VonChristopher Michelschließen
Die Rolle von Junior Dina Ebimbe bei Eintracht Frankfurt stand im Sommer zur Debatte. Der Mittelfeldmann der Hessen schaut zurück.
Frankfurt - Um Junior Dina Ebimbe gab es im vergangenen Sommer viele Wechselgerüchte. Die SSC Neapel hatte sich um ihn bemüht, auch Galatasaray Istanbul soll intensiv bei ihm angeklopft haben. Und Eintracht Frankfurt selbst wäre bei einem passenden Angebot durchaus offen gewesen, den Franzosen ziehen zu lassen. Sportvorstand Markus Krösche hatte sich zwar stets hinter ihn gestellt. Dennoch schien es nicht sicher, ob diese Beziehung noch weitergehen könnte.
Dina Ebimbe hat alle Unklarheiten aus dem Weg geräumt
Rund fünf Wochen später hat sich erneut gezeigt, wie schnell sich der Wind im Fußball-Business drehen kann. Plötzlich stehen drei Torbeteiligungen in den vergangenen vier Pflichtspielen auf dem Konto des 23-Jährigen. Zu Saisonbeginn, als er zweimal auf der Tribüne Platz nehmen musste, war er zu einer solchen Performance „im Kopf“ nicht bereit. Dina Ebimbe erklärte: „Es gab Unklarheiten und Missverständnisse. Ich bin eigentlich ein Spieler, der alles für sein Team gibt. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt aber das Gefühl, dass man nicht mehr auf mich gezählt hat. Dann habe auch ich überlegt, ob ich noch 100 Prozent abrufen kann.“
Trainer Dino Toppmöller hatte Dina Ebimbe in der vergangenen Spielzeit mit jeder Faser verteidigt. Der Dampfhammer der Hessen zahlte dieses Vertrauen aber nur punktuell zurück. Er hatte Höhepunkte gegen den FC Bayern München (5:1) oder in der Conference League mit drei Treffern und zwei Vorlagen. Wenn ein Akteur in 2.743 Einsatzminuten auf 15 Torbeteiligungen kommt, dann ist das eigentlich ein toller Wert. Er selbst dachte, dass er damit „angekommen“ sei in Frankfurt.
Eintracht-Star ist „erwachsener“ geworden
Dem war jedoch nicht so, es gab zu viele Rückschläge auf dem Feld. Plötzlich erhöhte sich in der Sommerpause der Konkurrenzkampf spürbar bei der Eintracht. Krösche hat Qualität hinzugefügt, zudem konnten einige Akteure einen Sprung nach vorne machen in ihrer Entwicklung. Dina Ebimbe hat das akzeptiert: „Ich bin erwachsener geworden. Ich brauche nicht ständig Lob oder Streicheleinheiten. Es ist wichtig, dass ich alleine klarkomme und Leistung bringe.“
Er gehe jetzt in sein drittes Jahr bei der Eintracht und müsse daher auch eine gewisse Führung übernehmen. Dina Ebimbe zeigt sich deutlich gereift und sehr reflektiert. Seine Worte sind wohldurchdacht, er hat hart an sich gearbeitet - auf und neben dem Platz. „Natürlich war das keine einfache Phase“, gab er zu. Er habe aber häufig mit Toppmöller und der eigenen Familie gesprochen: „Der Trainer hat mir gesagt, dass meine Zeit kommen wird. Darauf muss man mental vorbereitet sein. Ich bin drangeblieben.“
Befreiungsschlag gegen Viktoria Pilsen
Und dann kam der Befreiungsschlag in der Europa League gegen Viktoria Pilsen. Einwechslung nach einer Stunde, nur zwei Minuten später der Treffer. „Es war das Ergebnis von dem, was ich im Training geleistet habe und kleiner Erfolg für mich nach einer Zeit, die nicht einfach war“, gab Dina Ebimbe zu und fügte an: „Das hat mich befreit und dafür gesorgt, dass ich mich wieder wohlfühle. Ich wusste in dem Moment, dass die Saison nun auch für mich startet.“
Er stellte noch klar, dass „ein Wechsel“ für ihn nie ein Thema war: „Ich bin sehr zufrieden und stolz darauf, ein Spieler von Eintracht Frankfurt zu. Es läuft gerade sehr gut für uns und ich freue mich riesig auf den weiteren Verlauf der Saison.“ Was ihm dabei hilft, ist auch Klarheit: „Ich hatte ein wichtiges Gespräch mit dem Trainer. Er sieht mich nicht mehr auf verschiedenen Positionen, sondern auf dem rechten oder linken Flügel.“ Mit diesem Mindset kann sich der wuchtige Mittelfeldmann entfalten und Leistung bringen - wie zuletzt auch mit der grandiosen Kopfballvorlage zum Last-Minute-Tor gegen den FC Bayern München (3:3).
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