Münchner am Mittwoch auswärts gefordert

Mainz soll für Bayern kein Pokal-Stolperstein sein: Gala statt Trauma!

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Der FC Bayern will in Mainz in die nächste Runde des DFB Pokals einziehen. Der Bundesligist soll kein Stolperstein sein.

München - Drei Galas, ein Trauma: Die vergangene Woche des FC Bayern ist schnell beschrieben. Auf das berauschende 4:0 gegen den VfB Stuttgart folgte in der Champions League ein – vorsichtig ausgedrückt – ernüchterndes 1:4 beim FC Barcelona. Die aufkommende Krisenstimmung besänftigte der Rekordmeister wiederum am Sonntag mit einem 5:0 in Bochum – und durfte einen Tag später Harry Kane dabei zusehen, wie er bei der Verleihung des Ballon d‘Or den zehnten Platz erreichte und die Gerd-Müller-Trophäe für 52 Tore in der vergangenen Saison entgegen nahm.

Wie ist also die Stimmung vor dem DFB-Pokalspiel am Mittwochabend (20.45 Uhr/ ZDF und Sky) in Mainz? Und was droht dem FC Bayern in dieser zweiten Pokalrunde, in der der Verein in den letzten vier Jahren dreimal ausgeschieden ist: die nächste Gala oder das nächste Trauma? „Wir sind ruhig geblieben und haben weiter an den Details gearbeitet, das war jetzt nach dem 5:0-Sieg gegen Bochum auch wieder so“, sagte Vincent Kompany auf der Pressekonferenz am Dienstag über die Achterbahnwoche. „Dieses Spiel ist jetzt vorbei und wir wollen gegen Mainz wieder einen Schritt weitermachen.“

Worauf es bei diesem Schritt ankommt, erklärte der Trainer auch: „Mainz ist zweikampfstark, sie versuchen immer wieder aus der Kompaktheit rauszukommen. Das ist ein Gegner, der lebt“, sagte Kompany, für den jedes Spiel „genauso wichtig wie ein Finale“ sei – egal ob in der Königsklasse oder der zweiten Runde im DFB-Pokal. „Es bleibt ein Pokalspiel, deshalb ist es keine einfache Aufgabe.“ Auch von der horrenden Bilanz der letzten Jahre will sich der Coach dabei nicht beeinflussen lassen: „An der Vergangenheit können wir nichts mehr ändern. Ich habe unglaublich viel Vertrauen in die Mannschaft, aber es kommt immer drauf an, wie wir uns vor jedem Spiel aufstellen.“

Harry Kane (li.) bekam am Tag nach dem 5:0 in der Bundesliga gegen Bochum beim Ballon d‘Or die Gerd-Müller-Trophäe.

Vincent Kompany freut sich für Torjäger Harry Kane

In dieser Aufstellung dürften vor allem zwei Akteure entscheidend werden. Topstürmer Kane, der nach seiner zwischenzeitlichen Minikrise in den letzten drei Partien starke fünf Treffer erzielt hat, und Jamal Musiala. Über Kane und dessen Torjägertrophäe sagte Kompany: „Für Harry ist es fantastisch. Je länger ich ihn kenne, desto sicherer bin ich mir, dass es ihm nicht nur um die Tore geht, sondern um den Erfolg der Mannschaft. Er macht wirklich alles dafür.“ Und auch Musiala, der sich bei seiner Startelf-Rückkehr in Bochum mit zwei Scorerpunkten (ein Tor, ein Assist) sofort wieder in Spiellaune präsentierte, sorgte unter der Woche für einen Hingucker. Der 21-Jährige sprach mit der britischen Plattform „Versus“ über seinen Status als junger Hoffnungsträger für den FC Bayern und die deutsche Nationalmannschaft, wurde dabei in Outfits der Luxusmarke „Bottega Veneta“ fotografiert.

Über seinen Umgang mit der physischen und psychischen Belastung sagte er: „Ich will mich nicht zusätzlich unter Druck setzen. Eine Möglichkeit dafür besteht darin, nicht zu lesen, was in den Medien und sozialen Netzwerken über mich geschrieben wird“, so der Mittelfeldspieler. „Das zu vermeiden und sich darauf zu konzentrieren, was meine Trainer, Teamkollegen und die Menschen um mich herum zu sagen haben, ist für die körperliche und geistige Entwicklung viel wichtiger. Und nicht das, was jemand auf X schreibt, ohne dich zu kennen.“ Vinzent Tschirpke, Philipp Kessler

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