Einzelkritik der FCB-Stars

Bayern-Noten zum Arbeitssieg gegen Gladbach: Es hagelt Vierer – Kane und Pavlovic ragen heraus

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    Christoph Klaucke
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Der FC Bayern gewinnt gegen Borussia Mönchengladbach. Harry Kane und Aleksandar Pavlovic führen die Tuchel-Elf an. Die Noten und Einzelkritik zum Arbeitssieg.

München – Der FC Bayern München brauchte am Samstagnachmittag unbedingt drei Punkte, um vor dem Spitzenspiel nächste Woche gegen Tabellenführer Leverkusen dranzubleiben. Und die Bayern feierten gegen Borussia Mönchengladbach einen 3:1-Arbeitssieg.

Einzelkritik und Noten zum Bayern-Sieg gegen Gladbach

Zunächst gerieten die Münchner gegen ihren Angstgegner nach einem Fehlpass von Torwart Manuel Neuer auf Thomas Müller durch Nico Elvedi in Rückstand. Doch kurz vor der Pause gelang Youngster Aleksandar Pavlovic mit seinem zweiten Treffer in Folge der Ausgleich.

In der zweiten Halbzeit taten sich die Gastgeber lange schwer, bis eine Müller-Aktion die Wende brachte. Der Raumdeuter setzte im Luftduell den Gladbacher Keeper Moritz Nicolas unter Druck, der daneben griff und die Kugel unfreiwillig Torjäger Harry Kane vorlegte. Der Engländer köpfte den Ball ins leere Tor. Kurz vor Schluss erhöhte Matthijs de Ligt ebenfalls per Kopf auf 3:1. Die Einzelkritik und Noten der Bayern-Stars:

Manuel Neuer

Bei einer Bogenlampen-Flanke donnerte der Torwart mit dem Rücken gegen den Pfosten. Am 0:1 hatte er wegen seines Risiko-Zuspiels auf Thomas Müller mindestens eine Teilschuld. Ansonsten eher wenig gefordert. Note: 4

Noussair Mazraoui

Vom Afrika-Cup direkt in die Startelf. Zur Überraschung vieler startete der Marokkaner gegen Gladbach als Rechtsverteidiger – und überzeugte sowohl defensiv mit beherzten Grätschen als auch offensiv mit cleveren Pässen und Aktionen. Note: 3 (ab 62. Sacha Boey: Solides Bayern-Debüt. Note: 3)

Matthijs de Ligt

Im Abwehrverhalten gewohnt souverän, im Spielaufbau gewohnt schleppend. Der Niederländer hatte keinen leichten Job gegen die quirligen und schnellen Gladbacher Angreifer. Beim Kopfballtor zum 3:1 kompromisslos. Note: 3

Eric Dier

Die Leihgabe aus Tottenham spielte gegen die Fohlen ihre ganze Routine aus und legte ebenfalls einen souveränen Auftritt hin. Seine Zweikampfstärke war beeindruckend. Ab und an versuchte er seine Mitspieler mit langen Diagonalbällen in Szene zu setzen. Das gelang nicht immer. Note: 3

Alphonso Davies

In Augsburg noch mit einem guten Auftritt, gegen Gladbach wieder schwach. Seine Schnelligkeit konnte er sich in der Offensive wegen seines schlechten Stellungsspiels nur selten zu nutzen machen. In der Rückwärtsbewegung häufig zu langsam im Kopf. Eine gute Grätsche in der 80. Minute. Note: 4 (ab 85. Raphael Guerreiro: o.B.)

Leon Goretzka

Pflichtbewusster Auftritt. Allerdings verrichtete Goretzka vermehrt Defensiv-Aufgaben und kann seine Stärken als Box-to-Box-Spieler daher schon seit einiger Zeit nicht mehr ausspielen und steht mal wieder im Schatten von Nebenmann Aleksandar Pavlovic. Note: 4

Aleksandar Pavlovic

Das 19-jährige Eigengewächs ist dieser Tage einer der wenigen Lichtblicke im zähen Spiel des FC Bayern. Er erledigt seine Aufgaben stets mit Bravour – und glänzte mit seinem Treffer zum 1:1 mal wieder als Goalgetter. Langsam dürfte auch Bundestrainer Julian Nagelsmann genauer bei ihm hinschauen. Note: 2

Harry Kane und Aleksandar Pavlovic führten den FC Bayern zum Sieg gegen Gladbach.

Leroy Sané

Das 1:1 durch Pavlovic leitete er mit einem feinen Zuspiel auf Vorlagengeber Müller ein. Ansonsten in seinen Aktionen eher unglücklich. Sinnbildlich: Ein Schussversuch aus 20 Metern in der ersten Hälfte, der eher aus der Football-Kategorie „Fieldgoal“ war. Seine Freistoß-Vorlage zum 3:1 war dafür umso gefühlvoller. Note: 3

Thomas Müller

Ein Ballverlust, der zum 0:1 führte und 1,5 Torvorlagen. So lautete die Statistik von Müller, der seinen 500. Pflichtspielsieg für den FC Bayern feierte. Fußballerisch war mal wieder Luft nach oben – sowohl in der Ballannahme als auch bei seinen Flanken. Note: 4 (ab 71. Mathys Tel: o.B.)

