VonAdrian Kühnelschließen
Spaniens Marc Cucurella wird beim 2:1 gegen Frankreich bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Der Verteidiger bleibt gelassen, Trainer Luis de la Fuente verweigert Allgemeinkritik an Deutschland.
München – Immer, wenn Marc Cucurella am Dienstagabend in der Münchner Arena an den Ball kam, wurde es laut. Zahlreiche Fans pfiffen den 25-Jährigen aus. Nachdem Spanien 2:1 gegen Frankreich gesiegt und den Finaleinzug in der Europameisterschaft klargemacht hatte, sagte Cucurella im ZDF über die Pfiffe gegen ihn: „Für mich ist das egal. Wir müssen konzentriert bleiben. Wenn darüber gesprochen wird, ist das Teil des Spiels.“
Pfiffe gegen Cucurella: „Diese Leute, repräsentieren weder den Sport noch Deutschland“
Trainer Luis de la Fuente sagte auf der Pressekonferenz, dass er nicht wisse, warum Cucurella ausgepfiffen wurde. „Was sie gemacht haben, ist, ihn noch mehr zu motivieren. Er ist ein Profi und weiß mit Druck umzugehen“, so Spaniens Coach. Die spanische Sportzeitung Marca kommentierte zu den Pfiffen gegen Cucurella: „Die deutschen Fans gehen offenbar davon aus, dass die Schuld beim mutmaßlichen Verursacher liegt und nicht beim englischen Schiedsrichter Anthony Taylor, der für die Vergabe eines Elfmeters – falls es denn einer war – zuständig ist.“
Cucurella hatte beim Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Viertelfinale den Ball im Strafraum an die Hand bekommen, Schiedsrichter Taylor hatte sich allerdings gegen einen Elfmeter entschieden. Werfen die deutschen Pfiffe nun ein schlechtes Licht auf das Gastgeberland? De la Fuente betonte: „Diese Leute repräsentieren weder den Sport noch Deutschland. Deutschland als Gastgeberland ist außergewöhnlich.“
Die spanischen Fans konterten die Pfiffe übrigens mit „Cucurella“-Sprechchören. Von den Pfiffen ließen sich Cucurella und seine Kollegen nicht ablenken. Nachdem der Ex-Frankfurter Randal Kolo Muani die französische Nationalmannschaft in Führung gebracht hatte (8.), glich der 16-jährige Lamine Yamal mit einem Traumtor aus (21.). Kurz darauf erzielte Dani Olmo die Führung der Spanier (25.). Am Ende blieb es beim 2:1.
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