Nach Sieg über die Niederlande

Olympia-Kader der Fußball-Frauen: DFB wehrt sich gegen Schrumpf-Aufgebot

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Die deutsche Frauen-Fußballnationalmannschaft hat sich für Olympia qualifiziert. Damit beginnt der Kampf um die Kaderplätze.

Update vom 29. Februar, 09.06 Uhr: Die deutschen Fußballerinnen müssen sich nach dem 2:0-Erfolg über die Niederlande und der damit verbundenen Olympia-Qualifikation auf einen knallharten Kampf um die Kaderplätze für Paris einstellen. Während bei der WM 2023 in Australien 23 Spielerinnen zugelassen waren, sind es bei den Sommerspielen (26. Juli bis 11. August) nur 18, darunter zwei Torhüterinnen. Der Deutsche Fußball-Bund wehrt sich dagegen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC), wie der DFB der dpa bestätigte.

Olympia-Kader der Fußball-Frauen: DFB wehrt sich gegen Schrumpf-Aufgebot

Gemeinsam mit anderen europäischen Nationen habe man ein entsprechendes Schreiben verfasst. Zuerst hatte bild.de darüber berichtet. Die Aussichten des DFB werden aber als gering eingeschätzt, da es auch in anderen Sportarten reduzierte Mannschaftsstärken bei Olympia gibt.

Zwölf Nationen nehmen am olympischen Frauenfußball-Turnier teil. Neben Deutschland haben sich unter anderem die Weltmeisterinnen aus Spanien, die USA, Kanada, Brasilien und Kolumbien qualifiziert.

Die DFB-Frauen haben die Niederlande besiegt.

Horst Hrubesch kann seinen DFB-Kader bei der EM-Qualifikation scouten

Für das Olympia-Aufgebot von Bundestrainer Horst Hrubesch empfehlen können sich die deutschen Spielerinnen bei der Qualifikation für die EM 2025, die zwischen Anfang April und Mitte Juli in drei Doppelspieltagen ausgetragen wird.

Schon vor den Spielen 2016 in Rio de Janeiro, als die DFB-Frauen Gold gewannen, hatte sich die damalige Bundestrainerin Silvia Neid über den 18er Kader beklagt und vier Spielerinnen auf Abruf nominiert.

Niederlande gegen Deutschland: DFB-Frauen und das große Ziel Olympia

Erstmeldung vom 27. Februar, 20.36 Uhr: Heerenveen – Deutschlands Frauen-Fußballnationalmannschaft steht im kleinen Finale der Women‘s Nations League. Am Mittwoch (28. Februar, 20.45 Uhr) geht es gegen die Niederlande – gleichzeitig ist es die letzte Chance, sich für Olympia zu qualifizieren.

Niederlande gegen Deutschland: DFB-Frauen und das große Ziel Olympia

„Das waren immer Spiele, die brisant waren und Spaß gemacht haben“, erinnert sich Frauen-Bundestrainer Horst Hrubesch an seine ganz persönlichen Auftritte gegen die Niederlande. Doch das ist rund 40 Jahre her, eine andere Zeit – heute steht Hrubeschs Traum von den Olympischen Spielen in Paris auf dem Spiel.

„Wir müssen über die Schiene kommen: Gemeinsam sind wir stark. Wenn wir alles reinschmeißen, sind wir schwer zu besiegen“, warnte der 72-Jährige vor dem entscheidenden Spiel seiner DFB-Frauen in der Nations League gegen Oranje. „Wir haben alles gebündelt, um dieses Spiel positiv zu gestalten.“ Ein Sieg ist unerlässlich.

Alexandra Popp und die DFB-Frauen treffen auf die Niederlande um Trainer Andries Jonker.

