Kein neuer Vertrag

Rückt Kompany von Sané ab?

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Sané (re.) hat unter Kompany einen schweren Stand.
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  • Vinzent Tschirpke
    Vinzent Tschirpke
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Der Vertrag von Leroy Sané läuft im Sommer aus. Dem Vernehmen nach ist der Profi sogar bereit, Gehaltseinbußen zu akzeptieren, um beim FC Bayern zu bleiben. Nach tz-Informationen ist aber Coach Vincent Kompany dagegen.

Eine Szene in der RTL-Doku „Unser Team – Die Heim-EM 2024“ zeigt das Wesen von Leroy Sané recht treffend: Als die Nationalmannschaft vor dem ersten Gruppenspiel gegen Schottland zur finalen Kabinenansprache einen Kreis bildet, bittet Bundestrainer Julian Nagelsmann die Spieler, ihre Augen zu schließen. Während so gut wie jeder DFB-Kicker dieser Aufforderung nachkommt, tut sich Sané damit schwer. Erst mit einigen Sekunden Verzögerung schließt er seine Augen, um sie letztendlich dann doch wieder zu öffnen.

Pünktlichkeit, Trainingseinsatz, Körpersprache: Dass es der Linksfuß sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalmannschaft mit der Disziplin nicht immer ganz genau nimmt, ist hinlänglich bekannt – und wird bis zu einem gewissen Grad auch toleriert. In München und beim DFB wissen die Verantwortlich, dass Sané nicht vorsätzlich so handelt, es ist eben sein Naturell. Bei seinen Teamkollegen erfreut sich der 28-Jährige nicht umsonst wegen seiner locker-witzigen Art großer Beliebtheit. Doch an der Säbener Straße könnte für ihn bald Schluss mit lustig sein.

Sein Vertrag läuft im Sommer bekanntlich aus. Und angesichts der Tatsache, dass Sané mit einem geschätzten Jahresgehalt von rund 20 Millionen Euro zu den Topverdienern gehört, könnte der Verein ordentlich Gehaltskosten einsparen, wenn er die Arbeitspapiere eben nicht verlängert. Der Spieler selbst fühlt sich beim FC Bayern pudelwohl, möchte gerne in München bleiben und wäre sogar dazu bereit, Gehaltseinbußen hinzunehmen.

Problem: Nach tz-Informationen soll auch Trainer Vincent Kompany nicht mehr vollends von Sané überzeugt sein und zweifelt wohl am Nationalspieler. Zur Erinnerung: Bereits vor der Saison galt der Nationalspieler als Verkaufskandidat, im Hintergrund machte sich aber vor allem Kompany für einen Verbleib seines ehemaligen Teamkollegen aus aktiven Zeiten bei Manchester City stark. Die Bayern-Verantwortlichen hofften, dass der Belgier die richtigen Knöpfe beim sensiblen Offensivstar drückt und ihn endlich zu konstant guten Leistungen coachen kann. Abgesehen von seinen Treffern in den letzten beiden Bundesligaspielen des Jahres gegen Mainz und Leipzig klappte das nicht.

Auf die Entwicklung von Sané angesprochen, antwortete der Bayern-Coach: „Leroy hat viel gespielt in den letzten Wochen. Das ist kein Geschenk, weil er ein guter Typ ist – sondern weil er sich das verdient hat.“ Und was bedeutet das für seine Zukunft? Kompany: „Bei diesen Gesprächen sind Max Eberl und Christoph Freund dabei. Die Interessen des Vereins sind wichtig, die Interessen des Spielers sind wichtig. Aber bei mir zählt nur die Leistung!“ Die muss Sané jetzt regelmäßig zeigen.

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