VonFlorian Schimakschließen
Patrick Mayerschließen
Nach dem Sieg des FC Bayern gegen den FC Augsburg geht Joshua Kimmich in der Münchner Arena emotional auf die Kritik an Leroy Sané und Serge Gnabry ein.
München - Der FC Bayern besiegt den FC Augsburg 5:3 (4:1) und steuert auf ein erfolgreiches Frühjahr zu. Alles einträchtig also? Nicht ganz.
FC Bayern: Joshua Kimmich stellt sich vor Leroy Sané und Serge Gnabry
Joshua Kimmich sah sich am frühen Samstagabend in der Münchner Allianz Arena dazu veranlasst, sich vor seine beiden Teamkollegen Serge Gnabry und Leroy Sané zu stellen. Der 28-jährige Schwabe nahm beide demonstrativ in Schutz.
Gnabry, der schon in der Jugend es VfB Stuttgart mit Kimmich zusammengespielt hatte, war zuletzt in die Kritik geraten, weil er mitten in einer Englischen Woche für die Fashion Week nach Paris gereist war. Sané kam Medienberichten zufolge indes zu mehreren Terminen des Klubs zu spät, weswegen ein Mal sogar der Mannschaftsbus von der Säbener Straße ohne den Nationalspieler wegfuhr.
Im Video: FC Bayern - Nagelsmann nimmt Sané und Gnabry in Schutz
„Heute war extrem wichtig, dass wir ein paar frische Kräfte hatten. Sie haben uns heute das Spiel gewonnen. Gerade die Jungs, die neu von Anfang an gespielt haben, haben es wirklich überragend gelöst. Ich könnte jetzt jeden Einzelnen aufzählen“, meinte Kimmich in der Mixed Zone des Stadions: „Gerade Joao hat ein Top-Spiel gemacht. Serge und Leroy haben beide ein Super-Spiel gemacht, auch Sadio. Benji sowieso.“ Joao Cancelo, Gnabry, Sané, Doppel-Torschütze Pavard und Mané waren allesamt in die Startelf gerückt.
Serge Gnabry und Leroy Sané: Bayern-Angreifer spielen gegen Augsburg von Beginn an
Gnabry und Sané waren in den vergangenen Wochen dagegen meist nur Ersatz. Sané trug sich mit seinem Treffer in der 45. Minute ebenfalls in die Torschützenliste ein. „Das hat uns heute extrem gut getan, dass wir Jungs hatten, die gebrannt haben, die vielleicht die letzten Wochen jetzt nicht so viel gespielt haben. Die sich einiges von der Medienwelt anhören mussten. Teilweise auch unberechtigt“, sagte Kimmich weiter: „Heute haben sie gezeigt, dass sie ganz, ganz wichtig für uns sind. Und es auch in der Vergangenheit waren.“
Leroy hat die Qualität. Wenn wir es schaffen, die rauszukitzeln, kann er meiner Meinung nach einer der besten Spieler in Europa werden.
Lob gab es für den viel gescholtenen Sané auch vom Sportvorstand: „Ich habe schon vor dem Spiel gesagt: Leroy hat die Qualität. Wenn wir es schaffen, die rauszukitzeln, kann er meiner Meinung nach einer der besten Spieler in Europa werden. Es liegt an ihm. Ich glaube an ihn“, erklärte Hasan Salihamidzic, der Bosnier tat dies ebenfalls in der Mixed Zone. Er reihte sich ein in die Unterstützter des hochbegabten 27-jährigen Angreifers, der diese einzigartige Gabe Kritikern zufolge nur zu selten zeigt.
Leroy Sané: Auch Trainer Julian Nagelsmann verteidigt den Bayern-Star
„Er ist einer, der durch seine Art sehr polarisiert. Das ist einfach so. Entweder man kommt damit zurecht, man arbeitet mit ihm, oder man sagt halt nein. Aber dann darf er nicht mehr bei Bayern München spielen. Ich will aber gerne, dass er hier spielt, weil er außergewöhnliche Fähigkeiten hat“, hatte Coach Julian Nagelsmann nach dem 2:0 (0:0) der Münchner gegen Paris Saint-Germain erklärt.
Nagelsmann meinte auf der Spieltags-Pressekonferenz zum Augsburg-Spiel weiter: „Deswegen akzeptiere ich das und versuche, ihn immer zu unterstützen, um zu zeigen, was es braucht, damit er vielleicht nicht immer so viel aneckt. Weil er einfach so ist. Wir werden ihn charakterlich nicht ändern, das habe ich auch nicht vor. Wir müssen seine Stärken auf das Feld bringen, die außergewöhnlich sind.“ (smk/pm)

