Saisonplanung

Knifflige Kaderplanung bei Mainz 05 - der neue Burkardt könnte Weiper heißen

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Ersetzt der eine den anderen? Mainzer Nelson Weiper (links) und Jonathan Burkhardt.
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Wieso der Kader von Mainz 05 erst Anfang September komplett stehen kann. Sportvorstand Heidel traut Nelson Weiper zu, in die Fußstapfen von Jonathan Burkardt zu treten.

Am 2. Juli treffen sich die Fußballprofis von Mainz 05 zur Vorbereitung auf die neue Saison. Am liebsten hätte Trainer Bo Henriksen dann alle Leistungsträger aus der abgelaufenen Erfolgsspielzeit an Bord. „Wir haben eine überragende Mannschaft“, sagt der Däne. Da hat er in der Tat recht, andernfalls hätten sich die Nullfünfer nicht mit einem Etat, der allenfalls für einen zweistelligen Tabellenplatz reicht, als Sechster für die Playoffs zur Conference League qualifiziert.

Das macht die Angelegenheit etwas komplex. Denn diese beiden Partien gegen einen noch unbekannten Gegner finden am 21. und 28. August statt. Die Kaderplanung von Sportchef Niko Bungert hängt entscheidend davon ab, ob die Nullfünfer ausscheiden oder sodann in der Ligaphase des europäischen Wettbewerbs ständig donnerstags und sonntags gefordert sind. Und somit noch ein, zwei gute Spieler mehr im Aufgebot bräuchten. „Wir haben drei, vier Tage, um zu reagieren“, gibt sich Bungert entspannt. Am Montag, 1. September, schließt die Transferliste.

Zur Maxime von Mainz 05 gehört es, den Kader kleinzuhalten, um möglichst wenige unzufriedene Profis dabei zu haben. Das kann vor allem dann bestens funktionieren, wenn viele gesund bleiben. „Wir hatten das Riesenglück, dass sich kaum ein Spieler verletzt hat“, blickt Sportvorstand Christian Heidel zurück und übertreibt nur ein bisschen, wenn er sagt: „Wenn du mit Mainz 05 Sechster wirst, hast du zu hundert Prozent gar nichts falsch gemacht.“

Jetzt wollen sie auch in der Transferperiode nichts falsch machen. Sollten einer der umworbenen Topspieler Nadiem Amiri oder Jonathan Burkardt teuer verkauft werden, „dann müssen wir einen neuen holen“, sagt Henriksen, bleibt dabei aber relaxed: „Das ist das Business. Da, wo ich gearbeitet habe, wurden die besten Spieler immer verkauft. Ich kann damit leben.“

Noch eine Personalie bedarf der Klärung: Der vom VfL Wolfsburg ausgeliehene Abwehrchef Moritz Jenz kann per Klausel für sechs Millionen Euro käuflich erstanden werden. Das kommt in dieser Größenordnung für Mainz 05 aber nicht infrage, so Sportdirektor Bungert. „Das wäre nur drin gewesen, wenn wir uns für die Champions League qualifiziert hätten.“

Die Mainzer hätten Jenz gern weiter dabei. „Es wird zeitnah ein Gespräch mit dem Spieler geben, ob er sich vorstellen kann, zu bleiben. Wir würden dann mit Wolfsburg reden, ob eine weitere Zusammenarbeit zu einem reduzierten Kaufpreis oder per Leihe möglich wäre“, erklärt Bungert.

Sollte der von Eintracht Frankfurt und aus dem europäischen Ausland umworbene Burkardt gehen, trauen sie in Mainz dem U21-Nationalspieler Nelson Weiper zu, in Burkardts Fußstapfen zu treten. „Wir können uns bei ihm eine ähnliche Entwicklung wie bei Burkardt vorstellen“, sagt Heidel.

Teurer Ersatz würde jedenfalls nicht verpflichtet. Heidel: „Dass wir Spieler für 15 bis 20 Millionen Euro holen, kann ich ausschließen. Solche Spieler wollen auch nicht zu uns. Denen könnten wir das Gehalt gar nicht zahlen.“

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