Angezählter Vorstandsvorsitzender

Bayern-Boss Oliver Kahn bezeichnet Spekulationen um seine Person als „Hype“

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Nach der Pleite in Mainz sprach Oliver Kahn über die Gerüchte um seine Zukunft. Für den Bayern-Boss sind die Spekulationen um sein Aus nur ein „Hype“.

München – Die Krise des FC Bayern verschärfte sich am Samstag weiter. Nach der 1:3-Pleite in Mainz verloren die Münchner die Tabellenführung an Borussia Dortmund, zudem bedeutete die Niederlage die vierte sieglose Partie in Folge. Vorstandsboss Oliver Kahn sprach gegenüber dem ZDF über den aktuellen Negativlauf und das drohende Szenario einer titellosen Saison. Obendrein dementierte der 53-Jährige die Spekulationen um seine Person.

Oliver Kahn
Geboren: 15. Juni 1969 in Karlsruhe
Profi-Stationen: Karlsruher SC, FC Bayern
Pflichtspiele für den FC Bayern: 632
Länderspiele: 86 für Deutschland

FC Bayern: Vorstandsboss Kahn bezeichnet Saison ohne Titel als „Katastrophe“

Besonders in der zweiten Halbzeit erlebten die Bayern einen Leistungseinbruch, zur Pause hatte der Rekordmeister noch geführt. Nach dem aus der Hand gegebenen Spiel trat Kahn im Aktuellen Sportstudio des ZDF vor das Mikrofon und rechtfertigte den Trainerwechsel, den die Bayern vor einem knappen Monat vollzogen hatten. Thomas Tuchel verlor bereits drei seiner sieben Pflichtspiele als FCB-Chefcoach, sein Vorgänger Julian Nagelsmann hingegen wurde nach drei Niederlagen aus den ersten 37 Saisonspielen freigestellt.

„Ich habe immer auch von langfristigen Zielen gesprochen“, verteidigte Kahn die Trainerentscheidung der Münchner. Es ginge „jetzt nicht rein nur um die Saisonziele“, erklärte der Badener, der sich nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal sowie in der Champions League viel Kritik gefallen lassen muss. Durch die zwei verlorenen Titel gerät die Meisterschaft in den Fokus, doch im Titelkampf müssen die Bayern nun auf Fehler des Konkurrenten BVB hoffen. Eine Spielzeit ohne Titel wäre laut Kahn „natürlich für uns alle eine Katastrophe“.

Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars

Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2025 den Kasten des Rekordmeisters hüten.
Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2026 den Kasten des Rekordmeisters hüten. © IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportphoto
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029.
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sven Ulreich hat ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.
Auch Sven Ulreich hat inzwischen ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.  © IMAGO/Wolfgang SCHNEBLE / SVEN SIMON
Daniel Peretz bei seiner Bayern-Vorstellung
Daniel Peretz (li.) kam im Sommer 2023 von Maccabi Tel Aviv nach München und unterschrieb bis 2028. © IMAGO/FC BAYERN MUENCHEN
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028.
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028. © Langer / Imago Images
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete.
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28.
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28. © Revierfoto / Imago Images
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB 2023 Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028.
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028. © IMAGO/Ulmer
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet.
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet. © ANP / Imago Images
Tarek Buchmann bei der Teamvorstellung des FC Bayern München
Der FC Bayern und Innenverteidiger-Talent Tarek Buchmann einigten sich beim ersten Profivertrag auf eine Laufzeit bis 2026. © IMAGO/Mladen Lackovic
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro 2023 ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister.
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister. © IMAGO/Revierfoto
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert.
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert. © Boris Schumacher/imago
Das aktuelle Arbeitsverhältnis von Dayot Upamecano mit dem FC Bayern würde 2026 enden.
Die Vertragslaufzeit von Dayot Upamecano beträgt noch über drei Jahre. Das aktuelle Arbeitsverhältnis mit dem FC Bayern würde 2026 enden.  © Markus Fischer/imago
Nach der Vertragsverlängerung im Juni 2024 ist Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic bis 2029 gebunden.
Nur einen Monat nach Krätzig erhielt Aleksandar Pavlovic seinen ersten Profivertrag in München, auch er soll bis mindestens 2027 bleiben. © UWE KRAFT / Imago
Nach langem Hin und Her ist klar: Joshua Kimmich bleibt bis 2029 beim Rekordmeister.
Joshua Kimmich darf immer häufiger mit der Kapitänsbinde auflaufen. Das Arbeitspapier des Nationalspielers ist bis 2029 datiert.  © Imago
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028.
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028. © Lackovic / Imago Images
Der Vertrag von Konrad Laimer, ebenfalls 2023 ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit.
Der Vertrag von Konrad Laimer, ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit. © IMAGO/Markus Fischer
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.  © Danilo Di Giovanni/imago
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026.
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026. © IMAGO/Silas Schueller/DeFodi Images
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert.
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert. © Mladen Lackovic/imago
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.  © Frank Hoermann/Sven Simon
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch zwei Jahre länger gebunden – bis 2027.
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch ein Jahr länger gebunden – bis 2027. © Memmler/imago
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029.
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029. © Sebastian Frej / Imago Images
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern München
Mit einer angeblichen Ablöse von rund 100 Millionen Euro plus möglichen Boni ist Harry Kane der teuerste FCB-Einkauf der Geschichte. Sein Kontrakt läuft bis 2027. © IMAGO/Ulmer
Thomas Müller bleibt Münchner. Im Dezember 2023 verlängerte das Urgestein und unterschrieb einen neuen Vertrag bis zum Ende der Saison 2024/25.
Bis 2025 ist ebenfalls der Ur-Bayer Thomas Müller an die Münchner gebunden.  © ULMER/imago
Stürmer Serge Gnabry ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.
Um Serge Gnabry gab es zuletzt immer wieder Wechsel-Gerüchte. Er ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.  © Martin Hangen/imago

