rummenigge für „absolut okay“.

„Kirche im Dorf lassen“ – Rummenigge mit Verständnis für Rubiales

Rubiales habe aus der Emotionalität heraus gehandelt und man soll „die Kirche im Dorf lassen“ erklärt Rummenigge. So locker wie Rummenigge sieht das jedoch nicht jeder. „Wenn das nicht von beiden Seiten gewollt ist, dann ist das ein ganz schwieriges Verhalten. Es kann übergriffig sein und so wirkt es tatsächlich auch“, sagte Donata Hopfen, frühere Geschäftsführerin der DFL.

Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat kein Verständnis für Rubiales Verhalten. „Ich hätte nicht so gehandelt“, sagte Neuendorf. BVB-Boss Joachim Watzke äußerte sich zurückhaltender: „Ich weiß nicht, was da vorher gewesen ist, ob die miteinander gesprochen haben oder ob das ein überschäumendes Gefühl der Freude war. Ich war nicht dabei, deshalb halte ich die Klappe“, so Watzke.

Popp, Putellas, Oberdorf: Das sind die besten Fußballerinnen der Welt

Alexia Putellas (29), Spanien, FC Barcelona: Die offensive Mittelfeldspielerin ist das Herzsstück in der spanischen nationalmannschaft und beim FC Barcelona. 2021 und 2022 gewann sie den Titel als Weltfußballerin.
Platz 1: Alexia Putellas (29), Spanien, FC Barcelona: Die offensive Mittelfeldspielerin ist das Herzsstück in der spanischen Nationalmannschaft und beim FC Barcelona. 2021 und 2022 gewann sie den Titel als Weltfußballerin. © IMAGO/Jose Breton
Beth Mead (28), England, FC Arsenal: Die Stürmerin gewann im letzten Jahr mit der englischen Nationalmannschaft die Europameisterschaft. Sie war die erfolgreichste Torjägerin und wurde zur besten Spielerin des Turniers gewählt.
Platz 2: Beth Mead (28), England, FC Arsenal: Die Stürmerin gewann im letzten Jahr mit der englischen Nationalmannschaft die Europameisterschaft. Sie war die erfolgreichste Torjägerin und wurde zur besten Spielerin des Turniers gewählt. © IMAGO/Adam Davy
Kerr ist Rekordtorschützin der australischen Nationalmannschaft und verhalf Chelsea zuletzt zu vier Meistertiteln in Serie.
Platz 3: Sam Kerr (29), Australien, FC Chelsea: Kerr ist Rekordtorschützin der australischen Nationalmannschaft. Mit ihren Toren verhalf sie Chelsea zuletzt zu vier Meistertiteln in Serie. © IMAGO/JOEL CARRETT
Lena Oberdorf (21), Deutschland, VfL Wolfsburg: Die Mittelfeldspielerin debütierte bereits 2019 in der deutschen Nationalmannschaft. Mit den Wolfsburgerinnen gewann sie zuletzt dreimal in Folge den DFB-Pokal und stand 2023 im Champions-League-Finale.
Platz 4: Lena Oberdorf (21), Deutschland, VfL Wolfsburg: Die Mittelfeldspielerin debütierte bereits 2019 in der deutschen Nationalmannschaft. Mit den Wolfsburgerinnen gewann sie zuletzt dreimal in Folge den DFB-Pokal und stand 2023 im Champions-League-Finale. © IMAGO/Revierfoto
Bonmati kommt vor allem im zentralen und offensiven Mittelfeld zum Einsatz. Mit Barcelona gewann sie 2023 die spanische Meisterschaft und die Champions League.
Platz 5: Aitana Bonmati (25), Spanien, FC Barcelona: Bonmati kommt vor allem im zentralen und offensiven Mittelfeld zum Einsatz. Mit Barcelona gewann sie 2023 die spanische Meisterschaft und die Champions League. © IMAGO/Kim Price
Alexandra Popp (32), Deutschland, VfL Wolfsburg: Die Stürmerin ist in der deutschen Nationalmannschaft und beim VfL Wolfsburg unverzichtbar. Die DFB-Kapitänin führte Deutschland 2022 bei der Europameisterschaft auf Platz zwei.
Platz 6: Alexandra Popp (32), Deutschland, VfL Wolfsburg: Die Stürmerin ist in der deutschen Nationalmannschaft und beim VfL Wolfsburg unverzichtbar. Die DFB-Kapitänin führte Deutschland 2022 bei der Europameisterschaft auf Platz zwei. © IMAGO/Scott Barbour/Shutterstock
Ada Hegerberg (28), Norwegen, Olympique Lyon: Hegerberg gehört seit jahren zu den besten Stürmerinnen der Welt. Mit Lyon gewann sie insgesamt sechsmal die Champions League und wurde 2018 als Weltfußballerin ausgezeichnet.
Platz 7: Ada Hegerberg (28), Norwegen, Olympique Lyon: Hegerberg gehört seit jahren zu den besten Stürmerinnen der Welt. Mit Lyon gewann sie insgesamt sechsmal die Champions League und wurde 2018 als Weltfußballerin ausgezeichnet. © IMAGO/Lise Åserud
Wendie Renard, Frankreich, Olympique Lyon: Die 1,87 Meter große Innenverteidigerin gilt als robust und kopfballstark. Mit 102 Einsätzen ist sie Rekordspielerin der Champions League und gewann den Wettbewerb mit Lyon insgesamt acht mal.
Platz 8: Wendie Renard, Frankreich, Olympique Lyon: Die 1,87 Meter große Innenverteidigerin gilt als robust und kopfballstark. Mit 102 Einsätzen ist sie Rekordspielerin der Champions League und gewann den Wettbewerb mit Lyon insgesamt acht mal.  © IMAGO/Sydney Low
Catarina Macario (23), USA, Olympique Lyon: Die 23-jährige Offensivspielerin etablierte sich innerhalb kürzester Zeit bei Lyon und verhalf dem Team 2022 zur Meisterschaft und dem Gewinn der Champions League.
Platz 9: Catarina Macario (23), USA, Olympique Lyon: Die 23-jährige Offensivspielerin etablierte sich innerhalb kürzester Zeit bei Lyon und verhalf dem Team 2022 zur Meisterschaft und dem Gewinn der Champions League. © IMAGO/Francesco Scaccianoce/LiveMedia/Shutterstock
Lucy Bronze, England, FC Barcelona: Die Abwehrspielerin gehört in der englischen Nationalmannschaft und beim FC Barcelona zum Stammpersonal. Sie konnte mit zwei Vereinen (Barcelona und Lyon) die Champions League gewinnen und wurde 2020 FIFA-Weltfußballerin.
Platz 10: Lucy Bronze, England, FC Barcelona: Die Abwehrspielerin gehört in der englischen Nationalmannschaft und beim FC Barcelona zum Stammpersonal. Sie konnte mit zwei Vereinen (Barcelona und Lyon) die Champions League gewinnen und wurde 2020 FIFA-Weltfußballerin. © IMAGO/Isabel Infantes