Harry Kanes Vorgänger: Legendäre Neuner des FC Bayern München

Gerd Müller jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Die erste große Nummer 9 des FC Bayern trug den Namen Gerd Müller. Über ein Jahrzehnt lief der mittlerweile verstorbene „Bomber der Nation“ mit dieser Zahl auf, insgesamt schoss er in 611 Pflichtspielen 568 Tore für die Münchner. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Dieter Hoeneß bei einem Spiel des FC Bayern
Auch Dieter Hoeneß, jüngerer Bruder von FCB-Patron Uli, trug in den 80er Jahren das Jersey mit der 9. Der Mittelstürmer erzielte in seiner Zeit an der Isar 145 Tore und bereitete 14 weitere vor. © imago sportfotodienst
Roland Wohlfarth bei einem Spiel des FC Bayern
Roland Wohlfarth wechselte mehrfach seine Rückennummer, am häufigsten lief er aber mit der 9 auf. Bis zu seinem Abgang zum französischen Klub AS Saint-Etienne netzte der gebürtige Bocholter in 332 FCB-Spielen 156 Mal. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Michael Rummenigge bei einem Spiel des FC Bayern
Lediglich in der Saison 1983/84 zierte die 9 das Trikot von Michael Rummenigge, in der Spielzeit schoss der offensive Mittelfeldspieler in 44 Pflichtspielen 18 Buden. Am häufigsten spielte er übrigens mit der 10, sowohl beim FC Bayern als auch bei Borussia Dortmund. © imago sportfotodienst
Bruno Labbadia bei einem Spiel des FC Bayern
Vor seiner Zeit als Bundesliga-Trainer war Bruno Labbadia in der höchsten deutschen Spielklasse als Stürmer unterwegs. Seine Zeit beim FCB fand mit der deutschen Meisterschaft 1993/94 ein erfolgreiches Ende. Auf dem Rücken: die Nummer 9. © Imago Images / Sven Simon
Alexander Zickler bei einem Spiel des FC Bayern
Mittlerweile als Co-Trainer bei RB Leipzig unter Marco Rose tätig, trieb Alexander Zickler in den 90er und 2000er Jahren in gegnerischen Strafräumen sein Unwesen. In der Spielzeit 94/95 auch zeitweise mit der legendären Nummer auf dem Rücken. Zehn Tore erzielte er in dieser Saison, insgesamt traf er für den FCB 70 Mal. © Imago Images / Sven Simon
Jürgen Klinsmann bei einem Spiel des FC Bayern
Als Trainer der DFB-Elf war Jürgen Klinsmann hauptverantwortlich für das Sommermärchen 2006, zuvor machte er sich als brandgefährlicher Mittelstürmer einen Namen. Schon beim VfB Stuttgart und bei Inter Mailand trug er die 9 auf dem Rücken, die Tradition setzte sich 95/96 auch in München fort. © imago sportfotodienst
Giovane Elber jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Der Brasilianer mit dem verschmitzten Grinsen kickte sechs Jahre für den deutschen Rekordmeister und durfte 131 Bundesliga-Treffer bejubeln. Bis heute Platz drei unter ausländischen Torschützen im deutschen Oberhaus. Egal ob mit links, rechts oder dem Kopf – bei allen hatte er die 9 auf dem Trikot.  © imago sportfotodienst
Luca Toni jubelt einen Treffer für den FC Bayern
Apropos Jubel: Wenn nach einem Tor mal wieder am Ohr geschraubt wurde, war Luca Toni für den FC Bayern zur Stelle. Von 2007 bis 2010 kickte der großgewachsene Italiener in München, gewann zwei Meistertitel und ein Mal den DFB-Pokal – natürlich trug er dabei die 9. © imago sportfotodienst
Mario Mandzukic jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Nachdem er beim VfL Wolfsburg gemeinsam mit Zvjezdan Misimovic und Grafite die Liga verzauberte, ging Mario Mandzukic für rund 13 Millionen Euro nach München. Mit dem kroatischen Angreifer gewann der FCB die Champions League, Mandzukic steuerte auf dem Weg zum Titel drei Treffer bei. Auch im legendären Finale gegen den BVB netzte er zum 1:0. © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
Robert Lewandowski bejubelt einen Treffer für den FC Bayern
Der jüngste Vorgänger von Harry Kane – und auch einer der erfolgreichsten. Kaum ein Angreifer prägte die Bundesliga und den FC Bayern über so eine lange Zeit wie Robert Lewandowski. 2022 ging er nach acht Saisons, 375 Pflichtspielen und 344 Toren ablösefrei zum FC Barcelona. Dort sicherte er sich, wie zuvor schon in München, das Oberteil mit der Rückennummer 9. © Imago / Action Pictures
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern
Nun also Harry Kane. Für kolportierte 100 Millionen Euro plus möglichen Boni kam der Engländer Mitte August von Tottenham an die Isar und soll die Münchner bestenfalls zu einigen Titeln schießen. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Jamal Musiala

Seine Dribblings waren zwar häufig erfolgreich und sehenswert – doch effektiv waren sie nicht. Musiala tut sich aktuell schwer, die richtigen Entscheidungen in von ihm kreierten Situationen zu treffen. Er überlegt zu lange. Note: 4

Harry Kane

Selbst, wenn der Engländer nicht vollends im Offensivspiel integriert ist, trifft er. Wie beim Kopfball zum zwischenzeitlichen 2:1, als er nach dem Fehler von Gladbach-Keeper Moritz Nicolas nicht lange fackelte und sofort einnickte. Löblich: Kane ackerte auch viel in der eignen Hälfte und unterstützte seine Kollegen dadurch in der Defensive. Note: 2

Rubriklistenbild: © nordphoto GmbH/Straubmeier/Imago

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