„Unerwartetes Ass“

Hummels erfährt Wechselbad der Gefühle – und wird von Rom bejubelt

  • schließen

Mats Hummels ist bei der AS Rom zum ersten Mal in der Anfangsformation und patzt erneut. Doch dann trifft der Weltmeister von 2014 für seinen neuen Klub.

London – Für die AS Rom ging es am Donnerstagabend in der Europa League auswärts gegen Tottenham Hotspur. Mats Hummels, der im Sommer nach seinem Vertragsende bei Borussia Dortmund ablösefrei bei den Römern angeheuert hatte, stand dabei erstmals in der Startelf seines neuen Vereins.

Doch schon früh in der Partie unterlief Hummels ein Missgeschick: Er verursachte einen Foulelfmeter, den Heung-min Son verwandelte (5.). Es sei einer dieser Momente gewesen, die „nur der Videoschiedsrichter sehe“, sagte Roms neuer Cheftrainer Claudio Ranieri nach Abpfiff zur Aktion von Hummels. Der schwedische Schiedsrichter Glenn Nyberg hatte zunächst nicht auf Elfmeter entschieden.

Nachdem Hummels zu Saisonbeginn nicht zum Einsatz gekommen war, lief es anschließend für ihn auf dem Rasen unglücklich. So setzte er bei seinem Debüt gegen Florenz einen Kopfball ins eigene Tor, die AS Rom verlor das besagte Spiel mit 1:5. Zuletzt beim 0:1 gegen die SSC Neapel ging Hummels gegen Torjäger Romelu Lukaku nicht entschlossen dagegen; Lukaku traf.

Hummels bügelt seinen Fehler aus

Hummels sagte im Anschluss bei DAZN: „Die Situationen sind die schlimmsten für einen Verteidiger. Ich dachte zunächst, dass ich den Ball hätte erreichen können, aber ich wollte unseren Torhüter nicht verletzen oder ein Eigentor schießen. Ich würde sagen: Es war nicht gut verteidigt, aber es war schwer zu verteidigen.“

Mats Hummels (r.) jubelt nach seinem Ausgleichstor in London.

Doch gegen Tottenham bügelte Hummels sein Missgeschick aus: In der 91. Minute erzielte der frühere BVB-Verteidiger das 2:2 und rettete seinem Team damit einen Punkt. Der 35-Jährige war nach einem Eckball am zweiten Pfosten zur Stelle und musste den Ball aus kurzer Distanz nur noch über die Linie drücken.

Lob von Ranieri und Italiens Presse

Zwar sei der Weltmeister von 2014 „noch nicht in Topform“, sagte Ranieri. „Ich glaube aber, dass er in der Abwehr nicht nur gut, sondern außergewöhnlich gut sein kann.“ Gegen die Spurs sei der Ex-Nationalspieler „eine Schlüsselfigur in der Abwehr“ gewesen.

Sogar die italienische Presse, die Hummels zuletzt noch kritisiert hatte, verteilte nun Lob. „Die Roma hat ein unerwartetes Ass wiederentdeckt“, schrieb die Gazzetta dello Sport.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Pro Sports Images

Kommentare