Beim Klassiker im Fokus

Das Bayern-Ass, das den BVB im Alleingang zerlegen kann

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Der FC Bayern trifft im Bundesliga-Klassiker auf Borussia Dortmund. Dabei steht ein Spieler im Fokus, der das Duell im Alleingang entscheiden kann.

München – Am Samstagabend (18.30 Uhr, alle TV-Infos) richten sich die Augen mal wieder nach München: Der FC Bayern empfängt Borussia Dortmund in der Allianz Arena, der Klassiker steht an! Und mittendrin ein Mann, der aktuell in der Form seines Lebens ist: Harry Kane. Der Engländer ist nicht nur Bayerns Torgarant, sondern könnte auch der entscheidende Faktor im Kampf um die drei Punkte werden.

Harry Kane (Mitte) ist der Torgarant des FC Bayern.

„Ich bin auf dem Höhepunkt meiner Karriere“, sagte Kane kürzlich selbstbewusst im Interview mit der Daily Mail. Und die Zahlen geben ihm recht: 18 Tore in nur zehn Pflichtspielen dieser Saison sprechen eine deutliche Sprache. Ein Treffer alle 46 Minuten – das sind Werte, die selbst für den Ausnahmestürmer außergewöhnlich sind.

Achtung, BVB: So gefährlich ist Bayern-Stürmer Harry Kane wirklich

In der Bundesliga führt Kane mit elf Toren die Torschützenliste souverän an und ist damit an fast der Hälfte aller Bayern-Treffer direkt beteiligt (25 insgesamt). Der Engländer trifft aus allen Lagen – mit links, rechts, per Kopf oder Elfmeter. Über die Hälfte seiner Torschüsse landen tatsächlich im Netz: Wenn Kane abzieht, sitzt der Ball also meist da, wo er hingehört.

Unter Bayern-Trainer Vincent Kompany hat Kane „ein neues Level erreicht“, wie er unlängst selbst erkannte. „Eine Sache, die bei Kompany besonders auffällt, ist das One-Touch-Spiel im Strafraum“, sagte Kane zuletzt. „Ich habe das Gefühl, dass ich mein Spiel verbessert habe – ich bleibe nicht mehr so oft am Ball hängen und bin etwas flüssiger geworden.“

