Eintracht Frankfurt: Was kostet Jonathan Burkardt?
VonJosef Schmitt
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Um den Wechsel von Jonathan Burkardt zu Eintracht Frankfurt gibt es Irritationen. Es herrscht Unklarheit über die Ausstiegsklausel. Manager Krösche bleibt gelassen.
Frankfurt – Markus Krösche ist am Donnerstagmorgen nach Wien geflogen, von dort mit dem Auto weitergefahren in die Slowakei – um sich am Abend in Nitra das erste Spiel der deutschen U21-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft anzuschauen. „Ein bisschen kompliziert“ sei die Anreise gewesen, sagt der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt.
Aber in jedem Fall lohnend, wird er sich doch nicht nur die vielen Spieler der Eintracht bei den jugendlichen Titelkämpfen anschauen, insgesamt sechs in drei Nationalmannschaften, sondern auch einen Blick auf die vielen Talente der anderen Nationen werfen. Die Deutschland-Spiele will er sich anschauen, „und noch ein paar andere“. Der Mann mit dem scharfen Blick ist also auch in diesen Tagen weiter auf der Spur der großen Talente.
Was steht in Burkardts Mainzer Vertrag?
Dabei geht es nicht in erster Linie um aktuelle Transfers. Auch wenn die Eintracht mit Ausnahme des gerade 17 Jahre alt gewordenen Love Arrhov vom schwedischen IF Brommapojkarna noch keinen Neuzugang als perfekt melden konnte, sind die Gespräche und Verhandlungen mit anderen Kandidaten schon sehr weit fortgeschritten. Das sommerliche Transferfenster öffnet ja offiziell erst am 1. Juli, die wegen der Klub-WM von der Fifa eingeführte neu geschaffene Transferzeit in den letzten eineinhalb Wochen ist für die Eintracht ohne Arbeit zu Ende gegangen.
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Der erhoffte frühe Verkauf von Hugo Ekitiké nach England - dort sollen sich der FC Chelsea und der FC Liverpool positioniert haben - hat nicht geklappt. Der Transfer ist aber nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. „Wir müssen Hugo nicht verkaufen“, sagt Krösche, „wenn der Preis nicht stimmt, dann bleibt er.“ 100 Millionen Euro erwarten die Frankfurter, 80 Millionen stellt sich angeblich Chelsea vor. 15 Prozent dieser Ablöse geht an Paris St. Germain, dem ehemaligen Klub Ekitikés, so ist es im Vertrag zwischen den Franzosen und der Eintracht vor zwei Jahren ausgemacht worden.
Eintracht Frankfurt mit Jonathan Burkhardt einig
Den vermeintlichen Nachfolger für ihren besten Torschützen haben sich die Frankfurter schon gesichert. Mit Jonathan Burkardt von Mainz 05 hat die Eintracht Einigung über einen langfristigen Vertrag erzielt. Nationalspieler Burkardt hat Mainz informiert, dass er den Klub nach sieben Jahren verlassen wird. Gesprochen werden muss nun „nur“ noch über die Ablösesumme. Und da gibt es ganz grundsätzlich unterschiedliche Erzählungen über die Vertragssituation.
Die Mainzer behaupten in Person von Sportdirektor Niko Bungert, im Vertrag von Burkardt gebe es „keine Ausstiegsklausel“. Die Eintracht dagegen geht davon aus, dass Burkardt für 20 Millionen Euro gehen kann. Das ist widersprüchlich - und doch womöglich aufzulösen.
Denn als die Frankfurter sich im Winter schon einmal um Burkardt bemüht haben, hatte der sich entschieden, in Mainz zu bleiben. Durchaus möglich, dass ihm da von Vorstand Christian Heidel mündlich zugesagt wurde, dass er im Sommer für eine Summe rund um jene nun im Raum stehenden die 20 Millionen Euro gehen darf. Das gute Verhältnis unter den Nachbarn wird sicher dazu beitragen, dass am Ende eine alle zufriedenstellende Lösung gefunden wird. „Wir sind da sehr gelassen“, sagt Eintracht-Sportchef Krösche.
Auch beim Thema Ritsu Doan? Der bald 27-Jährige vom SC Freiburg ist Wunschkandidat als Ergänzung für die Flügel, doch der Japaner scheint auf Zeit zu spielen, eine Zusage ist noch nicht erfolgt. Medienberichten zufolge soll inzwischen auch der FC Bayern am japanischen Dribbler interessiert sein. Die meisten Transfers bei der Eintracht sind vorbereitet, und auch bei den möglichen Abgängen herrscht weitgehend Klarheit. Niels Nkounkou, Dina Ebimbe und Mo Dahoud wurde frühzeitig mitgeteilt, dass die Eintracht nicht mehr mit ihnen plant. „Es gibt einige Anfragen“, sagt Krösche, „da ist Bewegung drin.“