Verhandlungen mit Mainz 05

Eintracht Frankfurt: Was kostet Jonathan Burkardt?

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Um den Wechsel von Jonathan Burkardt zu Eintracht Frankfurt gibt es Irritationen. Es herrscht Unklarheit über die Ausstiegsklausel. Manager Krösche bleibt gelassen.

Frankfurt – Markus Krösche ist am Donnerstagmorgen nach Wien geflogen, von dort mit dem Auto weitergefahren in die Slowakei – um sich am Abend in Nitra das erste Spiel der deutschen U21-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft anzuschauen. „Ein bisschen kompliziert“ sei die Anreise gewesen, sagt der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt.

Aber in jedem Fall lohnend, wird er sich doch nicht nur die vielen Spieler der Eintracht bei den jugendlichen Titelkämpfen anschauen, insgesamt sechs in drei Nationalmannschaften, sondern auch einen Blick auf die vielen Talente der anderen Nationen werfen. Die Deutschland-Spiele will er sich anschauen, „und noch ein paar andere“. Der Mann mit dem scharfen Blick ist also auch in diesen Tagen weiter auf der Spur der großen Talente.

Was steht in Burkardts Mainzer Vertrag?

Dabei geht es nicht in erster Linie um aktuelle Transfers. Auch wenn die Eintracht mit Ausnahme des gerade 17 Jahre alt gewordenen Love Arrhov vom schwedischen IF Brommapojkarna noch keinen Neuzugang als perfekt melden konnte, sind die Gespräche und Verhandlungen mit anderen Kandidaten schon sehr weit fortgeschritten. Das sommerliche Transferfenster öffnet ja offiziell erst am 1. Juli, die wegen der Klub-WM von der Fifa eingeführte neu geschaffene Transferzeit in den letzten eineinhalb Wochen ist für die Eintracht ohne Arbeit zu Ende gegangen.

XXL-Blockfahne, Heimatverbundenheit und „ewiger Oka“: Diese Eintracht-Choreos gehen unter die Haut