FC Bayern gegen Borussia Dortmund: Die torreichsten Klassiker der Geschichte

bvtr Juergen KLOPP, Chef - Trainer BVB Jubel nach Sieg neben Trainer Cheftrainer Pep GUARDIOLA (FCB) FC BAYERN MUENCHEN
Der Klassiker, das Duell Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München, hat eine lange Historie – auch wenn die große Rivalität erst in der jüngeren Fußballvergangenheit so richtig zum Aufleben kam. An Toren hat es bei diesem Aufeinandertreffen im Grunde nie gemangelt… © via www.imago-images.de
Borussia Dortmund FC Bayern München 6 3 am 9 9 67 Reinhard Stan Libuda gegen Peter Kupferschmidt
Schon beim siebten Duell zwischen dem BVB und dem FCB überhaupt schepperte es ordentlich. Mit 6:3 gingen die Dortmunder am 4. Spieltag der Saison 1967/68 – wie auch in diesem Duell zwischen Stan Libuda und Peter Kupferschmidt – als Sieger vom Platz. © imago sportfotodienst
Rekordergebnis! Bayern schlägt den BVB 11:1
Nicht nur der höchste Sieg im Klassiker, sondern auch der dritthöchste Sieg der Bundesligageschichte fand 1971 im Grünwalder Stadion statt. Mit 11:1 fertigten die Münchener die Schwarz-Gelben ab – historisch. © imago sportfotodienst, via www.imago-images.de
Gleich achtmal klingelte es 1980. Mit 5:3 gewannen die Münchener auch diese Partie. Paul Breitner sorgte gegen Eike Immel per Elfmeter für den ersten Treffer des Abends.
Gleich achtmal klingelte es 1980. Mit 5:3 gewannen die Münchener auch diese Partie. Paul Breitner sorgte gegen Eike Immel per Elfmeter für den ersten Treffer des Abends. © imago sportfotodienst
Borussia Dortmund - FC Bayern München 4:4/21.05.1983. Karl-Heinz Rummenigge (FCB) Aktion. *** Borussia Dortmund FC Bayer
Auch drei Jahre später, 1983, durften sich die Fans über acht Buden freuen. Am Ende gab es allerdings keinen Gewinner. Die Partie endete mit einem spektakulären 4:4. Das höchte Remis der Klassiker-Geschichte. Mittendrin: Der eifrige Karl-Heinz Rummenigge. © HORSTMUELLER GmbH via www.imago-images.de
Das erste Finale in der Fußballhistorie, in dem sich der FC Bayern München und Borussia Dortmund gegenüberstanden, war das Endspiel um den Supercup 1989. Im Fritz-Walter-Stadion von Kaiserslautern behielt der Klub aus dem Pott mit 4:3 die Oberhand. Andreas Möller sorgte zwei Minuten vor dem Ende für den Siegtreffer.
Das erste Finale in der Fußballhistorie, in dem sich der FC Bayern München und Borussia Dortmund gegenüberstanden, war das Endspiel um den Supercup 1989. Im Fritz-Walter-Stadion von Kaiserslautern behielt der Klub aus dem Pott mit 4:3 die Oberhand. Andreas Möller sorgte zwei Minuten vor dem Ende für den Siegtreffer. © Imago
Torwart Oliver Kahn (Bayern) jubelt mit den Fans über das 6:2 gegen den BVB
Im zweiten Duell des neuen Jahrtausends ging es heiß her. Neben neun Gelben und einer Gelb-Roten Karte gab es außerdem acht Tore. Mit 6:2 gewannen die Bayern. ©  via www.imago-images.de
Beim deutlichen 4:1 2003 im Münchener Olympiastadion durfte auch Michael Ballack als einer von vier verschiedenen Torschützen für den FCB jubeln.
Beim deutlichen 4:1 2003 im Münchener Olympiastadion durfte auch Michael Ballack als einer von vier verschiedenen Torschützen für den FCB jubeln. © Imago
Roy Makaay schiesst hier das 4-0 fuer den FC Bayern Muenchen. 19.02.2005, Olympiastadion Muenchen, Fussball Bundesliga .
Noch deutlicher wurde es am 22. Spieltag der Saison 2004/2005. Stürmer Roy Makaay schoss den BVB mit seinem Dreierpack fast im Alleingang ab. Hasan Salihamidzic und Claudio Pizarro trafen beim 5:0 ebenfalls. © Thomas Exler via www.imago-images.de
Das zweithöchste Unentschieden der beiden Topteams datiert wenige Wochen vor dem deutschen Sommermärchen im Jahr 2006. Das 3:3 sorgte für ein echtes Spektakel. Der BVB drehte ein 1:3 noch zum Remis. Dennoch war der Jubel am Ende bei den Bayern deutlich größer. Ausgerechnet vor den Augen des Rivalen bekamen die Münchener ihre verdiente Meisterschale überreicht und ließen es dann richtig krachen.
Das zweithöchste Unentschieden der beiden Topteams datiert wenige Wochen vor dem deutschen Sommermärchen im Jahr 2006. Das 3:3 sorgte für ein echtes Spektakel. Der BVB drehte ein 1:3 noch zum Remis. Dennoch war der Jubel am Ende bei den Bayern deutlich größer. Ausgerechnet vor den Augen des Rivalen bekamen die Münchener ihre verdiente Meisterschale überreicht und ließen es dann richtig krachen. © imago sportfotodienst
Das 5:0 im April 2008, bei dem der Italiener Luca Toni zweimal traf, stand ganz im Schatten des DFB-Pokalfinals. Sechs Tage später standen sich die Teams nämlich erneut gegenüber. Die Bayern gewannen auch dieses Spiel mit 2:1. Der Kantersieg zuvor interessierte danach kaum mehr.
Das 5:0 im April 2008, bei dem der Italiener Luca Toni zweimal traf, stand ganz im Schatten des DFB-Pokalfinals. Sechs Tage später standen sich die Teams nämlich erneut gegenüber. Die Bayern gewannen auch dieses Spiel mit 2:1. Der Kantersieg zuvor interessierte danach kaum mehr. © imago sportfotodienst
Gleich in seinem ersten Klassiker netzte Bayern-Legende Thomas Müller nach seiner Einwechslung gleich zweimal. In der folgenden Dekade kamen zwölf weitere Klassiker-Treffer hinzu.
Gleich in seinem ersten Klassiker netzte Bayern-Legende Thomas Müller nach seiner Einwechslung gleich zweimal. In der folgenden Dekade kamen zwölf weitere Klassiker-Treffer hinzu. © imago sportfotodienst
