VonStefan Schmidschließen
Einige Spieler im Kader der türkischen Nationalmannschaft wurden in Deutschland geboren. Hamit Altintop spricht daher auch ein Lob an die Ausbildung aus.
Leipzig/München – Im EM-Achtelfinale erzielte die Türkei schon nach wenigen Sekunden den ersten Treffer gegen Österreich. Ein Start, den sich wohl nicht einmal Hamit Altintop so erträumt hatte. Nur wenige Minuten zuvor stand er noch beim Field-Interview von MagentaTV und gab seine Einschätzung ab. Inkludiert war auch ein Dank an den FC Bayern und eine Erläuterung zum Scouting türkischer Talente im Ausland.
Altintop dankt FC Bayern vor EM-Achtelfinale für Kenan Yildiz
Im Gespräch mit Laura Wontorra und Tabea Kemme rückte schnell der in Deutschland geborene Kenan Yildiz in den Fokus. Zuvor bekam dieser von Kemme schon das Prädikat „Key-Player“ verliehen, dann fragte Wontorra, wie weit Yildiz laut der Einschätzung von Altintop denn sei.
Bevor Altintop auf Yildiz selbst zu sprechen kam, drückte er zunächst dem FC Bayern München seinen Dank aus: „Ich glaube erstmal, dass man sich bei Bayern München mal bedanken sollte. Ich glaube, er war elf Jahre lang in der Jugend dort. Er wurde sehr, sehr gut vorbereitet auf die Profikarriere.“ Etwas anders sieht das wohl Yildiz‘ Berater, der den Münchner in der Vergangenheit Vorwürfe machte.
Der in Regensburg geborene Yildiz machte seine ersten fußballerischen Schritte beim SV Sallern, bevor er für ein Jahr in die Jugend des SSV Jahn Regensburg wechselte. Schnell folgte der nächste Step in die Jugendakademie des FC Bayern. Dort blieb er von 2021 bis 2022, ehe er in die Jugend von Juventus Turin wechselte.
Altintop-Lob spiegelt sich auch in Yildiz Werdegang wieder
Neben den Ausbildungsvereinen hat natürlich Kenan Yildiz selbst den größten Anteil an seiner Entwicklung. Dies wurde auch von Altintop honoriert: „Er hat eine Einstellung. Er weiß über seine Stärken und Schwächen und vor allem ist er bei jeder Einheit voll dabei. Er möchte lernen, sich weiterentwickeln.“
Der Wunsch nach ständiger Weiterentwicklung lässt sich in gewisser Weise auch im Werdegang Yildiz‘ ablesen. Schnell suchte er immer neue Herausforderungen, wagte mit 17 Jahren dann sogar den Sprung nach Turin. Mit Erfolg, denn Yildiz kam in der abgelaufenen Saison 27-mal in der Serie A zum Einsatz und gilt als eine der Hoffnungen des türkischen Nationalteams – nicht zuletzt bei der Europameisterschaft.
15 Spieler bei der EM: In Deutschland geboren, aber für andere Nation aktiv




Altintop beantwortet Frage nach Scouting von türkischen Talenten
MagentaTV-Reporterin Laura Wontorra wollte dann noch wissen, ob Yildiz nicht schon länger auf Altintops Zettel gewesen sei. Der Grund. Hamits Bruder Halil ist seit 2020 in wechselnder Funktion in der Bayern-Jugend aktiv. Klüngeleien unter der Hand verneinte der Sport-Vorstand der Türkei jedoch.
Zwar hätte man Yildiz schon länger beim türkischen Verband gekannt, dies liege aber am guten Scoutingsystem. „Wir erkennen mittlerweile sehr früh, wer für die Türkei spielen kann und wer nicht. Es ist immer eine Herzensangelegenheit, da ist auch kein Druck“, sprach Hamit Altintop über das Vorgehen des Verbandes. (sch)
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