VonLars Pollmannschließen
Mert Günok ist mit seiner Parade gegen den Kopfball von Christoph Baumgartner zum EM-Helden der Türkei aufgestiegen. Der Bundesliga-Star war nach dem Aus von Österreich untröstlich.
Leipzig – Das Achtelfinalspiel der Europameisterschaft zwischen Österreich und der Türkei in Leipzig war ein Lichtblick in einer ansonsten eher ereignisarmen ersten K.-o.-Runde. Bei strömendem Regen lieferten sich beide Mannschaften einen leidenschaftlichen Wettkampf, wobei das Glück letztendlich aufseiten der Türken lag.
Die Niederlage war für Österreich, das als Geheimfavorit galt, besonders bitter. Die ungenutzten Chancen, insbesondere die verpasste Gelegenheit von Christoph Baumgartner in der Nachspielzeit, bei der Mert Günok eine Jahrhundertparade zeigte, werden in Erinnerung bleiben.
Christoph Baumgartner scheidet im ‚Wohnzimmer‘ Leipzig aus
Laut der Kronen-Zeitung hatte Baumgartners Kopfballchance einen Wert von 0,94 xG (expected Goals), was bedeutet, dass statistisch gesehen 94 von 100 Kopfbällen in dieser Situation ein Tor erzielt hätten. Kein Wunder, dass der Bundesligaspieler, der ausgerechnet in Leipzig, seinem ‚Wohnzimmer‘, ausschied, nach dem Spiel untröstlich war.
Bewegende Aufnahmen zeigten den Mittelfeldspieler, der in Tränen aufgelöst war. Nach dem Spiel fand er irgendwann doch seine Fassung wieder und bezeichnete es als den „traurigsten Moment meines Lebens“. Trotz dieser Enttäuschung machte Baumgartner sich jedoch keine zu großen Vorwürfe: „Ich glaube, ich mache nicht so viel falsch. Ich köpfe auf den Boden gegen die Laufrichtung, aber es war eine unglaubliche Parade von ihm, da kann man nur gratulieren.“
Baumgartner: „Man weiß, man hat die Leute irgendwo enttäuscht“
Für die österreichische Mannschaft um Baumgartner war es nur ein schwacher Trost, dass eine außergewöhnliche Abwehrleistung des türkischen Torhüters nötig war, um ins Viertelfinale einzuziehen. „Es ist ganz schwierig, sich in so einer Situation nach so einem Spiel hinzustellen und in die Gesichter der Leute zu schauen, weil man weiß, man hat sie irgendwo enttäuscht“, sagte der 24-Jährige.
„Wir haben gespürt, dass das ganze Land hinter uns steht. Das macht es noch einmal ein Stück schwieriger zu akzeptieren, dass es jetzt vorbei ist“, fügte Baumgartner hinzu. Hätte Österreich gewonnen, hätten sie am Samstag in Berlin gegen die Niederlande im Viertelfinale gespielt. Nun wird die Türkei um den Einzug ins Halbfinale kämpfen.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Bai Xuefei

