Teamkollege von Cristiano Ronaldo

Coman kurz vor Wechsel in die saudische Liga: Keine gute Idee

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Kingsley Coman soll kurz vor einem Abschied vom FC Bayern stehen. Er hat sich angeblich mit al-Nassr auf einen Wechsel verständigt. Warum das keine gute Idee ist. Ein Kommentar

München - Nach zehn Jahren beim FC Bayern deutet nun vieles darauf hin, dass Kingsley Coman den FC Bayern in diesem Sommer verlässt – für ein Mega-Gehalt in der saudischen Profiliga. Der saudische Topklub al-Nassr, für welchen auch Cristiano Ronaldo seine Fußballschuhe schnürt, hat seine Bemühungen um den französischen Vizeweltmeister intensiviert und nun auch ein offizielles Angebot vorgelegt.

Kingsley Coman zuletzt gegen Tottenham Hotspur in überragender Form.

Hat sich Coman bereits mit dem CR7-Club geeinigt?

Laut dem italienischen Transfer-Experten Fabrizio Romano ist am Freitag eine schriftliche Offerte an der Säbener Straße eingetroffen. Nach Sky-Informationen beträgt diese rund 30 Millionen Euro, was für den FC Bayern allerdings deutlich zu wenig ist. Beim Rekordmeister soll man sich eine Ablöse in Höhe von 50 Millionen Euro vorstellen.

Die Gespräche sollen dennoch „bereits weit fortgeschritten“ sein, so berichtet zumindest Romano, auch dass Coman selbst einem Wechsel zu al-Nassr sehr offen gegenüberstehen soll. Der offensive Außenbahnspieler würde in Saudi-Arabien bis 2028 unterschreiben und soll dort zwischen 20 und 25 Millionen Euro netto pro Jahr verdienen.

Legt al-Nassr nochmal nach?

In München gehört er zwar auch zu den „Besserverdienern“, allerdings mit einem Jahressalär von 17 Millionen Euro brutto. So berichtet der saudische Transfer-Experten Ali Alabdallah, dass sich der 29-Jährige bereits mit dem CR7-Club auf einen Wechsel verständigt hat.

Einmal gibt‘s die 1 bei Kane-Novum: Bayern-Noten gegen Spurs

FC Bayern Muenchen FCB vs Tottenham Hotspur Spurs
Manuel Neuer: Im neuen dritten Torwarttrikot agierte Neuer gewohnt aufmerksam und ohne Fehler. Note: 3 © IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER
Konrad Laimer
Konrad Laimer: Konni, die Lokomototive! Marschierte wie gewohnt die rechte Seite auf und ab. War dadurch auch hin und wieder im Strafraum zu finden, verpasste in der zweiten Hälfte einen Treffer nach toller Diaz-Vorabeit. Note: 3 (ab 67. Sacha Boey, o.B.) © IMAGO/David Inderlied
Dayot Upamecano
Dayot Upamecano: Ihm tut es offensichtlich gut, wenn er einen stabilen Innenverteidiger-Partner hat. Im Verbund mit Tah hatte er Richarlison meist fest im Griff. Note: 3 (ab 67. Cassiano Kiala, o.B.) © IMAGO/Lennart Preiss/Shutterstock
Jonathan Tah
Jonathan Tah: Kann er Abwehr-Boss? Gegen die Spurs stabil, aber auch kaum gefordert. Das Zusammenspiel mit Upamecano funktionierte schon mal ohne große Probleme. Note: 3 (ab 67. Minjae Kim, o.B.) © IMAGO/David Inderlied
Josip Stanisic
Josip Stanisic: Offenbar taugt ihm die linke Abwehrseite immer mehr. Stanisic zeigte im Verbund mit Diaz eine ordentliche Leistung. Defensiv stabil, holte er gegen Ex-Teamkollege Palhinha sogar einen Strafstoß raus. Note: 2 (ab 67. Raphael Guerrerio, o.B.) © IMAGO/Lennart Preiss/Shutterstock
Joshua Kimmich
Joshua Kimmich: Teileweise überraschend unkonzentriert in der Anfangsphase. War aber dann da, wenn er gefordert war. Zu Not auch in der Defensive im Laufduell gegen Sarr. Note: 3 (ab 67. David Daiba, o.B.) © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert
Leon Goretzka
Leon Goretzka: Hatte gleich zu Beginn die erste dicke Chance nach Kimmichs Freistoßchip. Starke Aktion in der 25. Minute, als er in alter Manier in den Strafraum stürmte. Allgemein sehr offensivfreudig im direkten Duell gegen seinen alten Konkurrenten Joao Palhinha. Vergab in der 35. und 37. Minute aus guter Position am Strafraum. Note: 2 (ab 67. Tom Bischof, o.B.) © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert
Kingsley Coman
Kingsley Coman: Etwas überraschend kam Coman über rechts, weil Gnabry angeschlagen auf der Tribüne saß. Aber zum Ausprobieren ist die Vorbereitung bekanntlich ja da. Was heißt Ausprobieren? Coman machte seinen Job richtig stark und sorgte auf dem rechten Flügel immer wieder für Gefahr. Traumtor mit nach einer Stunde zum 2:0. Note: 1 (ab 67. Lennart Karl, o.B.) © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert
Michael Olise
Michael Olise: Wurde gegen die Spurs auf der Zehn ran – und zeigte nach zwei Minuten sofort, dass er auch im Zentrum brutal zocken kann. Olise ließ beim ersten Dribbling drei Spieler stehen, wurde gefoult und setzte den Freistoß aus 18 Metern dann selbst knapp neben den Kasten. Überragender Ball auf Kane vor dessen Treffer zum 1:0. War auch ansonsten der gefährlichste Offensivspieler der Bayern. Note: 2 (ab 67. Paul Wanner, o.B.) © IMAGO/osnapix / Michael Titgemeyer
Luis Diaz
Luis Diaz: Bayerns neuer Superstar durfte gegen Tottenham von Beginn an auf dem linken Flügel ran. Umtriebig, trickreich und immer wieder mit viel Finesse im letzten Drittel, fehlte Diaz aber vor dem Tor – wie schon gegen Lyon – das entscheidende Quäntchen Glück. Note: 2 (ab 76. Wisdom Mike, o.B.) © IMAGO/osnapix / Michael Titgemeyer
Harry Kane
Harry Kane: Im Spiel gegen die Alte Liebe erst bockstark mit der frühen Führung nach eiskalten Abschluss in der 12. Minute. Kurz darauf unglücklich, als ihm ein Novum unterlief: Kane scheiterte nämlich erstmals im Bayern-Trikot vom Elfmeterpunkt! Zu seiner Entschuldigung muss gesagt werden, dass er beim Schuss ausrutschte – der neue Arena-Rase scheint noch nicht festgewachsen. Kurz vor seiner Auswechslung scheiterte er nach toller Coman-Vorarbeit noch frei an Spurs-Keeper Vicario. Note: 3 (ab 67. Jonah Kusi Asare, o.B.) © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert

