Torhüterduell bei Eintracht

Jeder zählt ihn schon an – doch “Stehaufmännchen“ Trapp darf man nicht abschreiben

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Eintracht Frankfurt jubelt über die beeindruckenden Auftritte von Torwart Kaua Santos. Ist Kevin Trapp bereits aus dem Rennen? Mitnichten.

Frankfurt – Eintracht Frankfurt hat den VfB Stuttgart am Samstagabend mit einer Energieleistung hochverdient mit 1:0 niedergerungen. Torhüter Kaua Santos musste diesmal nicht, wie noch vor zwei Wochen in Bochum (3:1), über sich hinauswachsen. Allerdings ist es bemerkenswert, wie er schwierige Dinge so einfach aussehen lässt.

Kaua Santos setzt Ausrufezeichen im Eintracht-Tor

Das Paradebeispiel lieferte Minute 23: Der VfB kombinierte sich über die linke Seite durch, eine Flanke konnte Arthur Theate nur in höchster Not in die Mitte köpfen und aus rund 16 Metern zog Atakan Karazor per Dropkick ab. Und Santos? Der pflückte einen Ball, den viele seiner Kollegen mit höchster Not über die Latte bugsiert hätten, locker herunter. Karazor griff sich ins Haar und blickte ungläubig in die Leere.

Kevin Trapp ist Kapitän der Eintracht

Santos erlebte ansonsten einen relativ ruhigen Abend. Er hielt sein Konzentrationslevel hoch und blieb auch beim Ecken-Hagel in den Schlussminuten fehlerfrei. Der 22-Jährige entwickelt sich in der aktuellen Phase enorm schnell weiter. Er hat keine Wackler, ist Herrscher der Lüfte und des Sechzehners. Die Verantwortlichen weichen der Torhüterfrage zwar noch immer aus und verweisen auf den Fitnessstand von Kevin Trapp.

Dennoch ist nach Informationen von Absolut Fußball, dem Fußballportal von Home of Sports, nicht mehr in Stein gemeißelt, dass er bei der Rückkehr auf den Trainingsplatz auch automatisch wieder am darauffolgenden Wochenende zwischen die Pfosten zurückkehrt. Findet bereits in der laufenden Spielzeit die frühestens im Sommer angedachte Wachablösung statt? Santos hat sich deutlich nach vorne gearbeitet. Doch Vorsicht ist geboten bei zu schnellen Abgesängen!

Aber: Eintracht-Kapitän Trapp sollte man nicht unterschätzen

Wer Kevin Trapp unterschätzt, begeht nämlich einen großen Fehler. Der 34-Jährige hat die harte Schule bei Kaiserslautern-Legende Gerry Ehrmann durchlaufen. Willensschulung und Furchtlosigkeit standen ganz oben auf dessen Plan. Kampflos aufgeben oder sich hängen lassen? So etwas gab es bei „Tarzan“ nie. Und das gilt auch für Trapp, wie die Vergangenheit gezeigt hat.

Vom Römerberg zum Hauptbahnhof: Ajax-Fans marschieren friedlich durch den Nieselregen

Bei Nieselregen durch das Bahnhofsviertel – am Nachmittag marschierten die Fans von Ajax Amsterdam vom Römerberg zum Frankfurter Hauptbahnhof.
Bei Nieselregen durch das Bahnhofsviertel – am Nachmittag marschierten die Fans von Ajax Amsterdam vom Römerberg zum Frankfurter Hauptbahnhof. © Lukas Scherhag
Bei Nieselregen durch das Bahnhofsviertel – am Nachmittag marschierten die Fans von Ajax Amsterdam vom Römerberg zum Frankfurter Hauptbahnhof.
Bei Nieselregen durch das Bahnhofsviertel – am Nachmittag marschierten die Fans von Ajax Amsterdam vom Römerberg zum Frankfurter Hauptbahnhof. © Lukas Scherhag
Bei Nieselregen durch das Bahnhofsviertel – am Nachmittag marschierten die Fans von Ajax Amsterdam vom Römerberg zum Frankfurter Hauptbahnhof.
Bei Nieselregen durch das Bahnhofsviertel – am Nachmittag marschierten die Fans von Ajax Amsterdam vom Römerberg zum Frankfurter Hauptbahnhof. © Lukas Scherhag
Bei Nieselregen durch das Bahnhofsviertel – am Nachmittag marschierten die Fans von Ajax Amsterdam vom Römerberg zum Frankfurter Hauptbahnhof.
Bei Nieselregen durch das Bahnhofsviertel – am Nachmittag marschierten die Fans von Ajax Amsterdam vom Römerberg zum Frankfurter Hauptbahnhof. © Lukas Scherhag
Bei Nieselregen durch das Bahnhofsviertel – am Nachmittag marschierten die Fans von Ajax Amsterdam vom Römerberg zum Frankfurter Hauptbahnhof.
Bei Nieselregen durch das Bahnhofsviertel – am Nachmittag marschierten die Fans von Ajax Amsterdam vom Römerberg zum Frankfurter Hauptbahnhof. © Lukas Scherhag

Der gebürtige Saarländer hatte in seiner Karriere etliche schwere Verletzungen: Schulter, Syndesmosebandriss, Mittelhandbruch, Oberschenkel. Er verpasste in den 16 Profi-Jahren zwischen den Pfosten 96 Pflichtspiele. Doch gerade dann, wenn die Phase schwierig war, kämpfte er sich zurück. So auch im Herbst vergangenen Jahres, als Santos schon seine ersten Spuren hinterließ, Trapp aber mit ordentlicher bis guter Performance antworten konnte.

Trapp ließ sich auch im Frühjahr 2017 bei PSG, als er bei „La Remontada“ in Barcelona zwischen den Pfosten stand und einige Gegentreffer beim 1:6-Debakel verursachte, nicht aus der Bahn werfen. Er ging ein Jahr später zur Eintracht zurück und ist heute Kapitän, Europa-League-Held, Topverdiener, Identifikationsfigur und eines der Gesichter des Klubs. Trapp will weiterkämpfen, wie auch seine Instagram-Storys aus dem Eintracht-Gym zeigen.

Eintracht-Trainer Toppmöller wird bald eine Entscheidung treffen müssen

Aussagen im Februar untermauern zudem seinen Kampfgeist: „Ich will weiterhin erfolgreich sein und mich weiterentwickeln, mein Ehrgeiz ist sehr groß.“ Argumente konnte er in den Partien vor seiner Schienbeinblessur allerdings kaum noch sammeln. Trapp strahlte nicht mehr die Sicherheit früherer Tage aus, er patzte in München (0:4) und Amsterdam (2:1). Santos bringt zudem, wie Toppmöller sagte, „ein anderes Profil“ mit. Ist es für die Eintracht derzeit das wertvollere?

Vor der Partie gegen den VfB sagte der Trainer zwar noch: „An der grundsätzlichen Reihenfolge hat sich nichts geändert.“ In der Crunchtime sind die Faktoren Fitness, Form und Leistung noch wichtiger. Am Dienstagvormittag wird die Eintracht die Trainingswoche starten. Kann Trapp wieder mitwirken? So oder so wird Toppmöller eine harte Entscheidung treffen müssen. Muss der Kapitän auf die Bank? Oder bremst man das große „Juwel“ Santos aus? Trapp wird alles hereinwerfen, die Antwort auf diese Frage auf seine Seite zu lenken.

Rubriklistenbild: © Giuseppe Maffia/dpa

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