Bundestrainer Julian Nagelsmann hat erläutert, warum er Angelo Stiller nicht für die anstehenden Länderspiele nominiert hat – und gab einen Fehler zu.
Wolfsburg/Stuttgart – Die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, bei den anstehenden Länderspielen auf Angelo Stiller zu verzichten, sorgte in Stuttgart für Irritationen. VfB-Boss Fabian Wohlgemuth konnte den Nagelsmann-Entschluss jedenfalls nicht verstehen, wie er auf Nachfrage von Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, zugab.
Der Stuttgarter Sportvorstand sagte am Rande der Partie gegen Rotterdam: „Wir akzeptieren, wie er berufen hat. Er wird seine Gründe haben. Uns hat es ein bisschen überrascht, dass Angelo nicht berufen wurde, weil er in den letzten Wochen auch nochmal einen Fortschritt in seiner Entwicklung gemacht hat. Er war ein wichtiger Spieler für die erzielten Punkte.“
Nagelsmann über VfB-Star Angelo Stiller: „Seine Entwicklung geht deutlich in die richtige Richtung“
Wenige Tage später rechtfertigte der Bundestrainer seine Stiller-Entscheidung und ließ damit aufhorchen. Bei der Pressekonferenz sagte er: „Wenn ich die vier Wochen vor dem letzten Lehrgang nehme, wo er dabei war, war es deutlich unverdienter, dass er dabei war, als es jetzt der Fall wäre, weil seine Entwicklung deutlich in die richtige Richtung geht.“
Diese Botschaft, so Nagelsmann weiter, habe er dem Stuttgarter auch mit auf den Weg gegeben. Rückblickend gab der Bundestrainer derweil den Fehler zu, Stiller bei der vergangenen Länderspielreise mitgenommen zu haben: „Da hatten wir zu viele Sechser dabei, da passte das Gleichgewicht nicht. Jetzt haben wir jede Position genau doppelt besetzt.“
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Statt Stiller setzt Nagelsmann im defensiven Mittelfeld auf Felix Nmecha, der seiner Meinung nach bei Borussia Dortmund eine „sehr gute“ Saison spiele und auf Bayerns Aleksandar Pavlović. Letzterer profitiere davon, so der deutsche Nationalcoach, dass er bei einer Mannschaft spiele, „die gerade in ganz Europa sicherlich die stabilste ist.“ Nagelsmann: „Ich sehe die gerade einen Tick vorne dran.“
Dazu kommen Leon Goretzka und Nadiem Amiri, die der Bundestrainer offensiver als Stiller sieht. Zum Nachteil des Stuttgarters, der sich selbst zu der Thematik nicht äußern wollte. Trotz dreifacher Nachfrage im RTL-Interview blieb Stiller dabei: „Dazu möchte ich nichts sagen. Das haben wir intern so besprochen.“
Ärger zwischen dem VfB und Nagelsmann soll es übrigens nicht geben. Mit Trainer Sebastian Hoeneß und Angelo Stiller hatte der Bundestrainer das Gespräch gesucht. Nagelsmann: „Ich hatte einen sehr guten Austausch. Was den Spieler betrifft, muss ich das erklären, bei einem Trainer muss ich das nicht, aber ich mache es gerne, weil ich einen guten Draht zu Sebastian habe. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich keiner Weise böse bin über die Aussagen nach dem Spiel. Was sollen sie auch sagen? Es ist ein sehr wichtiger Spieler für den VfB.“