VonChristoph Wutzschließen
In Israel tobt Krieg. Bayern-Keeper Daniel Peretz nahm dazu zuletzt emotional Stellung. Er könnte im Zuge dessen in die Armee einberufen werden.
München – Der FC Bayern München hat derzeit durch Verletzungen und den dünnen Kader immer wieder mit personellen Engpässen zu kämpfen. Und durch den Krieg in Israel müssen die Münchner bald womöglich auch auf Torhüter Daniel Peretz verzichten. Der israelische Keeper, der sich erst kürzlich emotional zu den Geschehnissen in seiner Heimat äußerte, könnte in die Armee eingezogen werden. Dass es zeitnah dazu kommt, ist jedoch unwahrscheinlich.
| Daniel Peretz | |
|---|---|
| Geboren: | 10. Juli 2000 (Alter: 23 Jahre), Tel Aviv-Jaffa, Israel |
| Position: | Torwart |
| Vertrag beim FC Bayern München bis: | 30. Juni 2023 |
| Marktwert: | 4 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) |
Muss Bayerns Israel-Torwart Peretz zum Militär? Das ist der aktuelle Stand
Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte mobilisierten in den vergangenen Tagen bereits rund 300.000 Reservisten. Auch Peretz, der erst Ende August von Maccabi Tel Aviv zu den Bayern wechselte, ist mit 23 Jahren im wehrfähigen Alter. Allerdings befinden sich unter den zuletzt rekrutierten Soldaten lediglich solche, die den obligatorischen 30-monatigen Wehrdienst absolviert haben und dabei oder anderweitig Kampferfahrung sammeln konnten.
Dies trifft auf Peretz nach Informationen der Bild aufgrund seines Status als Spitzensportler nicht zu. Ein vollständiger Militärdienst, den Israelis für gewöhnlich im sehr jungen Erwachsenenalter ablegen, hätte seine Karriere als Fußballer zu sehr ins Wanken bringen können. Er habe daher nur einen Teildienst abgeleistet. So sei es wegen mangelnder Erfahrung „aktuell wohl ausgeschlossen“, dass der Schlussmann der Münchner in den Krieg ziehen muss, so das Blatt.
FCB-Keeper Peretz muss wohl nicht zur Armee Israels – es gibt aber eine Ausnahme
Dabei gibt es allerdings eine Ausnahme: Sollte Israel im weiteren Verlauf des Krieges eine Generalmobilmachung in die Wege leiten, müssten wohl alle wehrfähigen israelischen Staatsbürger zum Militärdienst anrücken. So auch der junge Torhüter des deutschen Rekordmeisters. Für die Bayern wäre das ein herber Verlust in der ohnehin angespannten Personallage.
Peretz feierte erst vor wenigen Wochen sein Debüt für den amtierenden Deutschen Meister. Beim 4:0-Erfolg des FCB im DFB-Pokal gegen Preußen Münster untermauerte der 23-Jährige erstmals seinen Anspruch, auf Dauer die Nummer zwei der Münchner hinter Manuel Neuer zu werden.
Dabei macht der Israeli in erster Linie Sven Ulreich Konkurrenz, der aktuell in Neuers Abwesenheit das Bayern-Tor hütet. Jetzt steht offenbar fest, wie der FCB mit dem 35-Jährigen plant. (wuc)
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