VonIngo Durstewitzschließen
Die Vorgänge um Superstar Kylian Mbappé könnten einen Einfluss auf die Transferaktivitäten der Eintracht haben. Mittendrin: Randal Kolo Muani.
Frankfurt – Karim Benzema, es hat sich inzwischen herumgesprochen, wird seine Kohle in Zukunft in der Wüste verdienen, in Saudi-Arabien, dort, wo es keine Kohle, aber noch immer jede Menge Erdöl gibt. Davon wiederum profitiert Mittelstürmer Benzema, der jetzt noch mal für ein, zwei Jahre auf der Arabischen Halbinsel kicken und dafür 100 oder 150 oder 200 Millionen Euro einsacken wird. Wer weiß es schon genau. Den Zaster nimmt der 35-Jährige gerne mit. Merke: Geld kann man nie genug haben, gerade dann, wenn man eh schon genug hat. Tolle Sache für Benzema, den Wüstensohn.
| Randal Kolo Muani | |
|---|---|
| Geboren: | 5. Dezember 1998 (Alter: 24 Jahre), Bondy, Frankreich |
| Position: | Mittelstürmer |
| Vertrag bei Eintracht Frankfurt bis zum: | 30. Juni 2027 |
| Marktwert: | 65 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) |
Benzema-Wechsel nach Saudi-Arabien könnte sich auf Eintracht Frankfurt auswirken
So ganz nebenbei hat der Weltfußballer mit seinem Abschied von Real Madrid auch noch einen Dominoeffekt ausgelöst, der erste Stein ist gefallen. Und er könnte eine Kettenreaktion auslösen, die selbst in Deutschland bei einem ambitionierten Klub der gehobenen Mittelklasse zu Bewegung führen könnte, bei Eintracht Frankfurt nämlich. Dazu gleich mehr.
Denn durch Benzemas Abgang wird im Angriff der Madrilenen eine Planstelle frei, die dringend besetzt werden muss. Und da es sich bei Real ja nicht um irgendeinen Klub handelt, sondern um den mit dem noch immer klangvollsten Namen der Welt, die Königlichen eben, ranken sich sofort Gerüchte über eine prominente Benzema-Nachfolge. Wenig verwunderlich, dass der vielleicht weltbeste Spieler gehandelt wird, Kylian Mbappé.
Real und PSG buhlen um Weltstar Mbappé – Mit Folgen für die Eintracht?
Der hat bei seinem aktuellen Arbeitgeber, Paris Saint-Germain, dieser Tage für ordentlich Wirbel und Irritationen gesorgt, weil er öffentlich mitteilte, er werde seinen bis 2024 laufenden Vertrag nicht per Option um ein weiteres Jahr verlängern. Den Vorgang werteten die Kluboberen als „Kriegserklärung.“ Den aktuellen Kontrakt hatte Mbappé erst vor einem Jahr unterzeichnet und strich dafür ein Handgeld von 300 Millionen Euro und ein Jahresgehalt von 30 Millionen ein. Nicht unbedingt Peanuts.
Dass er nicht über 2024 hinaus bei PSG bleiben will, bedeute freilich nicht, dass er den Verein jetzt im Sommer verlassen werde, sagte der 24-Jährige. Er freue sich auf die kommende Spielzeit in Frankreich. Das kann man glauben, muss man aber nicht. Es kann auch nur der Beginn eines gigantischen Pokerspiels sein. Mit offenem Ausgang. Klar ist, dass PSG kein Interesse hat, den Superstar in einem Jahr ablösefrei zu verlieren. Der Scheich-Klub würde den Stürmer gerne sofort verkaufen, so 150 Millionen sollten es schon sein.
Schlägt nun also Real, das schon zweimal seine Angel nach Mbappé ausgeworfen hat, beim dritten Mal zu? Schwer zu sagen. Präsident Florentino Perez antwortete erst kürzlich auf die Frage, ob er den französischen Nationalspieler nach Madrid holen werde: „Ja, aber nicht dieses Jahr.“ Und Mbappé selbst bezeichnete Berichte, wonach er in diesem Sommer zu den Königlichen wechseln wolle, als „Lügen“. Und weiter: „Ich habe nicht gesagt, dass ich an Real Madrid verkauft werden will oder dass ich gehen will.“ Gut möglich also, dass er noch ein Jahr durchzieht in Paris, dann für lau geht und ein Mörder-Handgeld abstaubt. Alles drin.