Ob die Bayern den 29-Jährigen tatsächlich ziehen lassen, hängt nun auch davon ab, ob al-Nassr bereit ist, das Angebot noch einmal erheblich aufzustocken. Der saudische Topclub versuchte bereits im vergangenen Sommer, den 58-fachen Nationalspieler in die Saudi Pro League zu locken. Der Vizeweltmeister entschied sich für einen Verbleib an der Säbener Straße, auch weil Chefcoach Vincent Kompany große Stücke von ihm hält.

Einordnung eines Coman-Wechsels

Der „King“ ist bislang einer der großen Gewinner der erst kurzen Saisonvorbereitung des FC Bayern, im Testspiel gegen Europa-League-Gewinner Tottenham Hotspur (4:0) spielte er nicht nur wegen seines überragenden Treffers zum 2:0-Zwischenstand stark auf. Neben Michael Olise und Neuzugang Luis Díaz zählt er zu den Top3-Flügelflitzern des Rekordmeisters.

Während Leroy Sané den FCB Richtung Istanbul verlassen hat, ist Serge Gnabry in der internen Hierarchie zurückgerutscht und zudem aktuell angeschlagen. Der 17-jährige Lennart Karl ist ein großes Zukunftsversprechen, aber noch kein Anwärter auf einen Stammplatz in der FCB-Offensive.

Coman wäre ein herber Verlust

Selbst wenn Max Eberl & Co. mit Coman einen finanziell lukrativen Deal abschließen können, wäre der Siegtorschütze des CL-Endspiels 2020 sportlich ein herber Verlust. Er würde eine Lücke im gewiss nicht zu großen Bayernkader hinterlassen, die mit einer möglicherweise kostspieligen Verpflichtung zu schließen wäre. Vielleicht sollen mit ihm aber auch die noch nötigen Millionen für den Transfer von Nick Woltemade vom VfB Stuttgart einkassiert werden.

Der „King“ selbst könnte mit diesem Wechsel seine Ambitionen auf einen Platz im WM-Kader Frankreichs für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexico gefährden. Allerdings rüsten die Saudis mittlerweile ihre Liga derart auf, dass diese sich leistungsmäßig peu à peu den europäischen Topligen annähert.

Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com

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Dabei steht man aber mitten in einem Prozess, der noch ein paar Jahre dauern sollte. Ein Deal nach der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr wäre somit wohl für Bayern und Coman die bessere Lösung.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Philippe Ruiz

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