VonPhilipp Kuserauschließen
Manchester City durchlebt derzeit eine historisch beispiellose Krise. Dies wirkt sich auch deutlich auf Trainer Pep Guardiola aus.
Manchester – Muss man sich um Pep Guardiola Sorgen machen? Mit leerem Blick und müden Augen saß der City-Trainer nach dem fulminanten 3:3 in der Champions League gegen Feyenoord Rotterdam bei der anschließenden Pressekonferenz und versuchte teils mit wirren Sätzen, das sechste sieglose Spiel in Serie zu erklären.
Dass man dem Katalanen seine Müdigkeit nach kräftezehrenden Partien ab und zu im Gesicht ablesen kann, ist nichts Neues. Ein tiefer Cut auf der Nase und zahlreiche weitere teils rot angelaufene Kratzspuren auf der Stirn und auf dem Kopf, die sich der 53-Jährige während des Spiels selbst zugefügt hatte, allerdings schon.
Manchester City verspielt in der Champions League Drei-Tore-Führung gegen Feyenoord
Tatsächlich erlebt der amtierende englische Meister derzeit eine schwierige Phase. Der dramatischen Punkteteilung gegen Feyenoord gingen zuvor fünf Pflichtspielniederlagen nacheinander voraus. Und auch das Remis in der Königsklasse fühlte sich eher wie eine weitere Niederlage als ein Punktgewinn an. Zumal City noch bis zur 75. Minute komfortabel mit 3:0 führte, ehe das Unheil seinen Lauf nahm und die Guardiola-Elf aus unerklärlichen Gründen in der Schlussphase noch drei Tore kassierte.
Erst ermöglichte ein grober Fehler von Josko Gvardiol den Anschlusstreffer durch Hadj Moussa (75.). In der Schlussphase nutzten Santiago Gimenez (82.) und David Hancko (89.) weitere Abwehrpatzer, um den Ausgleich zu erzielen. Die City-Defensive zeigte sich wie bereits in den Begegnungen zuvor sehr anfällig, spätestens nach dem zweiten Gegentreffer war der Mannschaft die Unsicherheit anzumerken.
City-Krise nimmt historische Ausmaße an – und hinterlässt sichtbare Spuren bei Pep Guardiola
Die aktuelle Krise hat historische Ausmaße angenommen. Laut dem Daten-Dienst Opta hatte zuvor noch nie eine Mannschaft unter der Führung des Spaniers eine Drei-Tore-Führung aus der Hand gegeben. Die BBC veröffentlichte eine weitere erschütternde Statistik: Erstmals seit 1963 haben sich die Skyblues in sechs aufeinanderfolgenden Partien mindestens zwei Gegentore pro Spiel gefangen. Im letzten Ligaspiel setzte es eine heftige 0:4-Klatsche gegen Tottenham Hotspur.
Nach Abpfiff reagierten die City-Fans mit Pfiffen und Buhrufen auf die Leistung des Teams. Solch eine Negativserie ist man bei City ganz offensichtlich nicht gewohnt – vor allem nicht mit Guardiola auf der Trainerbank, dem wohl besten Coach auf diesem Planeten. Erst vor wenigen Tagen hatte er seinen Vertrag bei City verlängert.
🚨🚨🎙️| Pep Guardiola when asked about the cuts on his nose and head:
— CentreGoals. (@centregoals) November 26, 2024
"I want to harm myself..." pic.twitter.com/lks7c8gFdI
Guardiola irritiert auf PK nach Abpfiff: „Ich möchte mir selbst Schaden zufügen“
Auf der anschließenden Pressekonferenz gab der sonst so erfolgreiche Trainer dann ein verstörendes Bild ab. Angesprochen auf die Kratzer am Kopf und die kleine Wunde an der Nase, erklärte Guardiola: „Es war mein Finger, mein Fingernagel“. Symbolisch ahmte er dabei nochmal die Kratzbewegungen nach, die bei ihm nach den Gegentoren zu beobachten waren. „Ich möchte mir selbst Schaden zufügen. Gute Nacht“, schob er noch nach und verließ anschließend das Podium.
Tatsächlich erscheinen die kommenden Aufgaben nicht unbedingt leichter: Kommendes Wochenende steht in der englischen Liga ein Duell gegen Tabellenführer FC Liverpool bevor und in der Champions League warten schwere Spiele gegen Juventus Turin und Paris Saint-Germain. Guardiola und seine Mannschaft müssen bis dahin dringend Lösungen finden, um den Negativtrend zu stoppen. Ansonsten muss wohl bei der nächsten Pressekonferenz ein mit Pflaster und Wundsalbe ausgestatteter Mannschaftsarzt neben ihm Platz nehmen. (kus)
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