Die größten Transfer-Flops von Eintracht Frankfurt




Verworrenes Spiel auf dem Transfermarkt: SGE-Angreifer Kolo Muani bei einigen Topklubs hoch im Kurs
Was das verworrene Spiel mit Eintracht Frankfurt zu tun hat? Nun, im Stadtwald beobachten sie die Rochade auf Weltniveau mit einigem Interesse. Denn der Bundesligist hat selbst ein heißes Eisen im Feuer, das in dem einsetzenden Geschacher um Millionen eine gewichte Rolle spielen könnte: Randal Kolo Muani.
Der Shootingstar steht bei vielen europäischen Topklubs hoch im Kurs, neben Manchester United, dem FC Chelsea und Bayern München eben auch bei Real Madrid und Paris St. Germain. Die Eintracht hat ihrem Topstürmer ein Preisschild angeheftet: Unter 100 Millionen wird sie ihn nicht abgeben.
Mbappé schwärmt von Frankfurt-Star: „Kolo ist eine Waffe“
Fakt ist: PSG beobachtet Kolo Muani, vor den Toren Paris aufgewachsen, seit der WM intensiv, hat ein eigenes Profil erstellen lassen, den pfeilschnellen Angreifer quasi durchleuchtet. Und für gut befunden. Aber auch Real Madrid hat sich intensiv mit dem Himmelsstürmer befasst und bereits Kontakt zu der Berateragentur aufgenommen. Bei beiden Klubs ist er eine ernsthafte Alternative.
Für die Franzosen könnte Kolo Muani noch interessanter werden, sollte Mbappé vorzeitig gehen. Und Real trägt sich mit dem Gedanken, Kolo Muani jetzt zu holen und Mbappé in einem Jahr ablösefrei. Ein durchaus smarter Plan: Die Madrilenen müssten jetzt zwar für Kolo Muani zahlen, aber nicht für Mbappé – und hätten in einem Jahr einen absoluten Traumsturm beisammen. Kein Geheimnis ist, dass Mbappé den Nationalmannschaftskollegen für einen höllisch guten Angreifer hält. „Kolo ist eine Waffe“, sagte er unlängst. „Er ist schnell, hat viel Energie, er ist ein guter Konterspieler, aber auch ein technisch kompletter Stürmer.“
Bleibt Kolo Muani in Frankfurt? Die SGE drängt auf eine schnelle Entscheidung
Völlig ausgeschlossen ist freilich nicht, dass Kolo Muani noch ein Jahr in Frankfurt bleibt. Aber realistisch scheint es nicht. Dazu suchen zu viele Topvereine einen Stürmer, dazu ist der 24-Jährige auch zu gut. Die Eintracht drängt jedenfalls auf eine schnelle Entscheidung, sie hat kein Interesse daran, dass sich das Thema bis tief in den Juli oder sogar August zieht. Zum einen soll die Mannschaft möglichst früh ziemlich komplett sein, um dem neuen Trainer Dino Toppmöller den Einstieg zu erleichtern. Und zum anderen ist sie auch auf Einnahmen angewiesen, um den Kader weiter zu modellieren. Schon jetzt hat sie 35 Millionen investiert, aber nichts eingenommen. Das muss sich ändern.
Sollte Kolo Muani gehen, hätte Sportvorstand Markus Krösche ganz andere Möglichkeiten und könnte in einem anderen Preissegment zugreifen. Geplant ist, das Geld nicht komplett zu reinvestieren. Und auch nicht in einen Spieler, sondern in mehrere. Die dürften dann aber auch ein bisschen was kosten. Den Spielraum erweitern würde zudem ein Verkauf von Jesper Lindström, der mindestens 30 Millionen bringen soll. Der Däne kann sich einen Wechsel durchaus vorstellen. Die Champions League, sagte er jetzt, sei für ihn dabei das „wichtigste Kriterium“.
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