VonChristoph Wutzschließen
Der FC Bayern drehte das Spiel in Kopenhagen und gewann mit 2:1. Dabei trumpfte Jamal Musiala groß auf. Doch dazu sollte es eigentlich nicht kommen.
Kopenhagen – Der FC Bayern hat auch das zweite Spiel in der Gruppenphase der Champions League gewonnen. Am Dienstagabend siegte der amtierende Deutsche Meister mit 2:1 beim FC Kopenhagen. Maßgeblich am Auswärtssieg beteiligt war Jamal Musiala, der den Bayern mit einer starken Einzelleistung den Ausgleich bescherte. Trainer Thomas Tuchel verriet im Anschluss an die Partie allerdings, dass der deutsche Nationalspieler bereits vor seinem Tor den Rasen verlassen hätte sollen.
| Jamal Musiala | |
|---|---|
| Geboren: | 26. Februar 2003 (Alter 20 Jahre), Stuttgart |
| Position: | Offensiver Mittelfeldspieler |
| Vertrag beim FC Bayern München bis zum: | 30. Juni 2026 |
| Marktwert: | 110 Millionen Euro |
Tuchel offenbart: Torschütze Musiala sollte schon nicht mehr auf dem Platz sein
Unmittelbar vor Musialas überragendem Tor zum 1:1 in der 67. Spielminute hatten Eric Maxim Choupo-Moting, Thomas Müller und Mathys Tel bereits am Seitenrand auf ihre Einwechslung gewartet. Allerdings war es zu keiner dafür erforderlichen Spielunterbrechung gekommen, bis der Ausgleich gefallen war. Das hatte zu der kuriosen Szene geführt, dass die drei frischen Kräfte zunächst wieder auf der Bank Platz genommen hatten.
Nach dem Match erklärte Bayern-Coach Tuchel im Interview bei Amazon Prime, dass Musiala eigentlich hätte ausgewechselt werden sollen: „Das war so geplant eigentlich, ja“, sagte Tuchel mit einem Lachen auf den Lippen. „Dann hat er nochmal fünf Minuten gekriegt.“ Musiala hatte schließlich in der 77. Minute das Feld verlassen, für ihn war Müller in die Partie gekommen.
„Genau für diese Momente da“: Musiala macht Tuchel mit Einzelaktion glücklich
Tuchel zeigte sich abermals schwer angetan von Musiala, der gegen Kopenhagen stark aufgespielt hatte: „Hat er sehr gut gemacht. Und normalerweise ist er auch für genau die Momente da“, nahm er den 20-Jährigen bei Amazon Prime ein Stück weit in die Pflicht.
Tuchel lieferte außerdem die Begründung, die hinter der vorgesehenen vorzeitigen Auswechslung gesteckt hatte: „Jetzt hat er zuletzt nach einer Muskelverletzung immer wieder viel gespielt, auch gegen Leipzig war er am Ende müde. Jetzt waren, glaube ich, drei Auswärtsspiele in Folge. Das steckt schon ein bisschen drin, deswegen: Er war ein Kandidat.“ Aber nach dem 1:1 „haben wir nochmal fünf Minuten draufgegeben“, so der 50-jährige Trainer.
Der FC Bayern München auf der Wiesn: Müller und Hoeneß da – Tuchel mit Hut, Kane mit Brezen und Bier




„Kein Wunder“: Ex-FCB-Star Klose lehrte Musiala Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor
Miroslav Klose, einst Musialas Coach in der Jugend des FC Bayern, schulte den heute 20-Jährigen einst gezielt in vielen Einzel-Trainingseinheiten in derartigen Eins-gegen-eins-Situationen wie vor dem 1:1. Der Rekordtorschütze der deutschen Nationalmannschaft, der inzwischen als TV-Experte bei Amazon Prime tätig ist, war am Dienstagabend in dieser Funktion auch vor Ort in Kopenhagen. „Das, was ich nicht konnte, schießen, habe ich ihm beigebracht“, ergänzte der frühere Bayern-Stürmer selbst schmunzelnd. Für Tuchel sei es „kein Wunder“, dass Musiala diese Kaltschnäuzigkeit von Klose erworben hatte.
Doch nicht nur der 20-jährige Youngster sorgte nach dem Spiel für ein Lächeln beim Coach des Rekordmeisters. Auch zwei weitere Stars der Bayern brachten Tuchel in Kopenhagen ins Schwärmen. (wuc)
Rubriklistenbild: © Sebastian Frej (2) / Imago