Choreo der Frankfurter Fans beim Bundesliga-Spiel gegen Nürnberg im Jahr 2009.
Die Frankfurter Fans erinnern beim Bundesliga-Spiel 2009 gegen Nürnberg an die bisher einzige Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte. © imago sportfotodienst
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Duell in der Gruppenphase gegen Maccabi Tel Aviv (2013).
„SGE“ prangt in Rot auf der Nordwestkurve beim Europa-League-Duell gegen Maccabi Tel Aviv im Jahr 2013. © imago sportfotodienst
Die Frankfurter Fans widmen beim Bundesliga-Spiel 2013 gegen Augsburg Oka Nikolov eine große Choreo.
Der „ewige Oka“ (Oka Nikolov) wird 2013 beim Bundesliga-Spiel gegen Augsburg von den Frankfurter Fans gebührend verabschiedet. © imago sportfotodienst
Choreo der Frankfurter Fans in der Nordwestkurve vor dem Bundesliga-Spiel gegen den SV Darmstadt 98 (2015).
„Hessenland mein Königreich“: Die Frankfurter Fans zelebrieren das Hessen-Derby 2015 gegen Darmstadt. © imago sportfotodienst
Choreo der Frankfurter Fans beim Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart in der Saison 2017/2018.
Die SGE-Fans spielen 2017 beim Bundesliga-Spiel gegen Stuttgart auf die Apfelwein-Kultur und die grüne Soße der Stadt Frankfurt an. © DeFodi.de/IMAGO
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Heimspiel 2018 gegen Lazio Rom.
„Hier holten wir den Pokal - auf ihr schwarz-weissen Helden holt ihn noch einmal“ steht auf der Gegengerade geschrieben. Die Nordwestkurve zeigt einen wütenden Adler. Mit dieser Choreo erinnerten die Frankfurter Fans beim Europa-League-Heimspiel 2018 gegen Lazio Rom an den UEFA-Cup-Sieg von 1980. © Jan Huebner/Ulrich/Imago
Choreo der Frankfurt-Fans beim Europa-League-Duell in der Gruppenphase gegen Apollon Limassol (2018).
Imposante Choreo in den Vereinsfarben Schwarz, Weiß und Rot beim Europa-League-Duell 2018 in der Gruppenphase gegen Apollon Limassol. © Jan Huebner/Herkert
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Duell 2018 in der Gruppenphase gegen Olympique Marseille.
Fahnen soweit das Auge reicht, weiße Luftschlangen und mehr: Diese Choreo beim Europa-League-Duell 2018 in der Gruppenphase gegen Olympique Marseille wusste zu gefallen. © Jan Huebner/Herkert/Imago
Choreo der Frankfurt-Fans beim Europa-League-Achtelfinale 2019 gegen Inter Mailand.
„Glorreiche Zeiten, traurige Tage. Wir stehen zur Eintracht, gar keine Frage“ steht auf der Gegentribüne geschrieben. Die Zahl 120 ziert die Nordwestkurve. Eintracht Frankfurt feiert das 120-jährige Vereinsjubiläum beim Achtelfinal-Hinspiel der Europa League im Jahr 2019 gegen Inter Mailand. © rscp - FRANK HEINEN/Imago
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Viertelfinale 2019 gegen Benfica Lissabon.
Das ganze Stadion macht mit: Spektakuläre Choreo in Schwarz und Weiß der Frankfurter Fans beim Europa-League-Viertelfinale 2019 gegen Benfica Lissabon. © Jan Huebner/Scheiber/Imago
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Halbfinale 2019 gegen den FC Chelsea.
Diese Choreo hat Eindruck gemacht: Frankfurts Fans präsentieren 2019 beim Europa-League-Halbfinale gegen den FC Chelsea eine riesige selbstgemalte Blockfahne. © rscp - FRANK HEINEN/Imago
Choreo der Frankfurter Anhänger beim Europa-League-Qualifikationsspiel der 2. Runde gegen den FC Flora Tallinn.
Die Nordwestkurve hat sich beim Europa-League-Qualifikationsspiel der 2. Runde (2019) gegen den FC Flora Tallinn ganz in Weiß herausgeputzt. © Jan Huebner/Imago
Choreo der Frankfurter Fans in Runde 3 der Qualifikation für die Europa League gegen den FC Vaduz.
Schön anzusehen: Die SGE-Fans tauchen die Nordwestkurve beim Europa-League-Qualifikationsspiel (2019) gegen den FC Vaduz in Rot. © Revierfoto/Imago
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Viertelfinale gegen den FC Barcelona anlässlich des Todes von Jürgen Grabowski.
Emotional: Die SGE-Fans gedenken der verstorbenen Vereinslegende Jürgen Grabowski beim Europa-League-Viertelfinale 2022 gegen den FC Barcelona. © osnapix/IMAGO
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Halbfinale 2022 gegen West Ham United.
„Meine Stadt, mein Verein“: Die Frankfurter Fans feiern ihre Heimat beim Europa-League-Halbfinale 2022 gegen West Ham United. © Patrick Scheiber/IMAGO
Choreo der Frankfurter Fans beim Europa-League-Finale 2022 in Sevilla gegen die Glasgow Rangers.
Historisches Spiel, historische Choreo: Die Fans von Eintracht Frankfurt beeindrucken mit einer rund 50.000 Euro teuren Darbietung beim Europa-League-Finale 2022 gegen Glasgow Rangers. © Florian Ulrich/IMAGO
Choreo der Frankfurter Anhänger am 1. Spieltag der Vorrunde in der Champions League gegen Sporting Lissabon.
Teil 1 der Frankfurter Choreo beim Champions-League-Auftakt der SGE gegen Sporting Lissabon in der Saison 2022/2023. © osnapix/IMAGO
Choreo der Frankfurter Fans in der Nordwestkurve am 1. Spieltag der Champions-League-Vorrunde 2022/2023 gegen Sporting Lissabon.
Teil 2 der Frankfurter Choreo beim Champions-League-Auftakt der SGE gegen Sporting Lissabon in der Saison 2022/2023. © Ulrich Hufnagel/IMAGO
Eintracht Frankfurts Fans präsentieren eine Titel-Choreografie beim DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig in der Saison 2022/2023.
Titelsammlung der Eintracht: Die Frankfurter Fans blicken beim DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig in der Saison 2022/2023 auf die großen Triumphe der Klub-Geschichte zurück. © Patrick Scheiber/IMAGO
Choreo beim Bundesliga-Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig am 34. Spieltag der Saison 2023/2024.
Die SGE-Fans feiern am letzten Spieltag der Saison 2023/2024 verdiente Frankfurt-Spieler wie Bernd Hölzenbein und Bruno Pezzey.  © Florian Ulrich/IMAGO
Choreo in der Nordwestkurve von Eintracht Frankfurt beim Europa-League-Spiel gegen Ferencváros Budapest.
Tradition pur: Die Choreo der Eintracht-Fans am vorletzten Spieltag der Ligaphase in der Europa-League-Saison 2024/2025 bildet das Gründungsjahr des Vereins ab.  © osnapix / Marcus Hirnschal/IMAGO
Die Fans von Eintracht Frankfurt präsentieren ihre Choreografie beim Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen.
Emotionale Choreo in Bremen: Die SGE-Fans ehren am 28. Spieltag der Saison 2024/2025 Eintracht-Idole wie Uwe Bein oder Anthony Yeboah. © osnapix / Marcus Hirnschal/IMAGO