SUBOTIC Neven mit bei der Siegeehrung und der DFB Pokal uebergabe DFB Pokal Finale 2012 Borussia Do
Der größte und wichtigste Triumph der Dortmunder gegen die Münchener gab es im DFB-Pokalfinale 2012. Mit Jürgen Klopp auf der Trainerbank und der doppelten Meisterschaft in der Tasche kam der Mythos des Klassikers in dieser Zeit überhaupt erst auf. Dazu besiegelte der BVB mit diesem 5:2-Erfolg die längste Siegesserie gegen den Rivalen. Der Triumph im Endspiel war der fünfte Sieg in Serie gegen den damals deutlich unterlegenen Kontrahenten aus dem Süden. © imago sportfotodienst
REUS Marco Team Borussia Dortmund jubelt nach seinem Tor Fussball Liga DFL Supercup 2013 Borussia D
Einen weiteren Titel in einer Partie gegen den FC Bayern gewann der BVB 2013 im Supercup. Beim 4:2 war der junge Marco Reus zweimal zur Stelle. © imago sportfotodienst
04 10 2015 Fussball 1 Bundesliga 2015 2016 8 Spieltag FC Bayern München Borussia Dortmund in d
Mitte der 2010er arbeitete der FCB eifrig und erfolgreich daran, seine Vormachtstellung wieder zurückzuerlangen. Mit dem 5:1 gelang 2015 ein echter Coup. Neben einem weiteren Doppelpack von Thomas Müller netzte auch Robert Lewandowski zweimal gegen seinen Ex-Verein. Das waren seine Treffer drei und vier gegen den BVB. Es sollten 25 weitere Tore gegen Dortmund folgen. © imago sportfotodienst
Trainer Carlo ANCELOTTI M auf der Trainerbank blickt zu Boden Fussball DFL Supercup 2017 Borus
Die hohen Bayern-Siege häuften sich. Während es 2017 mit Carlo Ancelotti an der Seitenlinie nur 4:1 hieß,… © Elmar Kremser/SVEN SIMON
Fußball 1 Bundesliga11 Spieltag Borussia Dortmund FC Bayern München am 04 11 2017 im Signal Idun
…folgte 2018 ein historisches 6:0 mit Trainer Jupp Heynckes… © Revierfoto
Dortmund Deutschland DFL Supercup Borussia Dortmund FC Bayern München 2 0 am 03 08 2019 im Si
… sowie 2019 ein 5:0 mit Niko Kovac als Coach. Die Dominanz des FC Bayern wurde klarer als jemals zuvor. © Norbert SCHMIDT via www.imago-images.de
09.11.2019, Fussball 1. Bundesliga 2019/2020, 11.Spieltag, FC Bayern München - Borussia Dortmund, in der Allianz-Arena M
Das 4:0 im November 2019 unter Hansi Flick war daher längst der Normalzustand. Der BVB hatte den Anschluss verloren. Dieser Erfolg war der Beginn der längsten Klassiker-Siegesserie überhaupt. Es war der erste von insgesamt acht aufeinanderfolgenden Triumphen über den Rivalen. © Bernd Feil/M.i.S. via www.imago-images.de
06.03.2021, Fussball 1. Bundesliga: FC Bayern - Dortmund 06.03.2021, Fussball 1. Bundesliga 2020/2021, 24. Spieltag, FC
Beim 4:2 des FC Bayern im Coronajahr 2021 konnte der BVB zumindest dagegenhalten und ging durch einen Doppelpack von Erling Haaland sogar früh in eine komfortable Führung. Ein Hattrick von Robert Lewandowski und ein Treffer von Leon Goretzka stellten die gewohnten Kräfteverhältnisse in einer torreichen Auflage des Klassikers aber wieder her. © Bernd Feil/M.i.S./Pool
Dortmund, Deutschland, 1. Fussball Bundesliga 14.Spieltag Borussia Dortmund : FC Bayern München 2-3 04. 12. 2021 im Sign
Beim Duell Ende desselben Jahres war der BVB ganz kurz davor, die lange Siegesserie der Bayern zu durchbrechen. Zwei Tore von Robert Lewandowski brachen den BVB allerdings erneut. Der FCB gewann letztlich mit 3:2. © Norbert SCHMIDT via www.imago-images.de
01.04.23 FC Bayern München - Borussia Dortmund Deutschland, München, 01.04.2023, Fussball, Bundesliga, FC Bayern München
Am 26. Spieltag der Saison 2022/23 war hingegen ein anderer Doppelpacker für den FCB zur Stelle. Thomas Müller erzielte beim 4:2-Sieg seine letzten beiden Klassiker-Tore. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
04.11.2023, xblx, Fussball 1.Bundesliga, Borussia Dortmund - FC Bayern München emspor, v.l. Dayot Upamecano (FC Bayern M
Den höchsten Klassiker-Erfolg der letzten sechs Jahre gab es wiederum am zehnten Spieltag der Spielzeit 2023/2024. Beim 4:0 durfte sich Superstar Harry Kane gleich dreimal in die Torschützenliste eintragen und absolvierte somit ein perfektes Klassiker-Debüt. © IMAGO/Blatterspiel
12.04.2025, FC Bayern München - Dortmund
Zuletzt konnte der BVB die Klassiker wieder ausgeglichener gestalten. Das erste Aufeinandertreffen im Jahr 2025 endete mit einem flotten 2:2. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Die Klassiker zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund scheinen eine eigebaute Torgarantie zu haben. In 137 Duellen fielen 466 Tore (FCB: 281; BVB: 185) – das sind fast 3,5 Tore pro Klassiker (Stand: Oktober 2025). Die Duelle bieten fast am laufenden Band Spektakel. Die zahlreichen Tore gehen mit einer innigen Rivalität einher, die in vielen Finalspielen und titelweisenden Partien ausgetragen werden. So hat sich der Klassiker zur heißesten Partie des deutschen Fußballs entwickelt.
Die Klassiker zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund scheinen eine eigebaute Torgarantie zu haben. In 137 Duellen fielen 466 Tore (FCB: 281; BVB: 185) – das sind fast 3,5 Tore pro Klassiker (Stand: Oktober 2025). Die Duelle bieten fast am laufenden Band Spektakel. Die zahlreichen Tore gehen mit einer innigen Rivalität einher, die in vielen Finalspielen und titelweisenden Partien ausgetragen werden. So hat sich der Klassiker zur heißesten Partie des deutschen Fußballs entwickelt. © imago sportfotodienst

