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Für Kingsley Coman kam ein Wechsel nach Saudi-Arabien bislang nicht infrage. Die Planung des FC Bayern und das lukrative Angebot von Al-Hilal könnte ihn allerdings zum Umdenken bewegen.
München – Der mächtige Aufsichtsrat des FC Bayern kommt am Mittwoch zusammen. Sportvorstand Max Eberl muss – wenige Tage vor Schließung des Transferfensters – seine Zahlen präsentieren. Bisher haben Eberl und Sportdirektor Christoph Freund für die gestandenen Neuzugänge Joao Palhinha, Michael Olise und Hiroki Ito 127,5 Millionen Euro investiert. Hinzu kommen die Ablöse-Zahlungen für Bryan Zaragoza (13 Mio.), der mittlerweile schon wieder an Osasuna verliehen worden ist und die Rückkauf-Option für Armindo Sieb (1,5 Mio.).
Einnahmen gab es durch die Verkäufe von Matthijs de Ligt und Noussair Mazraoui (zusammen 70 Mio.) an Manchester United. Malik Tilmann wurde für 13 Mio. fix an Eindhoven abgegeben, die Weiterverkaufsbeteiligung für den Wechsel von Joshua Zirkzee von Bologna zu Manchester United beträgt 21 Mio. – und wurde noch vom ehemaligen Sportvorstand Hasan Salihamidzic ausgehandelt. Eberl tut sich in der bisherigen Transfer-Periode mit Verkäufen also ähnlich schwer wie Vorgänger Brazzo, der dafür viel Kritik einstecken musste. Da käme es dem amtierenden Sportvorstand freilich entgegen, wenn er pünktlich zur Aufsichtsratssitzung einen weiteren Verkaufserfolg präsentieren könnte.
Und da sich Leon Goretzka weiter vehement gegen einen Abgang stemmt, könnte Kingsley Coman für einen weiteren Millionen-Regen auf dem Festgeldkonto sorgen. Schickt Eberl den Franzosen dafür in die Wüste? Wie die tz erfuhr, sind sich der deutsche Rekordmeister und Saudi-Club Al Hilal über einen Transfer grundsätzlich einig. Allerdings fehlt noch die Zustimmung des Spielers, Coman ist von dem Schritt nach Saudi Arabien nicht vollends überzeugt. In der Münchner Chefetage spricht man daher von einem zähen Stück.
Kingsley Coman hatte schon 2023 zwei lukrative Angebote aus Saudi-Arabien
Der Offensivspieler hatte schon im vergangenen Sommer zwei lukrative Angebote aus der Wüste, doch dieser Karriereschritt kam für ihn bisher nie in Frage. Allerdings hat der „King“ in den vergangenen Tagen sehr wohl vernommen, dass er in den Zukunftsplänen der sportlichen Leitung keine wirkliche Rolle mehr spielt. Coman hofft daher, dass sich noch Clubs aus anderen europäischen Top-Ligen melden. In den vergangenen Wochen wurde der 28-Jährige unter anderem mit einem Wechsel zum FC Barcelona oder in die Premier League in Verbindung gebracht.
Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hielt sich am Dienstag auf Nachfrage bedeckt: „Sie können sich denken, dass ich in den letzten Tagen des Transferfensters nicht zu aktuellen Gerüchten Stellung nehme. Das gehört sich nicht gegenüber den Spielern und das bringt eine unnötige Spekulation rein.“ Manuel Bonke, Philipp Kessler
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