Streit um Einsatz bei Kanadas Nationalteam

Kanadischer Verband reagiert deutlich auf Verletzung von Bayern-Star Davies

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Nach dem Kreuzbandriss von Davies äußert sein Berater scharfe Kritik am kanadischen Trainerstab. Der Verband reagiert entschieden.

Toronto - Alphonso Davies hat sich im Nations-League-Halbfinale gegen die USA schwer verletzt. Die Diagnose: Kreuzbandriss – voraussichtliche Ausfallzeit rund sechs Monate. Der Schock ist groß, nicht nur beim FC Bayern München, sondern auch in seiner Heimat Kanada.

Doch nun sorgt eine deutliche Attacke seines Beraters Nedal Huoseh für Schlagzeilen. Er wirft dem kanadischen Verband und Nationaltrainer Jesse Marsch eine grob fahrlässige Entscheidung vor: „Phonzy hätte gar nicht auf dem Platz stehen dürfen.“

Laut Huoseh habe Davies bereits vor dem Spiel Beschwerden signalisiert. Trotzdem habe das Trainerteam ihn eingesetzt – eine Entscheidung, die aus seiner Sicht „emotional“ und „nicht im Sinne des Spielerschutzes“ gewesen sei.

Kanada reagiert deutlich

Canada Soccer reagierte prompt und wies die Vorwürfe öffentlich zurück. Kommunikationschef Paulo Senra stellte klar: „Unsere Trainer und das medizinische Personal sind echte Profis. Die Gesundheit der Spieler hat bei uns oberste Priorität.“

Damit steht Aussage gegen Aussage – während sich Davies bereits in ärztlicher Behandlung befindet, kocht die Debatte über Verantwortung und Risikomanagement im Nationalteam hoch.

Davies, Dier, Wagner & Co.: Die besten Winter-Transfers in der Geschichte des FC Bayern

Alphonso Davies (gekommen im Winter der Saison 2018/2019): Der wohl beste Winter-Transfer in der Geschichte des FC Bayern. Der Kanadier entwickelte sich nach seinem Wechsel zum absoluten Stammspieler.
Alphonso Davies (gekommen im Winter der Saison 2018/2019): Der wohl beste Winter-Transfer in der Geschichte des FC Bayern. Der Kanadier entwickelte sich nach seinem Wechsel zum absoluten Stammspieler. © IMAGO/Mladen Lackovic
Sandro Wagner (gekommen im Winter der Saison 2017/2018): Für 13 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim verpflichtet, erzielte Wagner in 30 Spielen zehn Tore für den FC Bayern.
Sandro Wagner (gekommen im Winter der Saison 2017/2018): Für 13 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim verpflichtet, erzielte Wagner in 30 Spielen zehn Tore für den FC Bayern. © nordphoto / Kurth
Luiz Gustavo (gekommen im Winter der Saison 2010/2011): Nach seinem Wechsel aus Wolfsburg mit insgesamt 100 Pflichtspielen für den FCB. Gewann 2013 das Triple.
Luiz Gustavo (gekommen im Winter der Saison 2010/2011): Nach seinem Wechsel aus Wolfsburg mit insgesamt 100 Pflichtspielen für den FCB. Gewann 2013 das Triple. © IMAGO / Lackovic
Eric Dier (gekommen im Winter der Saison 2023/2024): Der robuste Innenverteidger war unter Ex-Bayern-Coach Thomas Tuchel gesetzt. Im Team gilt er als extrem beliebt.
Eric Dier (gekommen im Winter der Saison 2023/2024): Der robuste Innenverteidger war unter Ex-Bayern-Coach Thomas Tuchel gesetzt. Im Team gilt er als extrem beliebt. © IMAGO / Jan Huebner
Yann Sommer (gekommen im Winter der Saison 2022/2023): Nach Manuel Neuers Verletzung absolvierte der Keeper in der Rückrunde alle 25 möglichen Spiele und wurde am Ende mit dem FCB Meister.
Yann Sommer (gekommen im Winter der Saison 2022/2023): Nach Manuel Neuers Verletzung absolvierte der Keeper in der Rückrunde alle 25 möglichen Spiele und wurde am Ende mit dem FCB Meister. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Joao Cancelo (gekommen im Winter der Saison 2022/2023): Der Portugiese kam für ein halbes Jahr von Manchester City. Am Ende der Saison holt er den Meistertitel.
Joao Cancelo (gekommen im Winter der Saison 2022/2023): Der Portugiese kam für ein halbes Jahr von Manchester City. Am Ende der Saison holt er den Meistertitel. © IMAGO/Teresa Kroeger/RHR-FOTO
Sacha Boey (gekommen im Winter der Saison 2023/2024): Der Rechtsverteidiger kam für satte 30 Millionen Euro von Galatasaray Istanbul und ist damit der teuerste Winter-Transfer der FCB-Geschichte.
Sacha Boey (gekommen im Winter der Saison 2023/2024): Der Rechtsverteidiger kam für satte 30 Millionen Euro von Galatasaray Istanbul und ist damit der teuerste Winter-Transfer der FCB-Geschichte. © IMAGO/Revierfoto
Bryan Zaragoza (gekommen im Winter 2023/2024): Der FC Bayern sieht im spanischen Dribbelkünstler großes Potenzial – auch wenn er in seinen ersten Monaten einen schweren Stand hatte und anschließend in die Heimat zurück verliehen wurde.
Bryan Zaragoza (gekommen im Winter 2023/2024): Der FC Bayern sieht im spanischen Dribbelkünstler großes Potenzial – auch wenn er in seinen ersten Monaten einen schweren Stand hatte und anschließend in die Heimat zurück verliehen wurde.  © IMAGO/Revierfoto

Bayern unter Druck – und ein bekanntes Problem

Beim FC Bayern bedeutet Davies’ Ausfall ein sportlich wie taktisch schwer zu kompensierenden Verlust. Mit seiner Dynamik, Schnelligkeit und Offensivkraft ist er auf links kaum zu ersetzen. Optionen wie Guerreiro, Ito oder Stanisic stehen bereit – doch keiner bringt das Gesamtpaket Davies mit. Zudem hat sich Dayot Upamecano ein weiterer Abwehrstar in der Länderspielpause verletzt und fällt mehrere Wochen aus.

Der Fall zeigt erneut, wie sensibel das Verhältnis zwischen Vereinen und Nationalverbänden bleibt – vor allem, wenn es um die Gesundheit der Leistungsträger geht. Der Fall Davies wirft erneut Fragen zum Umgang mit Nationalspielern auf. Der Spagat zwischen Verein und Verband bleibt ein sensibles Thema – vor allem in heißen Saisonphasen. (tn)

Rubriklistenbild: © Ringo Chiu/ZUMA Press Wire/dpa

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