Alexandra Popp hofft auf das „größte Turnier, was du in deiner Karriere spielen kannst“

Ein Scheitern würde nicht nur das Ende von Hrubeschs zweiter Amtszeit als Retter der DFB-Frauen bedeuten, sondern auch einen weiteren Rückschlag für den deutschen Frauenfußball, nur sieben Monate nach dem WM-Desaster in Australien. „Brutal wichtig“ ist die Olympia-Qualifikation nach dem Krisenjahr 2023, betonte auch die stets optimistische Kapitänin Alexandra Popp.

Deutschland hatte die Spiele in Tokio 2021 verpasst, obwohl das DFB-Team 2016 in Rio de Janeiro noch Gold gewonnen hatte. Für Popp ist das Mini-WM-Turnier sogar „das größte Turnier, was du in deiner Karriere spielen kannst“.

Popp, Putellas, Oberdorf: Das sind die besten Fußballerinnen der Welt

Alexia Putellas (29), Spanien, FC Barcelona: Die offensive Mittelfeldspielerin ist das Herzsstück in der spanischen nationalmannschaft und beim FC Barcelona. 2021 und 2022 gewann sie den Titel als Weltfußballerin.
Platz 1: Alexia Putellas (29), Spanien, FC Barcelona: Die offensive Mittelfeldspielerin ist das Herzsstück in der spanischen Nationalmannschaft und beim FC Barcelona. 2021 und 2022 gewann sie den Titel als Weltfußballerin. © IMAGO/Jose Breton
Beth Mead (28), England, FC Arsenal: Die Stürmerin gewann im letzten Jahr mit der englischen Nationalmannschaft die Europameisterschaft. Sie war die erfolgreichste Torjägerin und wurde zur besten Spielerin des Turniers gewählt.
Platz 2: Beth Mead (28), England, FC Arsenal: Die Stürmerin gewann im letzten Jahr mit der englischen Nationalmannschaft die Europameisterschaft. Sie war die erfolgreichste Torjägerin und wurde zur besten Spielerin des Turniers gewählt. © IMAGO/Adam Davy
Kerr ist Rekordtorschützin der australischen Nationalmannschaft und verhalf Chelsea zuletzt zu vier Meistertiteln in Serie.
Platz 3: Sam Kerr (29), Australien, FC Chelsea: Kerr ist Rekordtorschützin der australischen Nationalmannschaft. Mit ihren Toren verhalf sie Chelsea zuletzt zu vier Meistertiteln in Serie. © IMAGO/JOEL CARRETT
Lena Oberdorf (21), Deutschland, VfL Wolfsburg: Die Mittelfeldspielerin debütierte bereits 2019 in der deutschen Nationalmannschaft. Mit den Wolfsburgerinnen gewann sie zuletzt dreimal in Folge den DFB-Pokal und stand 2023 im Champions-League-Finale.
Platz 4: Lena Oberdorf (21), Deutschland, VfL Wolfsburg: Die Mittelfeldspielerin debütierte bereits 2019 in der deutschen Nationalmannschaft. Mit den Wolfsburgerinnen gewann sie zuletzt dreimal in Folge den DFB-Pokal und stand 2023 im Champions-League-Finale. © IMAGO/Revierfoto
Bonmati kommt vor allem im zentralen und offensiven Mittelfeld zum Einsatz. Mit Barcelona gewann sie 2023 die spanische Meisterschaft und die Champions League.
Platz 5: Aitana Bonmati (25), Spanien, FC Barcelona: Bonmati kommt vor allem im zentralen und offensiven Mittelfeld zum Einsatz. Mit Barcelona gewann sie 2023 die spanische Meisterschaft und die Champions League. © IMAGO/Kim Price
Alexandra Popp (32), Deutschland, VfL Wolfsburg: Die Stürmerin ist in der deutschen Nationalmannschaft und beim VfL Wolfsburg unverzichtbar. Die DFB-Kapitänin führte Deutschland 2022 bei der Europameisterschaft auf Platz zwei.