Die Statistiken sprechen eine klare Sprache: Kane ist nicht nur Bayerns Lebensversicherung im Sturm, sondern auch der Dirigent des Angriffsspiels. Mit 1,06 Toren pro Bundesliga-Spiel seit seinem Wechsel 2023 von Tottenham nach München übertrifft er sogar die legendäre Quote von Gerd Müller (0,93). Zum Vergleich: Robert Lewandowski kam für den FC Bayern auf 0,92 Treffer pro Partie.

„Körperlich bin ich in einer guten Verfassung. Mental bin ich jetzt in einem Alter, in dem ich über viel Erfahrung verfüge“, beschreibt Kane seinen aktuellen Zustand. Diese Mischung aus Reife und Hunger macht ihn so gefährlich. Mit 32 Jahren weiß er genau, wann er zuschlagen muss – und wie. Im Klassiker wird sich zeigen, ob der BVB Kane gestoppt bekommt.

In bislang vier Duellen mit Dortmund seit seinem Bayern-Wechsel schlug Kane dreimal zu – allerdings erzielte er jene drei Tore „nur“ in einem Spiel; in der Hinrunde der Saison 2023/24 zerlegte Kane den BVB beim 4:0 mit einem Hattrick quasi im Alleingang. In der Form seines Lebens ist Kane jedenfalls bereit für die große Bühne, der Klassiker könnte wieder einmal seine Show werden.

Immerhin: Der BVB hat in der laufenden Bundesliga-Saison erst vier Gegentore hinnehmen müssen, die Dortmunder Defensive wirkt dementsprechend gefestigt. Außerdem blieb Kane in seinen letzten drei Aufeinandertreffen mit den Westfalen ohne Treffer – ein Hoffnungsschimmer für BVB-Coach Niko Kovač und seine Truppe.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sven Simon

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