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Der FC Bayern befindet sich sportlich in der Spur. Dennoch hat der Klub intensive Monate hinter sich. CEO Jan-Christian Dreesen spricht im Exklusiv-Interview darüber.
München – Beim FC Bayern war dieser Tage viel los. So wie immer eben. Sportlich ist der Rekordmeister wieder in der Spur.
In der Bundesliga wurde der BVB zuletzt mit 4:0 besiegt und auch in der Champions League haben die Münchner bereits nach dem 4. Spieltag das Ticket für das Achtelfinale gelöst.
Daher war Jan-Christian Dreesen beim Interview mit dem Münchner Merkur und tz auch bestens gelaunt. Der CEO der FC Bayern sprach dabei über seine Rolle als Vorstandsvorsitzender, die Ziele des Vereins und die durchaus heiklen Wochen zuletzt.
| Jan-Christian Dreesen | |
|---|---|
| Geburtsdatum: | 4. September 1967 (56 Jahre) |
| Verein: | FC Bayern München (seit 2013) |
| Position: | Vorstandsvorsitzender (seit 2023) |
Bayern-CEO Dreesen im Interview: „Wichtig, dass wir im Verein geschlossen auftreten“
Herr Dreesen, Sie haben mal verraten, nach großen Siegen zu singen. Was wurde am Samstagabend auf dem Weg aus Dortmund geträllert?
Gar nichts – wir alle haben uns nach innen gefreut. Ich habe diesen Abend genossen, nach der Partie in der Kabine hat man gespürt, dass von den Spielern eine unglaubliche Last abgefallen ist. Deswegen war ich innerlich aufgeräumt – gesungen habe ich aber nicht.
Fiebern Sie in solchen Spielen als CEO anders mit als in ihrer vergangenen Rolle als Finanzvorstand?
Natürlich habe ich schon immer mitgefiebert, war immer mit 100 Prozent dabei. In der neuen Rolle (als Vorstandsvorsitzender, Anm. d. Red.) ist es trotzdem eine andere Situation: Ich habe schließlich eine größere Verantwortung und stehe noch mehr im Fokus. Hier und da fällt dann ein noch größerer Stein vom Herzen.
Zum Start sagten Sie, Sie seien der „neue Alte“. Was sind Sie jetzt?
Ich wollte damals zeigen, dass ich mir der Herausforderung und der Aufgaben beim FC Bayern bewusst bin und weiß, wie der Klub funktioniert. Natürlich habe ich mich auch weiterentwickelt, schließlich sind die Aufgaben andere. Sie gehen weiter weg von inhaltlichen Fragen wie Zahlen oder Finanzen und mehr in eine Rolle als Kommunikator zwischen Trainer, Sportdirektor und der Mannschaft. Ich führe deutlich mehr Gespräche im Klub, mit allen Abteilungen, aber auch mit einzelnen Spielern und Beratern, auch nach der Transferperiode.
Ihr erklärtes Ziel war es, das Miteinander zu stärken. Wo steht die interne „mia san mia“-Skala?
Es ist mir wichtig, dass wir im Verein geschlossen auftreten. Gegen Dortmund war die Mannschaft als Einheit auf dem Rasen. Das gleiche gilt für jeden im Club, ob Staff oder Verwaltung. Ich glaube, dass wir da auf einem guten Weg sind. Dafür muss man sich vertrauen und transparent miteinander umgehen. Selbst, wenn das auch einmal unbequem ist.
Bayern-CEO Dreesen kündigt im Interview vor der JHV „gute Zahlen“ an
Ein Stimmungsbarometer ist stets die Jahreshauptversammlung. Schon als CFO sagten Sie: „Beim zehnten Mal war ich noch nervös.“ Wie wird es diesmal?
Die Jahreshauptversammlung ist für uns als Club der wichtigste Tag des Jahres, an dem wir mit unseren Mitgliedern zusammenkommen und uns austauschen. Deshalb nenne ich es einen „Feiertag“. Eigentlich hatte ich eine Routine entwickelt, durch meine neue Funktion hat sich das aber wieder geändert – deswegen bin ich auch dieses Mal nervös. Ich glaube aber nicht, dass das etwas Schlimmes ist. Lampenfieber ist auch immer ein Zeichen des Respekts vor der Situation.
Wie beruhigen Sie sich vorher?
Durch gute Vorbereitung (lacht).