Platz 6: Alexandra Popp (32), Deutschland, VfL Wolfsburg: Die Stürmerin ist in der deutschen Nationalmannschaft und beim VfL Wolfsburg unverzichtbar. Die DFB-Kapitänin führte Deutschland 2022 bei der Europameisterschaft auf Platz zwei. © IMAGO/Scott Barbour/Shutterstock
Ada Hegerberg (28), Norwegen, Olympique Lyon: Hegerberg gehört seit jahren zu den besten Stürmerinnen der Welt. Mit Lyon gewann sie insgesamt sechsmal die Champions League und wurde 2018 als Weltfußballerin ausgezeichnet.
Platz 7: Ada Hegerberg (28), Norwegen, Olympique Lyon: Hegerberg gehört seit jahren zu den besten Stürmerinnen der Welt. Mit Lyon gewann sie insgesamt sechsmal die Champions League und wurde 2018 als Weltfußballerin ausgezeichnet. © IMAGO/Lise Åserud
Wendie Renard, Frankreich, Olympique Lyon: Die 1,87 Meter große Innenverteidigerin gilt als robust und kopfballstark. Mit 102 Einsätzen ist sie Rekordspielerin der Champions League und gewann den Wettbewerb mit Lyon insgesamt acht mal.
Platz 8: Wendie Renard, Frankreich, Olympique Lyon: Die 1,87 Meter große Innenverteidigerin gilt als robust und kopfballstark. Mit 102 Einsätzen ist sie Rekordspielerin der Champions League und gewann den Wettbewerb mit Lyon insgesamt acht mal.  © IMAGO/Sydney Low
Catarina Macario (23), USA, Olympique Lyon: Die 23-jährige Offensivspielerin etablierte sich innerhalb kürzester Zeit bei Lyon und verhalf dem Team 2022 zur Meisterschaft und dem Gewinn der Champions League.
Platz 9: Catarina Macario (23), USA, Olympique Lyon: Die 23-jährige Offensivspielerin etablierte sich innerhalb kürzester Zeit bei Lyon und verhalf dem Team 2022 zur Meisterschaft und dem Gewinn der Champions League. © IMAGO/Francesco Scaccianoce/LiveMedia/Shutterstock
Lucy Bronze, England, FC Barcelona: Die Abwehrspielerin gehört in der englischen Nationalmannschaft und beim FC Barcelona zum Stammpersonal. Sie konnte mit zwei Vereinen (Barcelona und Lyon) die Champions League gewinnen und wurde 2020 FIFA-Weltfußballerin.
Platz 10: Lucy Bronze, England, FC Barcelona: Die Abwehrspielerin gehört in der englischen Nationalmannschaft und beim FC Barcelona zum Stammpersonal. Sie konnte mit zwei Vereinen (Barcelona und Lyon) die Champions League gewinnen und wurde 2020 FIFA-Weltfußballerin. © IMAGO/Isabel Infantes

DFB-Frauen und der letzte Olympia-Strohhalm: Im Weg steht ein ehemaliger Bayern-Trainer

Hrubesch, der vor acht Jahren mit den DFB-Männern Silber gewonnen hatte, stimmt dem zu. Daher weckte er sein Team mit einer schonungslosen Analyse des 1:2 (0:2) im Nations-League-Halbfinale in Frankreich auf. Allen sei bewusst, „dass wir ein paar Prozente draufpacken müssen. Es ist ein All-in-Spiel“, erklärte Verteidigerin Sarai Linder. „Wir möchten Horst das zurückgeben, dass er diesen Olympia-Traum so vorlebt“, versprach Abwehrspielerin Giulia Gwinn.

Doch ein alter Bekannter steht ihnen im Weg. Andries Jonker, der die „Oranje Leeuwinnen“ seit 2022 trainiert. „Wir kennen uns vom Sehen. Dass er ein exzellenter Trainer ist, darüber brauchen wir nicht groß nachzudenken“, sagte Hrubesch über den ehemaligen Bundesliga-Trainer, der auch interimsweise den FC Bayern trainierte. Jonker war außerdem Coach des VfL Wolfsburg. (akl/sid)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Holland women v Germany women

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