VonThomas Kilchensteinschließen
Ingo Durstewitzschließen
Eintracht-Stürmer Omar Marmoush trifft und trifft, ist nicht zu stoppen und sorgt gegen dominante Bayern für das erhoffte Happy End.
Frankfurt – Hinterher hat dann sogar Bayerns Sportvorstand Max Eberl, so viel Fairness musste sein, in einer ersten Analyse ziemlich viel Lob an Eintracht Frankfurt verteilt, oder besser gesagt: an Omar Marmoush. Ihn nannte der Ur-Bayer „Unterschiedsspieler“, er bescheinigte ihm „einen Killerinstinkt“, zudem sei er aktuell „in herausragender Form“.
Dass sein FC Bayern dieses Spiel, in dem sie den Tabellenzweiten förmlich „erdrückten“, nicht gewonnen hatten, lag zu einem großen Teil am 25 Jahre alten Ägypter. Der Stürmer, den Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche im Sommer noch meistbietend verkaufen wollte, ist momentan in der Form seines Lebens. So gut, so torgefährlich, so viel besser als alle anderen, war er noch nie. Derzeit gelingt ihm alles, er hat den Flow, zu stoppen ist er jedenfalls nicht. Und Krösche hat mit seiner lapidaren Feststellung, Marmoush sei derzeit „einer der besten Spieler der Liga“, nur bedingt Recht. Er ist eher: der beste.
Acht Tore in sechs Spielen
Ihn hatten die Bayern im gesamten Spiel trotz sechs mehr gelaufenen Kilometern niemals unter Kontrolle bekommen können. Sicher: Marmoush (und Hugo Ekitiké) kam entgegen, dass die Münchner wegen ihrer einschnürenden Dominanz ihre Abwehr zeitweise entblößt hatten, Mann gegen Mann spielten und somit Räume boten, die die flinken Frankfurter Konterspieler zu nutzen wussten. Omar Marmoush nutzte seine erste Chance gleich zum Ausgleich (22.), es war das allererste Mal, das die Hausherren überhaupt die Mittellinie überquert hatten. Und eine Viertelstunde später ließ eben jener Marmoush den Stopper Dayot Upamecano, französischer Auswahlkicker, in einer Art und Weise stehen, die selbst Bayern-Coach Vincent Kompany Respekt abnötigt, „diese Kraft, dieses Durchsetzungsvermögen, dieses Tempo“, das habe er selten erlebt. Dazu dann das Auge für Ekitiké, dem er das 2:1 auflegte.
Und dass es in der letzten Minute der Nachspielzeit dann erneut Marmoush war, der mit seinem nicht mehr erwarteten 3:3 für das Happyend sorgte, war nur logisch und „ein unglaublich gutes Finish“, wie Trainer Dino Toppmöller lobte: Langer Sprint nach Kopfballvorlage von Eric Dina Ebimbe und cool verwandelt, „außergewöhnlich gut“.
So kann es weiterrgehen
Nach dem Spiel hatte Toppmöller seinen Top-Stürmer lange in den Arm genommen. „Wir haben ein gutes, ein besonderes Verhältnis“, sagte der Coach hinterher, er war ja selbst mal Stürmer, längst „nicht so gut wie Omar“. Was sie im Detail besprochen hatten, verriet der Fußballlehrer zwar nicht, es war aber um „einen kleinen Deal“ gegangen, den Marmoush und der Trainer vor der Saison geschlossen hatten.
Der Ägypter, der nun zu Länderspielen um die Afrikameisterschaft reist, hat noch einmal einen weiteren Schritt nach vorne getan. Er hat, wie Toppmöller hinterher erzählt, weiter an seiner Schusstechnik gearbeitet, spielt deutlich klarer und seriöser, zielgerichteter. Hinter seinen Aktionen steckt stets eine Idee, sagt der Coach, der das gut findet. Und momentan läuft alles wie am Schnürchen. Zu seinen acht Toren in der Liga kommen ja noch vier Vorlagen, dazu hat er einen Treffer in der Europa League erzielt, am Donnerstag in Istanbul. So kann es weitergehen.

