Gesamtweltcupsiegerin

Nächste Runde im Betrugsskandal: Biathlon-Star verschwindet plötzlich von Startliste

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Der Betrugsskandal um Julia Simon setzt sich fort. Die Gesamtweltcupsiegerin verschwindet plötzlich von der Startliste des City-Biathlons.

Wiesbaden – Die Vorfreude auf die neue Weltcup-Saison im Biathlon wird vom Betrugsskandal um die amtierende Gesamtweltcupsiegerin Julia Simon getrübt. Die Französin soll die Kreditkarten ihrer französischen Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet und einem weiteren Mitglied der Mannschaft illegalerweise benutzt zu haben. Die Tat fiel auf, weil die 26-Jährige die beiden Kreditkarten belastet haben und dafür ihren eigenen Computer samt Mailadresse genutzt haben soll.

Julia Simon
Geboren:4. Juli 1996 (Alter 27 Jahre), Albertville, Frankreich
Nationalität:Frankreich
Sportart:Biathlon

Biathlon-Betrugsskandal geht in nächste Runde

Braisaz-Bouchet wollte die Situation zunächst intern klären und nicht damit an die Öffentlichkeit gehen. „Aber das hat nicht funktioniert“, bestätigte sie gegenüber dem norwegischen TV-Sender TV2. Simon stritt offenbar alles ab, sodass der Teamkollegin keine andere Wahl blieb, als Klage einzureichen gegen die derzeit beste Biathletin der Welt.

„Wenn ich keine Beweise gehabt hätte, hätte ich nichts unternommen. Ich hoffe einfach nur, dass es noch so etwas wie ein Happy End geben kann. Ich wünsche ihr nichts Böses, ich will einfach nur meine Karriere fortsetzen, mich um meine Familie und mich selbst kümmern. Ich hoffe, die Sache endet bald“, so Braisaz-Bouchet weiter.

Julia Simon wird doch nicht in Wiesbaden an den Start gehen.

Julia Simon äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen und nahm auch nicht an den Trainingslagern der französischen Mannschaft teil. Sie absolviert die Vorbereitung auf den kommenden Winter alleine und es ist völlig unklar, ob und wann sie wieder in den Kreis der Teamkolleginnen zurückkehren wird.

Biathlon-Betrugsskandal: Simon startet doch nicht in Wiesbaden

Mit Spannung erwartet wurde der erste öffentliche Auftritt von Simon nach Bekanntwerden des Betrugsskandals. Die 26-Jährige war für den jährlich ausgetragenen City-Biathlon gemeldet, der am 13. August in der Wiesbadener Innenstadt stattfindet. Doch eine Woche vor dem Rennen verschwand ihr Name plötzlich von der Startliste.

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Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.
Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.  © IMAGO/Andrew P. Scott
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Jonas Dobler (Skilanglauf) beendete nach zehn Jahren im Weltcup seine Karriere. © IMAGO/Eibner/Memmler
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Der 30-jährige Nolan Seegert beendete seine Karriere als Paarläufer aufgrund der Trennung von seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase (l.). © IMAGO/Stephanie Gouiran
Skirennläuferin Marlene Schmotz umfährt Slalom-Stange beim Weltcup.
DSV-Slalom-Spezialistin Marlene Schmotz (29) verabschiedete sich nach zehn Jahren im Ski-Weltcup aus dem Alpinsport.  © Wolfgang Grebien/GEPA pictures/imago
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Paul Fentz: Der Eiskunstläufer und viermaliger deutsche Meister zog einen Schlussstrich unter seiner Laufbahn auf dem Eis. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
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Mit David Ketterer haben gleich drei deutsche DSV-Asse ihre Ski nach dieser Saison abgeschnallt. Der 29-jährige gebürtige Donaueschinger kämpfte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen - 2022 wurde „Kette“ zudem Vater.  © Mario Buehner/GEPA pictures/imago

Lou Jeanmonnot, die Julia Simon zuletzt schwere Vorwürfe machte, ist laut Homepage die einzige französische Starterin. Der Grund für die Absage Simons ist nicht bekannt, der Veranstalter hat sich bislang nicht dazu geäußert. Es ist aber davon auszugehen, dass der Verzicht auf den Start in Wiesbaden mit den Betrugsvorwürfen zusammenhängt. (smr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

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