Benny Lauth spricht Klartext über Zukunft des TSV 1860
VonAdrian Kühnel
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Landet der TSV 1860 München mittel- bis langfristig wieder in der 2. beziehungsweise 1. Bundesliga? Benny Lauth analysiert die aktuelle Situation.
München – Bei der Premiere der ARD-Doku „Rise & Fall of TSV 1860“ ließ Ex-Löwe Benjamin Lauth tief blicken. Der ehemalige Stürmer sprach Klartext über die Zukunft seines Herzensvereins – und seine Aussagen dürften so manchem Fan aus der Seele sprechen.
Lauth wurde emotional, wenn es um die Stadionfrage geht: „Das Beste wäre, das Grünwalder Stadion so auszubauen, dass dort 30.000 Leute Platz haben. Das wäre die Königslösung.“ Der 44-Jährige brachte auf den Punkt, was Sechzig-Fans seit Jahren umtreibt. Giesing ist die Heimat der Löwen – doch das marode Stadion wird zunehmend zum Problem.
„Rise & Fall of TSV 1860“
Die Dokumentation „Rise & Fall of TSV 1860“ thematisiert den Aufstieg und Fall des Traditionsklubs aus München-Giesing. Die Dokumentation über die Löwen läuft ab 25. Oktober in der ARD-Mediathek und am 2. November ab 23.05 Uhr im BR-Fernsehen.
Grünwalder Stadion: Ein Dilemma für den TSV 1860 München
„Wir drehen uns schon jahrelang um dieses Thema“, klagte Lauth. Seine Forderung ist klar: endlich eine Entscheidung! Falls der Ausbau scheitert, müsse Plan B her, wobei Lauth betonte: „Ich bin keineswegs für ein neues Stadion oder irgendwo anders hinzugehen.“
Trotz der Rückschläge bleibt Lauth optimistisch. Zu Beginn dieser Spielzeit dachte er sogar an eine „entspannte Aufstiegssaison“. Auch wenn sich das geändert hat, sieht der Ex-Profi noch Potenzial: „Der Kader ist stark genug, die Punkte nach oben sind immer noch überschaubar.“
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Was Lauth besonders beeindruckt: „Die Hoffnung, dass es nach oben geht, ist dieses Jahr so stark wie noch nie – zumindest bei mir.“ Ende Oktober ist immerhin erst ein Drittel der Saison vorbei. Zeit genug für eine Wende. Neu-Trainer Markus Kauczinski feierte bei seinem Debut einen 3:1-Sieg gegen den MSV Duisburg.
Bei aller Euphorie bleibt Lauth Realist. Auf die Frage nach der Bundesliga-Perspektive wurde er deutlich: „Wenn man Stadion, Nachwuchs und Infrastruktur nimmt und alles aufaddiert, dann gibt es mehr als 18 Vereine, die besser sind als Sechzig.“ Seine ernüchternde Prognose: „Das schafft man nicht in zwei, drei Jahren. Das dauert wahrscheinlich 10–15 Jahre, um das wieder aufzuholen.“
Ein Aufstieg allein reiche nicht – es brauche eine langfristige Strategie. Lauth kennt das Dilemma: Tradition bewahren oder Erfolg jagen? „Das ist die große Herausforderung“, erklärt er. Als ehemaliger Bundesliga-Spieler sehnt er sich nach den großen Duellen zurück: „Ich hab diese Spiele gegen Dortmund, gegen Stuttgart erleben dürfen – das ist noch mal was ganz anderes.“
Die Lösung? „Den Mittelweg finden.“ Denn auch wenn das Grünwalder Stadion Heimat ist – die Fans wollen dennoch Erfolg sehen. Lauths Fazit zeigt: Der Weg zurück an die Spitze wird steinig. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt – gerade bei den Löwen.