Oliver Kahn dementiert Gerüchte um FCB-Aus: „Ein Hype um dieses Thema entstanden“

Nicht nur die Mannschaft wird scharf kritisiert, auch die Entscheider stehen während der Krise im Fokus. So sah sich auch der ehemalige Welttorhüter Kahn mit Zweifeln konfrontiert, einige Stimmen hinterfragen seinen Posten als Vorstandvorsitzender des deutschen Serienmeisters. Kahn moderierte Gerüchte um seine Zukunft entschieden ab.

„Wenn ich das richtig verstanden habe, hat irgendeiner eine Twitter-Nachricht abgesetzt und alle anderen sind dann draufgesprungen“, meinte Kahn nach Spielende in Mainz und ergänzte: „Und dann ist irgendwie ein Hype um dieses Thema entstanden.“

Oliver Kahn, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, bezeichnete die Gerüchte um seine Zukunft als „Hype“.

FCB-Boss Oliver Kahn im Aktuellen Sportstudio: „Gibt nur ein einziges Ziel“

Tatsächlich hatte der frühere Bundesliga-Stürmer Jan Aage Fjörtoft einen solchen Tweet abgesetzt. Der Norweger hatte Kahns Aus als FCB-Boss jüngst als „eine Frage der Zeit“ bezeichnet, längst sei die Trennung zwischen dem Ex-Kapitän und den Bayern ein „laufendes Verfahren“, behauptete der heutige TV-Experte Fjörtoft zudem.

Kahn lassen die Spekulationen um seine Zukunft offenbar kalt. „Für mich gibt es nur ein einziges Ziel: Diese Saison rumzubringen, und zwar mit dem deutschen Meistertitel, um dann nächste Saison noch mal richtig anzugreifen“, erklärte der ehemalige Nationaltorhüter, der während der Niederlage auf der Tribüne erkennbar besorgt dreinblickte.

FC Bayern plant wohl weiterhin mit Oliver Kahn – BVB mit besserer Ausgangslage im Titelkampf

Noch muss Kahn offenbar keine Konsequenzen für die magere Bilanz unter seiner Leitung fürchten. Wie sportschau.de am Samstag vor der Partie berichtet hatte, sollen ihm die Bayern weiterhin den Job als Vorstandschef zutrauen und auch künftig mit ihm planen.

Für seine Zukunft wäre zumindest der Meistertitel wichtig, durch die Niederlage in Mainz liegt allerdings Borussia Dortmund einen Zähler vor den Bayern. Die Münchner haben noch fünf Saisonspiele, um den BVB von der Tabellenspitze zu verweisen, allerdings haben die Dortmunder nun alles selbst in der Hand. (ajr)

Rubriklistenbild: © Screenshot ZDF

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