Selbst Zahlen konnten Sie unterhaltsam vortragen. Ihr Nachfolger Michael Diederich dürfte zum Start wieder Rekorde verkünden.
Ich glaube, er wird ziemlich gute Zahlen verkünden (lacht).
Gehört es zum „Miteinander“, dass die JHV diesmal mittags anfängt – und so Spieler und Trainer dabei sein können?
Trainer und Sportdirektor werden sicher vor Ort sein. Viele Spieler sind bereits auf dem Weg zu ihren Nationalmannschaften. Deutlich wichtiger für das Datum waren aber die Fans: Damit unsere Anhänger aus Bayern und sogar ganz Deutschland anreisen können, sollte die Veranstaltung am Wochenende nach einem Heimspiel stattfinden, und am besten nicht erst abends. Alle sollen die Möglichkeit haben, dabei zu sein.
Die Fans nutzen die Kurve wöchentlich für plakative Statements. Ist Ihnen der Fußball zu politisch?
Der Fußball ist in Deutschland mit großem Abstand die Sportart Nummer Eins, er lebt ganz intensiv von der unglaublichen Anhängerschaft. Durch dieses Privileg ergibt sich auch eine besondere Verantwortung, die über den reinen Fußball hinausgeht.
Inwiefern?
Wir sind auch die Projektionsfläche gesellschaftspolitischer Diskurse geworden. Wünsche ich mir das oder finde ich es immer gut? Nein. Müssen wir aber akzeptieren, dass bei diesen vielen Millionen Zuschauern Dinge außerhalb des Fußballs für die Menschen eine Rolle spielen? Auf jeden Fall – und dabei spielt die aktive Fanszene eine große Rolle. Das muss uns nicht immer gefallen, aber diese Interaktion und der kritische Dialog tun uns gut. Sie sorgen dafür, dass wir nicht selbstgefällig und bequem werden. Dabei geht es nicht ums Kuscheln, schließlich muss uns nicht jedes Banner gefallen. Manchmal gilt auch: agree to disagree (Ich stimme zu, dir nicht zuzustimmen, Anm. d. Red.).
Fall Mazraoui beim FC Bayern: „Wenn es in Zukunft Verfehlungen gibt, gibt es natürlich Sanktionen“
Im Fall Noussair Mazraoui musste der Verein sportliche und politische Aspekte abwägen. Wird diese Herausforderung immer größer?
Wir leben seit dem 7. Oktober in einer geopolitisch neuen Zeit, die uns einen lang existierenden Konflikt in seiner ganzen Grausamkeit vor Augen führt. Durch den brutalen Überfall der Hamas auf Israel hat sich eine Situation ergeben, die auch für viele Vereine schwierig ist. In unserem Fall haben wir in Noussair Mazraoui einen Spieler, der bei seinem Aufenthalt bei der Nationalmannschaft etwas gepostet hat, was einen enormen Widerhall gefunden hat.
Der Druck auf Ihnen war groß.
Es wäre das Allerleichteste gewesen, den Spieler einfach zu verurteilen und ihn plakativ zu sanktionieren. Aber Noussair hat in den vielen Gesprächen sehr deutlich und glaubhaft zum Ausdruck gebracht, dass er keinerlei antisemitisches, israelfeindliches oder gar terrorverharmlosendes Gedankengut in sich trägt. Er hat außerdem von Anfang an sein Gesprächsangebot mit der jüdischen Gemeinde zum Ausdruck gebracht. Das war ein offenes, gutes und vertrauensvolles Gespräch, das inzwischen stattgefunden hat. Wer sind wir dann, das nicht zunächst einmal anzunehmen? Klar ist aber auch: Wenn es in Zukunft Verfehlungen gibt, gibt es natürlich Sanktionen.
Waren das Ihre bisher schwersten Tage als CEO?
Diese Wochen waren auch für mich persönlich eine große Herausforderung, die man so erstmal nicht kommen sieht. Schließlich bin ich Vorstand eines Fußballklubs, keiner politischen Partei.
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Bayern-CEO Dreesen im Interview: „Müssen uns heute noch mehr anstrengen, um ganz oben mitzuspielen“
Vor neun Jahren sagten Sie, dass sie wollen, dass der FC Bayern in zehn Jahren – also jetzt – immer noch die erste Geige in Europa spielt. Tut er das noch?