Der erhoffte frühe Verkauf von Hugo Ekitiké nach England - dort sollen sich der FC Chelsea und der FC Liverpool positioniert haben - hat nicht geklappt. Der Transfer ist aber nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. „Wir müssen Hugo nicht verkaufen“, sagt Krösche, „wenn der Preis nicht stimmt, dann bleibt er.“ 100 Millionen Euro erwarten die Frankfurter, 80 Millionen stellt sich angeblich Chelsea vor. 15 Prozent dieser Ablöse geht an Paris St. Germain, dem ehemaligen Klub Ekitikés, so ist es im Vertrag zwischen den Franzosen und der Eintracht vor zwei Jahren ausgemacht worden.

Eintracht Frankfurt mit Jonathan Burkhardt einig

Den vermeintlichen Nachfolger für ihren besten Torschützen haben sich die Frankfurter schon gesichert. Mit Jonathan Burkardt von Mainz 05 hat die Eintracht Einigung über einen langfristigen Vertrag erzielt. Nationalspieler Burkardt hat Mainz informiert, dass er den Klub nach sieben Jahren verlassen wird. Gesprochen werden muss nun „nur“ noch über die Ablösesumme. Und da gibt es ganz grundsätzlich unterschiedliche Erzählungen über die Vertragssituation.

Die Mainzer behaupten in Person von Sportdirektor Niko Bungert, im Vertrag von Burkardt gebe es „keine Ausstiegsklausel“. Die Eintracht dagegen geht davon aus, dass Burkardt für 20 Millionen Euro gehen kann. Das ist widersprüchlich - und doch womöglich aufzulösen.

Die Mainzer, hier mit Trainer Bo Henriksen, lassen Jonathan Burkardt nicht widerstandslos ziehen.

Wunschspieler Doan spielt auf Zeit

Denn als die Frankfurter sich im Winter schon einmal um Burkardt bemüht haben, hatte der sich entschieden, in Mainz zu bleiben. Durchaus möglich, dass ihm da von Vorstand Christian Heidel mündlich zugesagt wurde, dass er im Sommer für eine Summe rund um jene nun im Raum stehenden die 20 Millionen Euro gehen darf. Das gute Verhältnis unter den Nachbarn wird sicher dazu beitragen, dass am Ende eine alle zufriedenstellende Lösung gefunden wird. „Wir sind da sehr gelassen“, sagt Eintracht-Sportchef Krösche.

Auch beim Thema Ritsu Doan? Der bald 27-Jährige vom SC Freiburg ist Wunschkandidat als Ergänzung für die Flügel, doch der Japaner scheint auf Zeit zu spielen, eine Zusage ist noch nicht erfolgt. Medienberichten zufolge soll inzwischen auch der FC Bayern am japanischen Dribbler interessiert sein. Die meisten Transfers bei der Eintracht sind vorbereitet, und auch bei den möglichen Abgängen herrscht weitgehend Klarheit. Niels Nkounkou, Dina Ebimbe und Mo Dahoud wurde frühzeitig mitgeteilt, dass die Eintracht nicht mehr mit ihnen plant. „Es gibt einige Anfragen“, sagt Krösche, „da ist Bewegung drin.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Hans-Jürgen Schmidt

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