Wut-Kimmich platzt in den Katakomben der Kragen: „Kotzt-mich-an“-Ansage nach Bayerns Pokal-Aus
VonFlorian Schimak
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Der FC Bayern ist frühzeitig aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Wieder einmal. Joshua Kimmich ist nach der Niederlage gegen den SC Freiburg bedient.
München – Joshua Kimmich ist auf dem Platz ein anderer Mensch. Dort geht der 28-Jährige aus sich raus, schreit, grätscht, meckert – zeigt Emotionen. Neben dem Platz ist der dritte Kapitän des FC Bayern aber eher bedächtig, wählt seine Worte wohlüberlegt.
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Joshua Kimmich nennt Pokal-Aus gegen Freiburg „brutal“
„Brutal“, nannte Kimmich (tz-Note 3) das dritte vorzeitige Pokal-Aus in Folge. Zur Erinnerung: Unter Hansi Flick 2021 verabschiedeten sich die Bayern in der 2. Runde gegen Holstein Kiel. In der vergangenen Saison war nach einem 0:5 gegen Borussia Mönchengladbach ebenfalls in Runde zwei Feierabend – und jetzt nach dem Viertelfinale gegen den SC Freiburg Endstation.
„Ziel war ganz klar Berlin“, sagte ein trauriger Kimmich nach dem Spiel in den Katakomben der Allianz Arena. „Es war nicht nötig, heute zu verlieren.“ Und doch taten es die Bayern. Zwar war das Team vom neuen Trainer Thomas Tuchel über 90 Minuten das klar bessere Team, am Ende aber steht der Sport-Club im Halbfinale des DFB-Pokals.
„Kotzt mich an!“ – Wut-Kimmich nach Pokal-Aus mit Katakomben-Klartext
„Heute verlieren wir auch nicht gegen einen Gegner, wo ich sage, die wollten es unbedingt und haben gebrannt und uns den Schneid abgekauft“, erklärt Kimmich weiter: „Bei uns hatte man aber trotzdem das Gefühl, dass es ein Tick zu wenig ist. Ein Tick zu wenig Leidenschaft, ein bissl zu wenig Emotion. Am Ende schaffen wir es dann nicht, so ein Spiel zu entscheiden.“
Als der Nationalspieler dann auf die vermeintlich fehlende Leidenschaft direkt angesprochen wird, wütet Kimmich: „Am Ende des Tages kotzt mich das brutal an, je mehr Titel wir verspielen, jetzt haben wir schon wieder einen, den wir in der Saison nicht gewinnen können“, sagt er bestimmt, ohne jedoch richtig laut zu werden: „Natürlich war das heute nicht unser bestes Spiel, trotzdem haben wir es kontrolliert und waren die bessere Mannschaft. Freiburg hatte gar nix! Sie hatten nur den Weitschuss und in der 95. Minute den Elfmeter.“
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Mentalitätsfrage beim FC Bayern? Kimmich: „Natürlich ist die Enttäuschung bei jedem groß. Hoffe ich“
Ob seine Mannschaftskollegen nach dem Pokal-Aus genauso enttäuscht sind wie er? Stichwort Mentalitätsfrage. „Es ist immer schwierig, über andere zu sprechen. Da kann ich nicht in den Kopf reinschauen“, antwortet Kimmich: „Natürlich ist die Enttäuschung bei jedem groß“, und schiebt ein „Hoffe ich“ hinterher. „Aber“, so Kimmich, „am Ende des Tages habe ich genug mit mir selbst zu tun, damit ich nicht durchdrehe oder die Fassung verliere. So ein Tag wie heute tut schon weh.“
Am kommenden Wochenende geht‘s für die Bayern wieder gegen Freiburg, dieses Mal muss die Tuchel-Elf aber in der Liga im Breisgau ran, ehe es in einer Woche bei Manchester City zum Champions-League-Kracher kommt.
Sollten die Bayern da scheitern, darf man gespannt sein, auf welchen Kimmich man in der Mixed Zone trifft. (smk)