Rubiales ohne Verständnis für Kritiker

Innerhalb kürzester Zeit nach der bizarren Szene waren Sexismus-Vorwürfe gegen Rubiales laut geworden. „Es ist eine Form der sexuellen Gewalt, die wir Frauen täglich erleiden und die bisher unsichtbar war und die wir nicht normalisieren dürfen“, schrieb die spanische Gleichstellungsministerin Irene Montero auf X, vormals Twitter.

Der Verbandspräsident selbst kann die Kritik an seiner unpassenden Aktion zunächst nicht nachvollziehen. „Idioten gibt es überall. Wenn zwei Menschen miteinander eine unwichtige Geste der gegenseitigen Zuneigung teilen, darf man dem Mist, der da gesagt wird, keine Beachtung schenken“, sagte Rubiales bei Radio Marca. Am Montag ruderte Rubiales dann zurück. „Es gibt eine Sache, die ich bedauere, und zwar das, was zwischen mir und einer Spielerin passiert ist, zu der ich eine großartige Beziehung unterhalte. Da habe ich wahrscheinlich einen Fehler gemacht“, sagte der 45-Jährige in einem Video, das der spanische Verband RFEF veröffentlichte.

Spaniens Spielerinnen feiern nach dem Sieg gegen England.

Hermoso äußert sich zum Kuss-Eklat

Dass der Kuss nicht einvernehmlich oder vorher abgesprochen war, bestätigte Jennifer Hermoso kurz nach der Aktion in einem Live-Video auf Instagram. „Hat mir nicht gefallen“, sagte die 33-Jährige. Kurz darauf stellte sie sich jedoch hinter Rubiales. „Es war eine ganz spontane gegenseitige Geste aufgrund der großen Freude über den Gewinn einer Weltmeisterschaft. Der ‚Präsi‘ und ich haben ein großartiges Verhältnis zueinander“, teilte Hermoso über den Verband mit.

Während der Kuss Hermoso in eine unangenehme Situation gebracht hat, hat eine ihrer Mitspielerinnen kurz nach dem großen Erfolg eine traurige Nachricht erfahren. (LuHa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sports Press Photo und IMAGO / Norbert Schmidt

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