Wir müssen uns heute noch mehr anstrengen, um ganz oben mitzuspielen. Dabei ist Einfallsreichtum gefragt, um in diesem internationalen Wettbewerb, bei dem Geld eine gewichtige Rolle spielt, weiter Bestand haben zu können. Nach wie vor zählen wir zum Kreis der europäischen Top-Fünf – und ich glaube, das gilt auch noch in zehn Jahren.
Sie sind mit durch ihre Position in der European Club Association (ECA) sehr gut vernetzt…
…und auch da höre ich, so wie aus dem gesamten Weltfußball, dass der FC Bayern ein enormes Ansehen besitzt. Wir haben uns einen Ruf als unglaublich seriöser und nachhaltiger Club erworben, der sich seine wirtschaftliche Potenz selbst erarbeitet hat und es versteht, Talente und Topspieler zu binden und mit guten Trainern wettbewerbsfähig zu sein. Egal, mit wem Sie aus dem Weltfußball reden: Jeder spricht mit großem Respekt über den FC Bayern. Das ist ein Verdienst, den sich der Verein über Generationen aufgebaut und an dem jeder seinen Beitrag hat.
Im Exekutiv-Board sind sie das einzige deutsche Mitglied. Was sind die großen Themen, die sie in den kommenden vier Jahren vorantreiben?
Die Rolle als erster Vizepräsident in der ECA drückt auch die Erwartungen an mich aus. Die der europäischen Kollegen, die sich wünschen, dass wir uns als FC Bayern einbringen. Und auch für den deutschen Fußball ist meine Rolle wichtig. Wir wollen unsere Idee, unser Selbstverständnis nutzen für einen Fußball, der auch in Zukunft nicht ausschließlich investoren- oder kommerzbestimmt ist. Da geht es um finanzielle Solidität und Unabhängigkeit.
„Tradition und Moderne vereinen“ – CEO Dreesen gewährt Einblicke in Zukunft des FC Bayern
Müssen Sie in den Gremien „nacharbeiten“, weil das in den letzten Jahren vernachlässigt wurde?
Nacharbeiten ist das falsche Wort. Aber nach vorne gibt es viel zu tun. Das muss nicht immer bequem sein – aber das steht auch nicht immer in der Arbeitsbeschreibung (lacht).
Wie viel Moderne verträgt die Tradition – und wie viel Tradition verträgt die Moderne?
(überlegt) Den Schlüssel hat noch keiner gefunden – und das eine schließt das andere ja auch nicht aus. Viele Traditionsvereine müssen ums Überleben kämpfen, haben teilweise nur regional noch Bedeutung. Was nutzt dir die größte Tradition, wenn du keinen Einfluss mehr hast, den Fußball in der Weiterentwicklung zu beeinflussen, deine Werte und Ideen einzubringen? Daher versuchen wir, Tradition und Moderne zu vereinen. Dabei können wir allerdings nicht so tun, als würde Geld keine Rolle spielen.
Rein finanziell aber wird die Lücke zur internationalen Konkurrenz immer größer.
Trotzdem müssen und wollen wir kompetitiv sein. Und wenn wir vergleichsweise wenig TV-Geld einnehmen, dann müssen wir eben neue Wege finden. Eine Möglichkeit wäre, eine Transfermaschine zu werden, aber das ist nicht unsere Philosophie. Das Transfergeschäft ist für uns Mittel zum Zweck, um die Mannschaft zu verbessern. Es ist nicht unser primärer Weg, Geld zu verdienen. Unser Feld ist daher klein. Wir müssen aktiv sein, Partner finden, selber über mediale Vermarktungspotenziale nachdenken. Denn sonst verlieren wir den Anschluss.
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„Transfermaschine? Nicht unsere Philosophie“ – CEO Dreesen gewährt Einblicke in Zukunft des FC Bayern
Haben Sie so einen flammenden Appell auch schon mal vor Uli Hoeneß gehalten?
Natürlich rede ich mit ihm über die Visionen. Und das Interesse, Geld zu verdienen, kann man Uli Hoeneß sicher nicht absprechen (lacht).
Wie viel bayerischen und westfälischen Einfluss erträgt ein Ostfriese eigentlich in seinem Amt?
