Leid mit den Leitlinien

Dänemark-Trainer kritisiert Schiedsrichter nach Niederlage gegen DFB für „zwei lächerliche Entscheidungen“

Nach dem dänischen EM-Aus gegen Deutschland: Coach Hjulmand schießt gegen den VAR und eine Regel, bleibt gegenüber dem Gegner aber versöhnlich.

Dortmund – Nach dem 2:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Dänemark im EM-Achtelfinale am Samstagabend kochten bei Kasper Hjulmand die Emotionen hoch. Der dänische Trainer konnte sich die Enttäuschung über das Ausscheiden seiner Mannschaft aus dem Turnier nicht verkneifen und ließ seinem Frust über die Schiedsrichter und den VAR-Verantwortlichen in Leipzig offen freien Lauf.

Kasper Hjulmand
Geboren:9. April 1972 in Aalborg
Stationen als Trainer (u.a.):FC Nordsjælland, 1. FSV Mainz 05, Dänemark
Erfolge:2 x Dänischer Pokal, 1 x Dänische Meisterschaft

Dänemark-Trainer kritisiert Schiedsrichter nach Niederlage gegen DFB

„Zwei lächerliche Entscheidungen“, polterte Hjulmand im Interview mit dem ZDF und sparte nicht mit scharfer Kritik an den Schiedsrichterentscheidungen. Dabei nahm er zunächst einen gemäßigten Ton an und lobte die starke Leistung des deutschen Teams und Trainer Julian Nagelsmanns, doch schnell änderte sich sein Fokus.

Ursache Nummer eins des Frusts: In der 48. Minute erlebten die Dänen einen herben Rückschlag, als Joachim Andersen das vermeintliche Führungstor erzielte, das jedoch nach dem Eingreifen des Video-Assistenten (VAR) wegen einer minimalen Abseitsstellung von Thomas Delaney aberkannt wurde.

„Wir reden hier über einen Zentimeter! Ist die Technik so genau? Kann der Zeitpunkt des Abspiels wirklich so präzise bestimmt werden?“, fragte ein fassungsloser Hjulmand und hielt ein Bild der Szene hoch, um seine Fassungslosigkeit zu unterstreichen.

Dänemarks Trainer Kasper Hjulman haderte nach dem EM-Ausscheiden gegen Deutschland mit dem Umgang mit moderner Fußball-Technologie und ärgerte sich zudem über die Regelung beim Handspiel.

Hjulmands ärgert sich über „lächerliche Handregel“

Gerade als die Dänen diesen Rückschlag verkraftet hatten, folgte der nächste Aufreger: Ein Flankenball von David Raum traf Andersen im Strafraum am abgespreizten Arm. Der VAR griff erneut ein, und der Schiedsrichter entschied auf Handelfmeter, den Kai Havertz sicher zum 1:0 verwandelte. Hjulmand schüttelte den Kopf: „Wie sollen wir ohne Hände spielen? Es war eine kurze Distanz.“

Der Ärger des ehemaligen Trainers des 1. FSV Mainz 05 richtete sich nicht nur gegen die spezifischen Entscheidungen, sondern auch gegen die grundsätzlichen Regelungen. „Ich habe echt genug von dieser lächerlichen Handregel“, ließ er seinem Frust freien Lauf. „Wir können nicht erwarten, dass unsere Verteidiger mit den Händen auf dem Rücken laufen. So sollte Fußball nicht sein.“

Dänemark-Coach wünscht Nagelsmann-Elf alles Gute für weiteren EM-Verlauf

Trotz seiner scharfen Worte sprach sich Hjulmand nicht gegen den VAR an sich aus. „Die Technologie ist gut für den Sport, aber bei solchen knappen Entscheidungen sollte die Eindeutigkeit klar sein. Wir müssen die Nutzung des VAR verbessern“, fügte er hinzu.

Abschließend wünschte Hjulmand der deutschen Mannschaft alles Gute für den weiteren Turnierverlauf, doch die bittere Erinnerung an zwei umstrittene Schlüsselszenen werden ihm wohl erstmal im Gedächtnis bleiben – Szenen, die das Spiel und den Ausgang des Achtelfinales maßgeblich beeinflussten und für Hjulmand und seine Mannschaft aus Dänemark am Samstagabend nur schwer zu verkraften waren. (dpa/chnnn)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Matthias Koch

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