Transfer-Eskalation um Bayern-Wunschspieler Williams in Spanien
VonPeter Grad
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Beim FC Bayern gilt Nico Williams immer noch als Wunschspieler, in LaLiga wird mit harten Bandagen um ihn gekämpft. Es ist sogar von „offenen Krieg“ die Rede.
München / Bilbao / Barcelona – Die überraschende Einigung mit dem deutschen Nationalspieler Nick Woltemade hat das Thema Nico Williams bei den Neuverpflichtungen des FC Bayern aktuell etwas in den Hintergrund gedrängt. Zwischen dem derzeitigen Klub des Europameisters von 2024 und dem „siegessicheren“ FC Barcelona ist derweilen in Spanien eine Schlammschlacht in aller Öffentlichkeit ausgebrochen, die am Ende sogar hilfreich für den deutschen Rekordmeister sein könnte.
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Bilbao greift Barcelona in offizieller Erklärung an
Williams´Verein Athletic Bilbao gibt in der Angelegenheit eine offizielle Erklärung heraus und kommentiert darin das Interesse des FC Barcelona. Die nächste Eskalationsstufe scheint eingeleitet. In dem Statement wird davon berichtet, dass sich Javier Tebas (Präsident von LaLiga) und Jon Uriarte (Präsident von Athletic Bilbao) in Madrid getroffen haben.
Der Inhalt der Erklärung: „Deco, der Sportdirektor des FC Barcelona, hat öffentlich zugegeben, dass sie versuchen werden, einen Spieler aus unserer ersten Mannschaft (Nico Williams) zu verpflichten.“ Zwar betont der baskische Klub, dass man sich in erster Linie um sein eigenes Geschäft kümmere, macht aber auch deutlich: „Sich um sein eigenes Ding zu kümmern, bedeutet, dafür zu sorgen, dass die Regeln des Wettbewerbs eingehalten werden.“
Ist Barcelona fähig, die finanziellen Fairplay-Regeln einzuhalten?
Der Vierte der abgelaufenen LaLiga-Saison zweifelt stark an, dass Barça diese finanziellen Vorschriften auch einhalten kann: „Joan Laporta, gibt zu, dass der Blaugrana-Klub daran arbeitet, sich an die 1:1-Regel zu halten und dass er daher derzeit nicht in den Parametern dieser Regel für die Registrierung von Spielern liegt.“
Beschwerde von Barça-Präsident über Bilbao - baskischer Konter
Tags zuvor hatte sich der Barça-Präsident Laporta zur derzeitigen Situation geäußert: „Ich verstehe das Unbehagen von Athletic nicht. Bei allem Respekt, jeder soll sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern. Ich verstehe nicht, dass Athletic über Barça mit LaLiga spricht, ich denke nicht, dass es angemessen ist, aber sie werden wissen, was sie tun.“
Nun der Konter der Basken. Nach deren öffentlicher Erklärung berichtete die spanische Zeitung Sport von einem „offenen Krieg“ zwischen Bilbao und Barcelona. So ist in dem Bilbao-Statement weiter zu lesen: „Zu den besprochenen Themen gehört auch die Fähigkeit des FC Barcelona, Spieler zu registrieren“.
Ein altbekanntes Barcelona-Problem
Bereits in den letzten Jahren, speziell bei der Registrierung von Dani Olmo 2024, war es beim FC Barcelona immer wieder zu erheblichen Problemen gekommen. Nun auch beim Sommerneuzugang Joan García, dem designierten Nachfolger des deutschen Nationaltorhüters Marc-André ter Stegen. Dazu Tebas bereits vor einer Woche bei einem Vortrag in Madrid: „Es ist eine Sache, Joan Garcías Verpflichtung offiziell zu machen, und eine andere, ihn zu registrieren“.
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Williams, der in Bilbao einen Vertrag bis 2027 besitzt, verfügt über eine Ausstiegsklausel von rund 58 Millionen Euro. Diese Summe müsste Barcelona vorab erwirtschaften, damit es zu einem Transfer kommen kann. Die wenig feine Praxis beim amtierenden Spanischen Meister sah in der Vergangenheit in solchen Fällen meist so aus, dass man eigene Spieler mit bestehenden - gut dotierten - Verträgen aus dem Verein geekelt hat.
Kann der FCB vom „spanischen Fußball-Krieg“ profitieren?
Letztendlich könnte der eskalierende Streit auch dem FC Bayern in die Karten spielen. Die Verantwortlichen des FC Barcelona haben jüngst diejenigen in Bilbao unter anderem auch mit der Idee erzürnt, die abgerufene Ablösesumme nicht auf einmal, sondern in Raten abstotternd zu zahlen. So eine Praxis ist seitens des deutschen Rekordmeisters nicht zu erwarten. Das angeblich so geschrumpfte „Festgeldkonto“ sollte für eine Einmal-Zahlung auf alle Fälle noch ausreichen. Ob dies allerdings auch für Williams und Woltemade der Fall ist, ist zumindest fraglich.