„Absolut Okay“ – Rummenigge-Wirbel nach Kuss-Skandal bei der Frauen-WM
VonLuca Hartmann
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Der spanische Verbandspräsident muss nach seinem Skandal-Kuss bei der Siegerehrung der Frauen-WM viel Kritik einstecken. Karl-Heinz Rummenigge verteidigt das Verhalten von Luis Rubiales.
Rummenigge verteidigt Verbandspräsidenten nach Skandal-Kuss
Karl-Heinz Rummenigge verteidigt Rubiales jetzt für dessen Aktion. Man solle nicht übertreiben, äußerte sich das Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern am Rande des „Sport Bild“-Awards am Montagabend in Hamburg zu der skandalösen Szene. Rummenigge kenne Rubiales schon lange.
„Wenn man Weltmeister wird, ist man emotional. Und was er da gemacht hat, ist – sorry, mit Verlaub – absolut okay“, führt Rummenigge weiter aus und überrascht mit einem irritierenden Vergleich: „Ich kann mich erinnern: Als wir letztes Mal die Champions League gewonnen haben, habe ich Männer geküsst – nicht auf den Mund zwar, aber aus Freude.“
Den Skandal-Kuss des spanischen Verbandspräsidenten Luis Rubiales auf den Mund von Spielerin Jennifer Hermoso, hält Karl-Heinz Rummenigge für „absolut okay“.
„Kirche im Dorf lassen“ – Rummenigge mit Verständnis für Rubiales
Rubiales habe aus der Emotionalität heraus gehandelt und man soll „die Kirche im Dorf lassen“ erklärt Rummenigge. So locker wie Rummenigge sieht das jedoch nicht jeder. „Wenn das nicht von beiden Seiten gewollt ist, dann ist das ein ganz schwieriges Verhalten. Es kann übergriffig sein und so wirkt es tatsächlich auch“, sagte Donata Hopfen, frühere Geschäftsführerin der DFL.
Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat kein Verständnis für Rubiales Verhalten. „Ich hätte nicht so gehandelt“, sagte Neuendorf. BVB-Boss Joachim Watzke äußerte sich zurückhaltender: „Ich weiß nicht, was da vorher gewesen ist, ob die miteinander gesprochen haben oder ob das ein überschäumendes Gefühl der Freude war. Ich war nicht dabei, deshalb halte ich die Klappe“, so Watzke.
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Innerhalb kürzester Zeit nach der bizarren Szene waren Sexismus-Vorwürfe gegen Rubiales laut geworden. „Es ist eine Form der sexuellen Gewalt, die wir Frauen täglich erleiden und die bisher unsichtbar war und die wir nicht normalisieren dürfen“, schrieb die spanische Gleichstellungsministerin Irene Montero auf X, vormals Twitter.
Der Verbandspräsident selbst kann die Kritik an seiner unpassenden Aktion zunächst nicht nachvollziehen. „Idioten gibt es überall. Wenn zwei Menschen miteinander eine unwichtige Geste der gegenseitigen Zuneigung teilen, darf man dem Mist, der da gesagt wird, keine Beachtung schenken“, sagte Rubiales bei Radio Marca. Am Montag ruderte Rubiales dann zurück.„Es gibt eine Sache, die ich bedauere, und zwar das, was zwischen mir und einer Spielerin passiert ist, zu der ich eine großartige Beziehung unterhalte. Da habe ich wahrscheinlich einen Fehler gemacht“, sagte der 45-Jährige in einem Video, das der spanische Verband RFEF veröffentlichte.
Dass der Kuss nicht einvernehmlich oder vorher abgesprochen war, bestätigte Jennifer Hermoso kurz nach der Aktion in einem Live-Video auf Instagram. „Hat mir nicht gefallen“, sagte die 33-Jährige. Kurz darauf stellte sie sich jedoch hinter Rubiales. „Es war eine ganz spontane gegenseitige Geste aufgrund der großen Freude über den Gewinn einer Weltmeisterschaft. Der ‚Präsi‘ und ich haben ein großartiges Verhältnis zueinander“, teilte Hermoso über den Verband mit.