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Die nächste Länderspielpause rückt näher und Bundestrainer Julian Nagelsmann könnte wieder einen Neuling für den DFB-Kader nominieren.
Frankfurt – Am Freitag, den 10. November, möchte Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen Kader für die letzte Länderspielpause des Jahres bekanntgeben. In dieser stehen die Testspiele gegen die Türkei im Berliner Olympiastadion (18. November) und gegen Österreich im Ernst-Happel-Stadion in Wien (21. November) an. In den Spielen drei und vier unter dem neuen DFB-Trainer soll sich das Team vor der Heim-EM 2024 weiter finden. Gut möglich, dass Nagelsmann dann abermals den einenoder anderen Neuling dabei hat. Ein Kandidat hat sich am Wochenende zunächst auf dem Platz und später auch vor dem Mikrofon beworben.
| Marvin Ducksch | |
|---|---|
| Geboren: | 7. März 1994 (Alter 29 Jahre), Dortmund |
| bisherige Vereine: | Borussia Dortmund, SC Paderborn, FC St. Pauli, Holstein Kiel, Fortuna Düsseldorf, Hannover 96, SV Werder Bremen |
| Marktwert: | 7,5 Millionen Euro (transfermarkt.de) |
Mit Traumtor und Top-Quote: Werders Marvin Ducksch treibt DFB-Traum voran
Das Bundesliga-Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Werder Bremen (2:2) war am Sonntagnachmittag noch keine sieben Minuten alt, da legte sich Werders Nummer sieben den Ball ungefähr 20 Meter zentral vorm gegnerischen Tor zurecht. Wenig später touchierte die Kugel den rechten Innenpfosten und schlug daraufhin im Winkel des Wolfsburger Gehäuses ein. Getreten hatte diesen Traum-Freistoß zur Bremer 1:0-Führung Stürmer Marvin Ducksch, der bereits in der Sommervorbereitung vom „Traum“, bei der Heim-EM 2024 dabei zu sein, gesprochen hatte. Mittlerweile darf sich der 29-jährige Angreifer tatsächlich Hoffnungen auf eine DFB-Nominierung machen – und wird mittlerweile auch neben dem Platz forscher.
„Der Bundestrainer ist jemand, der auch ein Fan von verschiedenen Systemen ist und auch mal mit Doppelspitze spielt. Und wenn er genau so einen Spielertyp braucht, werde ich sicher nicht Nein sagen“, ließ Ducksch nach seinem vierten Saisontreffer in Wolfsburg verlauten. Mit starken fünf Assists, die der gebürtige Dortmunder in dieser Saison zudem geliefert hat, bringt er es bereits auf neun Torbeteiligungen. Überhaupt war Ducksch in jedem Saisonspiel, in dem seine Mannschaft mindestens ein Tor erzielt hat, auch an einem Treffer direkt beteiligt – eine Statistik, die ligaweit kein anderer Akteur aufweisen kann.
Füllkrug als Vorbild? Ducksch liefert weiter und wird forscher
Auch in der abgelaufenen Spielzeit wusste Ducksch bereits zu überzeugen, als er es mit 20 Torbeteiligungen (zwölf Tore, acht Assists) immerhin auf Platz acht der Bundesliga-Scorerliste schaffte. Nach dem starken Auftritt in Wolfsburg betonte Ducksch nun, er versuche weiter „Leistung mit der Mannschaft“ zu bringen – „und wenn der Bundestrainer dann so weit ist und die Leistung auch honoriert, wird er sich sicherlich melden“.
Genau so lief es im vergangenen Jahr bei Duckschs damaligem kongenialen Sturm-Partner Niclas Füllkrug, der schließlich auch bei der WM in Katar dabei war und mittlerweile nicht mehr aus dem DFB-Angriff wegzudenken ist. Weil Ducksch auch nach Füllkrugs Wechsel zu Borussia Dortmund im vergangenen Sommer weiterhin abliefert, glaubt auch Mitspieler Leonardo Bittencourt an eine DFB-Chance für Werders Top-Scorer: „Ich kenne Julian Nagelsmann und weiß, dass er auch solche Spielertypen mag, die rund um die Box einen guten Touch haben. Wenn er so weiter macht, wird er sich es so verdient haben wie Fülle auch.“
Nagelsmanns Vorgänger: Das sind alle deutschen Fußball-Bundestrainer




Coach Ole Werner schwärmt – wird Duckschs Spielstärke das neue Element im DFB-Sturm?
Hinter „Fülle“ (Niclas Füllkrug, Anm. d. Red.) klafft derweil eine Lücke im DFB-Sturm. Zumal der in der vergangenen Länderspielpause erstmals nominierte Kevin Behrens bei seinem einzigen Nationalmannschaftseinsatz gegen Mexiko (2:2) erst in der 87. Minute eingewechselt wurde und mit seinem Club Union Berlin in einer sportlichen Krise steckt. Deshalb hatte auch „Sky“-Experte und Ex-Profi Didi Hamann Ducksch bei der Nationalelf ins Spiel gebracht und ihn im Vergleich zu Füllkrug und Behrens als „besten Fußballer“ bezeichnet.
Und in der Tat besticht der 1,88 Meter große Standard-Spezialist nicht nur durch seine unmittelbare Torgefahr, wie auch Werder-Trainer Ole Werner betont: „Er liefert konstant ab – und nicht nur durch Tore, sondern auch durch Situationen, die er einleitet. Er hat sich auch im Defensivverhalten entwickelt. Er ist in allem sehr schlau, er begreift das Spiel.“ Damit hat Ducksch ein Profil, das neben dem klassischen „Neuner“ Füllkrug im DFB-Aufgebot noch fehlt, diesem aber guttun könnte. Sollte das auch Julian Nagelsmann so sehen, könnte dieser am Freitag das Wiedersehen zwischen Füllkrug und Ducksch in die Wege leiten. (tos)
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