Den Westfalen sagt man ja einen Sturkopf nach, den Ostfriesen unterstellt man ein gewisses Unterkühltsein – und den Bayern, dass man lange braucht, um ihnen näher zu kommen. Womöglich wird dann daraus ein „FC Bayern Special Blend“ (Spezial-Mischung/d.Red.). Jeder muss sich selbst treu bleiben, auch ich möchte mir selbst treu bleiben. Ich heiße weder Karl-Heinz Rummenigge noch Uli Hoeneß, ich heiße Jan Dreesen. Und ich muss deshalb auch authentisch sein.
Sind Sie in Ihrer Rolle eine Übergangs- oder Dauerlösung?
Ehrlich gesagt: Die Frage stelle ich mir gar nicht. Ich mache das, was ich tue, sehr gerne. Ich mache es so gut, wie es geht. Und ich hoffe, dass ich in dieser Zeit etwas bewegen kann – im besten Sinne für den FC Bayern München.
Würden Sie mit der Erfahrung von heute wieder eine Transfer-Taskforce gründen?
Diese Taskforce hat sehr viele sehr gute Sachen gemacht, beim Kaufen und beim Verkaufen. Sie wurde in einer Situation geschaffen, als wir keinen Sportdirektor hatten. Dennoch ist klar, dass ich die letzten zwei Tage vor Transferschluss so nicht noch einmal erleben möchte. Das war nicht vergnügungssteuerpflichtig und es war vor allem sehr ärgerlich. Trotzdem müssen wir jetzt damit umgehen.
Dreesen und sein Verhältnis zu Tuchel: „Kreativität? Da hab ich was gesagt“
Das Wort „Kreativität“ ist die Geschichte der Hinrunde. Triezen Sie Tuchel damit gerne mal?
Da habe ich etwas gesagt (lacht). Aber ich habe es genauso gemeint. Wenn wir uns mal zurückerinnern an Louis van Gaal: Da sind junge Talente rausgekommen. Den Bogen sollte man also genau von da aus spannen – Thomas und ich tauschen uns in einem wirklich guten Miteinander aus, wir haben eine stabile Vertrauensbasis.
Er findet den Kader aber dünner als Sie, oder?
Wir haben im Moment in der Abwehr eine Sondersituation, die nicht vorhersehbar war. Natürlich stößt der Kader im Falle von Verletzungen an gewisse Grenzen. Aber solche Situationen sind gemacht für die jungen Talente. Erinnern wir uns an Alphonso Davies, der David Alaba auf links ersetzte! Erinnern wir uns an Jamal Musiala, der reinkam, als Philippe Coutinho, Thiago und Serge Gnabry verletzt waren! Jetzt bekommen Frans Krätzig und Aleksandar Pavlovic ihre Chancen, und das sind auch die Geschichten, die wir als Klub schreiben wollen.
Tuchel fühlt sich vor allem öffentlich ungerecht behandelt, hat von Ihnen und den Vorstandskollegen aber volle Rückendeckung für seinen Auftritt in Dortmund bekommen. Nur in der Sache – oder auch in der Art und Weise?
Thomas hat jetzt über die Wochen so viel Kritik einstecken müssen. Wir gewinnen am laufenden Band, es ist der beste Bundesligastart seit 8 Jahren, wir haben 38 Tore in der Liga geschossen, stehen als Gruppensieger im Achtelfinale der Champions League. Und dann ist da dieses eine Spiel in Saarbrücken. Glauben Sie mir: Das tut richtig weh! Dem Trainer, jedem Spieler, uns. Verdammt nochmal! Wir wollten nach Berlin fahren und diesen Pokal gewinnen! Aber es ist ungerecht, dass sich dann sofort Kritik und Häme ausschüttet, die wenig Maß kennt. Hätte Thomas mich vorher gefragt, hätte ich in kompletter Überzeugung gesagt: Du hast die 100-prozentige Unterstützung vom Club – und von mir. Mach es genauso!
Am Montag tagt der Aufsichtsrat. Ist der Name Max Eberl nun schon an Sie herangetragen worden?
Die Wasserstandsmeldung ist noch dieselbe: nein.
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Anders gefragt: Der Vorstand besteht aktuell nur aus drei Leuten, ist dünn wie nie. Ist das für Sie drei überhaupt zu stemmen?
Wenn man einen Fußballclub in unserer Größenordnung nimmt, sind drei Vorstände eigentlich passend. Ich würde uns weder als dünn noch als üppig aufgestellt bezeichnen. Jeder hat seine Aufgabe.
