Schock beim FC Bayern: Kommentar zur UEFA-CL-Sperre für Luis Díaz
VonPeter Grad
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Auf der PK vor dem Freiburg-Spiel gab Bayern-Coach Kompany die vermeintliche Sperre für Luis Díaz aus der PSG-Partie preis. Wenige Stunden später folgte der Schock. Ein Kommentar.
München _ Zur Verwunderung der FCB-Fans, aber ganz offensichtlich auch der Medienvertreter, ließ sich die UEFA beim Verkünden des Strafmaßes für Luis Díaz sehr viel Zeit. Dieser war im Champions-League-Spiel des FC Bayern bei Paris Saint-Germain (2:1) nach VAR-Überprüfung nach einem Foul an Achraf Hakimi des Feldes verwiesen worden. FCB-Trainer Vincent Kompany schien dagegen schon informiert worden zu sein. So verkündete er auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg die Länge der Sperre: „Meine Information ist: ein Spiel“, so der Belgier.
Auf Nachfrage, ob das bereits feststehe, weil noch nichts öffentlich kommuniziert worden war, sorgte der 39-Jährige dann für einen Lacher im Saal: „Wer kommunizieren soll, soll kommunizieren. Aber ich wäre wirklich enttäuscht, wenn meine Information nicht richtig ist.“ Der ebenso anwesende FCB-Sportdirektor Christoph Freund bestätigte Kompanys Aussagen und kündigte an: „Das wird kommuniziert werden.“
Die UEFA enttäuscht Bayern-Coach Kompany
Kompany wird nun tatsächlich maßlos enttäuscht sein, denn sein formstarker Topstürmer kommt für sein übermotiviertes Einsteigen auf Höhe der Mittellinie alles andere als glimpflich davon. Denn wie die UEFA wenige Stunden später bekannt gab, wird Luis Díaz nicht für ein, sondern für satte drei Spiele gesperrt. Ein Schock für den FC Bayern. Laut BILD-Informationen wollen die Verantwortlichen gegen dieses Urteil jedoch vorgehen, um ein milderes Strafmaß zu erreichen.
Woher die Fehlinformation für Kompany kam, ist bislang unbekannt. Vielleicht orientierte er sich auch am Strafmaß des Japaners Daizen Maeda vom letztjährigen CL-Zwischenrunden-Gegner Celtic Glasgow. Der hatte sich am 7. Spieltag der Ligaphase gegen Young Boys Bern für eine ähnliche Aktion eine glattrote Karte eingehandelt und sollte aufgrund einer von der UEFA ausgesprochenen Zwei-Spiele-Sperre auch das Hinspiel gegen den FC Bayern verpassen. Der Celtic-Einspruch dagegen war jedoch erfolgreich gewesen, die UEFA hatte die Sperre auf ein Spiel reduziert und ausgerechnet Maedas Anschlusstreffer zum 1:2 die Chancen der Schotten für das Rückspiel in München (1:1) am Leben gehalten.
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Dieses Szenario ist beim FC Bayern und seinem Coach sicherlich in Erinnerung geblieben. Der 39-jährige Belgier ist aber wohl auch noch nicht lange genug beim FC Bayern, um zu wissen, dass die UEFA traditionell eher gnadenlos mit dem FC Bayern umgeht. So war zum Beispiel FCB-Ikone Franck Ribéry im CL-Halbfinale 2010 gegen Olympique Lyon (1:0) bei einer Offensivaktion in der ersten Halbzeit vom italienischen SR Roberto Rosetti vom Platz gestellt worden. Nach dem Rückspiel-Sieg in Frankreich (3:0) erhofften sich die Bayern eine Spielfreigabe für den sich in überragender Form befindlichen Ribéry für das Finale gegen Inter Mailand. Die UEFA bestrafte ihn jedoch über die Maßen hart, selbst im Supercup-Spiel wäre er folglich noch gesperrt gewesen.
Interessant in diesem Zusammenhang: Im Viertelfinale der FIFA-Klub-WM in den USA hatte PSG-Torwart Gianluigi Donnarumma bei einer ähnlich übermotivierten Aktion FCB-Supertechniker Jamal Musiala für ein halbes Jahr in den Krankenstand geschickt: Es gab dafür keinen Elfmeter, keinen Feldverweis, keine Sperre. Deswegen interessant, weil die UEFA sicher beim Strafmaß auch damit argumentieren wird, dass Hakimi sich beim Díaz-Foul verletzte und wochenlang ausfällt – allerdings ganz sicher kein halbes Jahr.
Der FC Bayern & die UEFA: Keine Liebesbeziehung
Wie man die UEFA in FCB-Angelegenheiten einschätzen muss, wird es bei der Drei-Spiele-Sperre für den 28-jährigen kolumbianischen Nationalspieler bleiben. Er wird damit neben dem Kracher bei Arsenal London am 26. November auch bei den Spielen gegen den portugiesischen Doublesieger Sporting Lissabon am 9. Dezember und gegen den belgischen Meister Union Saint-Gilloise am 21. Januar fehlen. Vielleicht wird Musiala gegen die Belgier im Neuen Jahr sein CL-Comeback feiern und kann „Lucho“ erfolgreich vertreten.