Borussia Dortmund

Julian Ryerson: Vielseitig und mit viel Dampf

+
Traf zum zweiten Mal in Folge: Julian Ryerson (links) im Duell mit dem Berliner Danilho Doekhi.

Julian Ryerson trifft beim 4:2 gegen Union Berlin erneut für Dortmund und hat seinen Anteil am BVB-Aufschwung. Von Lars Bredthauer

Auf und neben dem Platz fällt er nicht sofort auf, erscheint als einer der ruhigeren Typen. Einen Vergleich zu Landsmann Erling Haaland zu ziehen – unangemessen, wie bei fast jedem anderen Profifußballer auf der Welt. Trotzdem läuft es für Julian Ryerson bei Borussia Dortmund aktuell immer besser. Auch gegen Union Berlin traf der Norweger, erzielte – mit einer Portion Glück – den Treffer zum 4:2 (1:2)-Endstand (71.). Vorher hatten die Gäste, die die siebte Pflichtspiel-Niederlage in Folge kassierten, das Spiel durch Robin Gosens (9.) und Leonardo Bonucci (31., Foulelfmeter) gedreht, nachdem Niclas Füllkrug den BVB in Führung brachte (7.). In der zweiten Halbzeit legten Nico Schlotterbeck mit einem Distanzhammer (49.) und der eingewechselte Julian Brandt (54.) den Grundstein zum fünften Sieg im siebten Spiel in der Fußball-Bundesliga, ehe Ryerson gegen seinen ehemaligen Verein das zweite Tor in Folge für die Borussia erzielte. Schon im Auswärtsspiel im Hoffenheim hatte der im Januar nach Dortmund gekommene 25-Jährige nach einem Sololauf zur Entscheidung in seinem 100. Bundesligaspiel getroffen.

Für Norwegen im Einsatz

Lob gab es von BVB-Trainer Edin Terzic obendrauf: „Julian ist extrem vielseitig. Er hat bei seinem vorherigen Verein Union Berlin extrem viele und gefährliche Flanken vor das Tor gebracht. Heute haben wir es geschafft, mehr Flanken vor das gegnerische Tor zu spielen als Union, obwohl die Gäste die zweitmeisten Hereingaben in der Liga bringen. Da war Julian mit seinem rechten Fuß ein wesentlicher Faktor.“

Ryerson ist exemplarisch für den aktuellen Aufschwung beim BVB. Seit der Auswärtspartie beim SC Freiburg stand der Abwehrspieler immer in der Startelf der Schwarz-Gelben. In der Liga gewann die Mannschaft von Terzic seitdem alle vier Spiele. Auch beim Erfolg gegen den 1. FC Köln am ersten Spieltag (1:0) startete der Ex-Eiserne von Beginn an. Bei den Unentschieden in Bochum und gegen Heidenheim war Ryerson einmal verletzungsbedingt nicht im Kader und musste einmal auf der Bank Platz nehmen.

Auch über die Vielseitigkeit des Norwegers ist Terzic glücklich. Gegen Union Berlin nahm Ryerson zunächst den Platz des gesperrten Ramy Bensebaini auf der linken Abwehrseite ein. Marius Wolf spielte hinten rechts, wo sich Ryerson sonst heimisch fühlt. Als Terzic zur Pause auf eine Dreierkette umstellte, präsentierte der 25-jährige auch seine Qualitäten nach vorne. „Was mir heute extrem gut bei ihm gefallen hat, war das Wechselspiel zwischen ihm und Julian Brandt, wann er ins Zentrum zieht, wann er Jule Brandt auf den Flügel lässt. Da macht Julian Ryerson gerade große Fortschritte“, sagte der Coach. „Auch ihm drücken wir die Daumen, dass er gesund aus der Länderspielpause zurückkommt und dann hoffen wir, dass er es so fortsetzen kann.“ Sicher wird der Norweger da auch mit seinem Landsmann Erling Haaland über den BVB sprechen.

Redebedarf gab es am Samstag aber auch über den Videobeweis. Zwei Abseitstore und ein zunächst nicht gegebener Elfmeter waren gecheckt worden. Bei den vermeintlichen Treffern, beide Teams jubelten einmal vergeblich, dauerte die Überprüfung besonders lange. Auch Schiedsrichter Patrick Ittrich zuckte mit den Schultern. „Es stimmte etwas an den kalibrierten Linien nicht“, sagte der Unparteiische. Das System brauchte einen Neustart. Gut, dass dafür das BVB-Spiel in Halbzeit zwei besser funktionierte.

Kommentare