Würde die Installation eines Sportvorstandes auch Ihnen Aufgaben nehmen? Sie haben augenscheinlich Spaß, an Transfers mitzuwirken.
Auch jetzt schon ist ja Christoph Freund für Transfers verantwortlich. Als Vorsitzender bin ich da immer mit eingebunden. Daran würde sich auch in einer neuen Konstellation nichts ändern. Früher habe ich sehr intensiv Transfers begleitet, zwischendurch weniger, weil Hasan Salihamidzic diese Rolle übernommen hat, mehr als andere Sport-Verantwortliche vor ihm. Dieser Sommer in seiner Konstellation war natürlich außergewöhnlich.
Auch im Kane-Poker waren Sie federführend. Hat er die 100 Mio. Euro schon zurückgezahlt – oder ist erst im Frühjahr Zahltag?
Wir hätten – für unsere Verhältnisse – nie in dieses oberste Regal gegriffen, wenn wir uns nicht sicher gewesen wären, was Harry unserem Club geben kann. Unsere Rechnung geht nun auf. Dass es so schnell in dieser Art und Weise geht, ist aber auch für uns nahezu unfassbar. Da geht es um die Tore, die Assists, und vor allem darum, wie er unser Spiel verändert. Er macht uns weniger ausrechenbar – auch das zeigt die Statistik: Neben seinen 15 Toren haben wir in der Bundesliga noch 23 weitere geschossen. In der Offensive leistet jeder seinen Beitrag, auch dank Harry. Das nährt unser aller Hoffnung.
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Bayern-CEO Dreesen über den Kane-Transfer: „Unsere Rechnung geht nun auf“
Es werden schon Vergleiche zu Gerd Müller gezogen…
Das finde ich noch zu früh. Wir wollen keine unnötigen Gewichte auf seine Schulter hängen.
Mit ihm und Manuel Neuer hat der FC Bayern wieder stabile Eckpfeiler einer Achse. Ist das der Schlüssel zu mehr als das Viertelfinale der Champions League?
Ein Neuer und Kane in Topform sind schon mal zwei gute Argumente, warum es in der Meisterschaft und der Champions League ganz, ganz weit gehen kann. Dass wir Meister werden wollen, ist klar. Und an ein Champions-League-Finale in Wembley haben wir gute Erinnerungen…
Wo hüpft ihr Herz mehr – bei jeder Neuer-Parade oder bei jedem Kane-Tor?
Das nimmt sich nicht viel. Wobei ich sagen muss, dass dieses Comeback von Manuel Neuer wirklich nicht hoch genug einzuschätzen ist. Nehmen wir das Beispiel in Dortmund: Da kriegt er ewig nichts aufs Tor, ist aber im richtigen Moment da. Und das im dritten Spiel nach dieser Verletzung.
Viele hätten in der Reha wohl aufgegeben.
Da gehören Wille, Disziplin, ein innerer Kompass dazu. Und man muss einige psychische Täler durchschreiten.
Bayern-CEO Dreesen zieht seinen Hut von Manuel Neuer
Konnten Sie in diesen Tälern helfen?
Das würde ich mir nicht anmaßen wollen. Aber das Vertrauen zu geben, dass wir auf ihn zählen, das war ganz bewusst so ausgedrückt. Wir haben immer das Gefühl vermittelt: Hey, wir sind da! Im Juli, August haben wir daher in der Torwart-Frage bewusst von Woche zu Woche geschaut. Wir hatten Sven Ulreich, einen superloyalen Typen, dazu dann Daniel Peretz, ein Versprechen für die Zukunft. Die Lösung war bewusst gewählt.
Manuel Neuer will die verlorenen Jahre aber hinten dran hängen…
Zu diesem Thema hat er selbst schon die beste Antwort gegeben: Er spielt jetzt mal ein paar Spiele, alles weitere sehen wir dann. Mit einem Manuel Neuer in Topform sind wir gut beraten, dass der gemeinsame Weg noch eine ganze Weile weitergeht.
Wenn er die Pokale alle festgehalten hat: Sehen wir Sie dann singend auf dem Rathausbalkon?
Das kann gut sein. Ich singe dann: So ein Tag, so wunderschön wie heute (lacht).
Interview: Hanna Raif und Vinzent Tschirpke
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